Bestattungen und Grabbeigaben der Merowingerzeit in den Schriftquellen

Maglor

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Die Franken, Alamannen, Thüringer, Bajuwaren, Langobarden u.a. sind archäologisch durch ihre reichen Grabbeigaben besonders interessant. Das Phänomen ist auch als Reihengräberkultur oder Reihengräberzivilisation bekannt. Während die alten Sachsen ihre Toten verbrannten, bestatteten die Franken u.a. ihre Toten in Körpergräbern. Anders als die Goten gaben die Franken und insbesondere auch die Alamannen den männlichen Toten teils zahlreiche Waffen mit ins Grab. Bei guten Erhaltungsbedingungen sind vereinzelt sogar Betten, Stühle, Musikinstrumente etc. nachgewiesen. An archäologischen Quellen herrscht also kein Mangel.

Meine Frage betrifft die schriftliche Überlieferung. Gibt es Berichte von spätantiken oder frühmittelalterlichen Autoren über die Bestattungssitten bei den Franken der Merowingerzeit?

Ich kenne die Beschreibung von Grabbeigaben in der angelsächsischen Dichtung Beowulf und die spektakuläre Beschreibung einer wolgabulgarischen Königsbestattung (Wikingerzeit) durch ibn Fadlan. Gibt es vielleicht ähnliche schriftliche Überlieferung aus der Merowingerzeit?
 
Hiernach kommen Gregor von Tour u.a. in Frage, Anfang des abstracts:
"Entlang der drei Stichworte der Tagung soll in diesem Beitrag eine zusammenfassende Übersicht dessen geboten werden, was sich anhand archäologischer Funde und Befunde zu Bestattungsritualen des 5. bis 8. Jahrhunderts aussagen lässt. Über Sterben und Begräbnis berichten einige erzählende Texte (Gregor von Tours), und auch die Präsentation des Leichnams kann eher durch schriftliche als durch archäologische Quellen beschrieben werden."

Bestattungsrituale zur Merowingerzeit. Frühmittelalterliche Reihengräber und der Umgang mit dem Tod. In: Körperinszenierung, Objektsammlung, Monumentalisierung. Totenritual und Grabkult in frühen Gesellschaften. Archäologische Quellen in kulturwissenschaftlicher Perspektive, hrsg. Christoph Kümmel/Beat Schweizer/Ulrich Veit. Tübinger archäologische Taschenbücher 6 (Münster u. a. 2008) S.151–177
 
Ich kenne die Beschreibung von Grabbeigaben in der angelsächsischen Dichtung Beowulf und die spektakuläre Beschreibung einer wolgabulgarischen Königsbestattung (Wikingerzeit) durch ibn Fadlan. Gibt es vielleicht ähnliche schriftliche Überlieferung aus der Merowingerzeit?
Beim Beowulf handelt es sich ja nun um Literatur, wo sicherlich auch mit dem Stilmittel der Übertreibung gearbeitet wurde, bei Aḥmad Ibn Faḍlān muss man den Exotismus mitbedenken. Also in der Historiographie ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass da minutiös die Grabbeigaben aufgelistet werden.
 
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