Beziehungen Osmanen - Mongolen-Timuriden

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von Sehzade-Enes, 2. Dezember 2012.

  1. Sehzade-Enes

    Sehzade-Enes Neues Mitglied

    Abend ,

    Ich habe mich heute angemeldet und wollte schon mein Wissen erweitern :)


    Undzwar frage Ich mich , was eigentlich zwischen dem Osmanischen Reich und den Mongolen und Timuriden passiert ist,da Ich keinerlei Wissen zu dem Thema habe.

    Würde Mich freuen wenn ihr mir weiterhelfen könnt.

    MfG
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

  3. Sehzade-Enes

    Sehzade-Enes Neues Mitglied

    Erstmal vielen dank an dich.

    Aber Ich frage mich wie das passieren konnte , und wie Timur mit Sultan Bayezid umgegangen ist.

    Und wieso ist denn niemand zur Hilfe geeilt , immerhin ist es der Sultan des Osmanischen Reichs.Waren die Söhne zu sehr mit Thron beschäftigt ?

    Und was ist am ende mit dem Reich Timurs geschehen.Ich habe gelesen , dass nach seinem Tod das Reich unterging.
     
  4. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Als die türkischen Stammesverbände wohl als einer der Teilverbände der Seldschuken
    aus den mittelasiatischen Steppen heraus nach Süden und Westen wanderten ( auch schon durch den Druck der Mongolen genötigt ! ),
    liessen sich sich in West und Mittelanatolien nieder.
    Zuerst den seldschukischen Herrschern tributpflichtig , konnten sie sich zusehends
    davon lösen .
    Als aber die Mongolen unter Batu -Khan und Hülagü -Khan wieder in Bewegung gerieten, stellte sich der Sultan Kaichosrau II. ihnen entgegen und unterlag
    1243 bei Közedagh vollständig.
    Die verbliebenen regionalen Seldschuken/ Türken -Beys zahlten ab dann den Mongolen
    also den den Il-Khanen in Westpersien Tribute.Stammliste der Nachfahren Dschingis Khans ? Wikipedia
    Mit dem Verfall der mongolischen Militärmacht erlangten die Seldschuken / Türken
    wieder mehr Selbstständigkeit , die Familie der Osmanen dominierte nach und nach
    die anderen stammesadligen Familien und überschritt letztlich den Bosporus.
    Damit begannen die Eroberungen auf dem Balkan.
    Bayazid belagerte Konstantinopel und machte Eroberungen auf dem Peloponnes und in Bulgarien.
    Die von Bayazid entmachteten türkischen Beys baten nun den heranrückenden Timur um Hilfe !
    1402 löschten Timurs Mongolen das türkische heer aus - nur die serbischen Vasallen
    durchbrachen die mongolischen Sperren und konnten fliehen.
    Nachfolgend zahlten eben die Osmanen Tribute an die timuridischen Nachfolger
    in Westpersien bis diese mit Sultan Babur ausstarben Timuriden ? Wikipedia

    Wer sollte den Osmanen helfen ?
    Sie führten doch gegen alles rundum Krieg , verwüsteten , versklavten und töteten ...
    alles wie es der Islam für Glaubenskrieger vorsah .
     
  5. Sehzade-Enes

    Sehzade-Enes Neues Mitglied

    Danke für den Text , jetzt bin Ich um einiges besser informiert ( natürlich abgesehen vom letzten Absatz , da habe Ich jetzt eine eigene Meinung ) :D.
     
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  6. Lexius

    Lexius Mitglied

    Berechtigterweise. Dass es sowas wie serbische Vasallen gab impliziert ja schon, dass die Osmanen (in dem Fall Bayazid yildirim) eben gegen nicht alles und jeden ausnahmslos Krieg geführt hat.
    Auch das Verhältnis Bayazids zu den Mameluken ist differenziert zu betrachten, mit Timur hatte man ja schließlich einen gemeinsamen Feind. Die konnten aber eben nicht eingreifen, da sie einen komplizierten Machtwechsel vollziehen mussten und des weiteren die wichtigen Städte Aleppo und Damaskus an Timur verloren bevor dieser in Konflikt mit Bayazid trat.
    Des weiteren war es eine Frage der Reaktionszeit, warum sonst niemand den Osmanen helfen konnte. Die Dinge passierten viel zu schnell, so war Timur Ende 1401 noch in Karabagh, als er plötzlich wenige Monate später schon vor Ankara stand. Absehbar war das nicht unbedingt, da Timur (zum Schein?) noch im März 1402 diplomatische Verhandlungen mit Bayazid ersuchte.

    Und wenn überhaupt dann passt der "Glaubenskrieger" Begriff doch viel eher auf Timur als auf Bayazid, der gleichermaßen Christen und auch "degenerierte Muslime" vernichtete (obwohl er selbst nicht unbedingt der orthodoxe Muslim war). Glaubenskampf ist sowieso ein Begriff den man mal mikroskopisch betrachten muss, letzten Endes war das nur ein Deckmantel für politische und ökonomische Zwecke.
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Allerdings wurden Vasallen normalerweise nicht Vasallen, weil das ihr eigener Wunsch gewesen wäre (ausgenommen den Fall, dass sie sich unter den Schutz einer Macht stellten, um sich einer anderen Macht zu entziehen, wie das z. B. später im Bereich zwischen Osmanen und Habsburgern der Fall war), sondern es war eine Form der indirekten Herrschaft, der sich im Krieg Besiegte oder vom Krieg Bedrohte fügen mussten.
     
  8. Lexius

    Lexius Mitglied

    Das stimmt natürlich. Grade bei den Serben und Lazarevic ist das Vasallenverhältnis ja auf die Schlacht vom Amselfeld 1389 zurückzuführen wo die Serben (mehr oder weniger) unterlegen waren. Aber an einer Vernichtung der Serben war Murad (oder später Bayazid) nicht interessiert, das Hauptziel blieb Konstantinopel.
     
  9. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Vor allem in der Frühzeit des osmanischen Staates spielten türkische Glaubenskrieger - die Ghazis - eine bedeutende Rolle. Es handelte sich um turkstämmige Reiterkrieger, die an den Grenzen des Osmanischen Reichs und auf der anatolischen Hochfläche heimisch waren. Ihr höchstes Ziel war es, im Kampf für den Islam zu sterben. Die Ghazis verloren mit dem Wachsen des Osmanischen Reichs und seinem zunehmend multiethnischen Charakter an Bedeutung, sodass schließlich nur noch der osmanische Ehrentitel "Gazi" für Verdienste in einer Schlacht übrig blieb.

    Davon zu unterscheiden ist die Ghazi-These des Orientalisten Paul Wittek, nach der sich die Osmanen nicht aus einem Stammesverband gebildet hätten, sondern aus einer muslimischen Glaubensgruppe zur kämpferischen Ausbreitung des Islam.
     
  10. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Lazarevic wurde erst Vasal als Ungarn einmaschiert ist, da sein Vater Srem erobert hat und nicht gleich nach der Schlacht vom Amselfeld. Brankovic wollte ja ein Vasall von Ungarn werden, aber Milica die Mutter von Stefan setzte sich durch und schickte auch ihre Tochter in den Harem. Wenn man den Quellen glauben will sollen sowohl Stefan wie auch Olivera Lazarevic ein sehr gutes persönliches Verhältnis gehabt haben. Die Lazarevic hatten auch damals eine gewisses Unbehagen gegenüber den Ungarn, bei der Schlacht bei Nikopolis ist Lazarevic mit seiner Armee anwesend, obwohl er zum Kampf gegen Christen nicht verpflichtet gewesen ist.


    Die Schlacht von Ankara bedeutete für ihn die Unabhängigkeit und das seine direkten Konkurrenten auf den serbischen Thron aus Bosnien (Tvrtko) und Makedonien (Marko Mrnjacevic) nicht erledigt haben zeigt wahrscheinlich das seine Verluste nicht so groß waren.
     
  11. Lexius

    Lexius Mitglied

    Kann die Zusammenhänge irgendwie nicht ganz nachvollziehen.... Aber sonderlich gut kenn ich mich auch in der Balkangeschichte nicht aus.

    Waren sie auch nicht. Er konnte immerhin Bayazid 10.000 gepanzerte Reiter zur Verfügung stellen, denen die unstrukturierten und eher leicht bewaffneten Soldaten Timurs wenig entgegensetzen konnten. Lazarevic selbst ist ja auch recht schnell mit Suleiman, Bayazids ältestem Sohn, geflohen. Interessant ist der Umstand, wie schnell Lazarevic dann in Konstantinopel ankam, dort die frohe Kunde von Bayazids Niederlage verbreitete und als Held gefeiert wurde.

    @Dieter
    Die ghazi sind ja bekannt und dass es tatsächlich soetwas wie Glaubenskrieger im wortwörtlichen Sinne gab darf auch nicht abgestritten werden. Aber ich vermute jetzt einfach mal, dass sobald man Glaubenskrieger in einem größeren Verband oder unter einem Sultan/Khan/wasauchimmer vereint, das eher eine sekundäre Rolle spielt.
    Gleiches lässt sich ja auch von den Janitscharen unter Bayazid sagen, aber Einfluss hatte das in der Regel nicht. Letzten Endes konnte man sich als "Glaubenskrieger" mit recht vielen Aktionen identifizieren, sodass Bayazid (auch Timur!) keine Angst haben musste sein Handeln nicht ausreichend rechtfertigen zu können.
     
  12. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Am längsten (bis Mitte des 18. Jh.) von allen Nachfahren der goldenen Horde konnten sich die Khane der Krimtataren, als Vasallenfürsten des osmanischen Reiches halten. Sie besaßen von allen Vasallenfürsten die größte Souverenität und stellten neben der Familie Osmans die einzige weitere anerkannte Dynastie des Reiches dar.
     
  13. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Die Lazarevics wurden nicht gleich nach der Schlacht am Amselfeld Vasallen sondern erst später als Ungarn Truppen gegen ihn schickt. Also der Grund warum er ein Vasall ist, ist nicht ein Ergebnis der Schlacht.
     

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