Barock und Mythologie

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von Alexx, 4. März 2007.

  1. Alexx

    Alexx Neues Mitglied

    In letzter Zeit habe ich mich mit der barocken Baukunst und dem Leben in jener Zeit beschäftigt. Dabei sind mir v.a. die Malereien in den Schlössern aufgefallen. Hierbei habe ich mich besonders über die Darstellung von Gottheiten und Figuren aus der Mythologie gewundert und v.a. darüber, dass sie auch in Schlössern geistlicher Herrscher zu finden sind.
    Weiß jemand von euch warum im Barock Deckengemälde, die Szenen aus der Mythologie darstellen so beliebt waren? Ist das noch ein Überbleibsel aus der Renaissance?
    Es wäre schön, wenn ihr mir helfen könntet!
    Vielen Dank schon mal,
    Alexx
     
  2. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich würde darüber nicht allzuviel Zeit verschwenden.

    Die Bilder oder Deckengemälde sahen einfach nur schön aus, mit den Engeln.
    Selbst ein Michelangelo hatte sich fast mal das Leben genommen, als er sich die Decke der sixtienischen Kapelle noch mal anschaute. Zum Glück hat er dann aber einen Neuversuch gestartet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. März 2007
  3. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Doch bezweifle ich irgendwie das sich ihre Leherin mit so einer Antowrt zufrieden geben wird. ;)
     
  4. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das ist kein Überbleibsel, das ist die Weiterentwicklung.
    Wie kann ein Barockfürst seine absolutistische Stellung deutlicher darstellen lassen als durch die Einbeziehung der Antike?
     
  5. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Du vergisst, dass es kaum ein geeigneteres Mittel zur Propaganda gibt als die Kunst!
     
  6. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich darf leider keine geeignete Antwort mehr einfügen.
    Nur soviel. Ich weiss, was du eventuell meinst.
     
  7. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Das versteh ich nicht, natürlich darfst du eine Antwort einfügen... :winke:

    Ich mach mal den Versuch einer Anwort:

    Wie Mercy schon angedeutet hat, begann die "Karriere" der antiken Mythen in der bildenden Kunst mit der Renaissance, auch, wenn Ovids Metamorphosen bereits Anfang des 13. Jahrhunderts ins Deutsche übersetzt wurden. Man begann sich für antike Texte und vor allem auch für die greifbaren Reste des Altertums zu interessiern.

    Für die Künstler der frühen Neuzeit war es dann vor allem die Fülle und Weite an Geschichten, die antike Mythen für Künstler so interessant machten. Man konnte weltanschauliche Inhalte vermitteln, den weiblichen Körper sinnlich verherrlichen, männliche Kraft, Situationen voller Wut und Leidenschaft, Treue und Niedertracht darstellen. Gerade in der frühen Neuzeit, wo der Mensch langsam zu einem Subjekt der Aktion wird und nicht mehr, wie im Mittelalter, an seinem fest zugwiesenen Platz steht, konnte man sich selbst mit Helden und Göttern identifizieren. Wie von Mercy bereits geschildert - Was lag für einen absolutistischen Herrscher näher, als seine Stärke mit Herkules, seine Allmacht mit Zeus und seine Prächtigkeit mit Helios zu vergleichen?
    Konkret: Ludwig XIV. identifizierte sich in einer Art Selbstvergötterung mit Apoll und August der Starke ließ sich als "Hercules Sacxonicus" feiern.

    Nicht vergessen werden darf, dass die Periodisierung der Geschichte von Christoph Cellarius (1638-1707) genau aus der von dir anvisierten Zeit stammt. Bewusst nannte er die Zeit von 500 bis 1500 Mittelalter. Wo es heute jedem Mediävisten den Magen umdreht, wenn man behauptet, dass das Mittelalter eine Zeit fern jeder kulturellen Hochblüte war, stimmte man während des Barock Cellarius weitestgehend zu und knüpfte somit bewusst an die Antike an.

    Hohe geistliche Würdenträger wurden damals nicht in Dörfern wie Marktl am Inn als Söhne von Polizisten geboren, sondern entstammten zum Großteil den führenden Familien des Reichs. Dass sie dadurch natürlich einiges an humanistischer Bildung mitbekommen haben und genauso wie die weltlichen Fürsten Territorien zu verwalten hatten, (die geistlichen Fürsten übten dadurch ja auch weltliche Herrschaft aus!) mussten sie sich ebenso wie diese selbst darstellen und gut verkaufen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. März 2007
  8. lilolungstrom

    lilolungstrom Neues Mitglied

    Hallo,

    wenn ich mir den Garten von Versailles anschaue, ist es unverkennbar, dass dort die Mythologie in Überfluss in Form von Skulpturen zu finden ist.

    Aber warum ist das so? Mir ist dies durch eure Beiträge leider nicht klar geworden. Man hätte doch auch anderes darstellen können. Sah man zu dieser Zeit die Mythologie auch als eine Art "Welterklärung" an. War es so, dass man diese Sagen glaubte?
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juni 2013

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