Biturigos
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In dieser Woche machte kurzzeitig ein neuer archäologischer Fund Schlagzeilen und schaffte es sogar in die Tagesschau. Um die Aufmerksamkeit für Sensationen zu erhöhen, wurde in der Presse gleich vom Fürstengrab gesprochen, aber auch Axel Posluschny, der Forschungsleiter der Keltenwelt am Glauberg, sprach beim Fund davon, dass es „mit dieser Ausstattung zählt das Camberger "Fürstengrab" seiner Meinung nach zur "absoluten Spitze" unter den Gräbern dieser Epoche in Europa“ (Tagesschau vom 8.6.2026).
Bei der Präsentation im Biebricher Schloss in Wiesbaden durfte dann auch der Kulturstaatssekretär anwesend sein, und beim derzeitigen Sparprogramm der hessischen Landesregierung besteht für die Landesarchäologie durch den real bedeutsamen Fund eine gute Chance, mit „guten Nachrichten“ ihre Arbeitsstellen und Budgets zu legitimieren. So wird stolz das Grab mit dem anderen "zeitgleichen" hesssischen „Fürstengrab“ am Glauberg (Wetterau) in Hessen verglichen, ein Vergleich, der aus meiner Sicht landespolitisch motiviert ist: „Der Vergleich zum Keltenfürsten vom Glauberg liegt bei dem bereits bekannten Fundspektrum nahe, auch wenn die Qualität der Grabbeigaben aus Bad Camberg sich als schlichter präsentiert als auf dem Glauberg. Als Zeitgenosse des Fürsten vom Glauberg spielte der Fürst von Bad Camberg in der keltischen Geschichte unseres Landes jedoch sicher eine bedeutende Rolle.“ (08.06.2026, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur). Weiter wird darauf verwiesen, dass Wagenbestattungen in Hessen aus der Hallstatt- und Eisenzeit selten sind – nur in einem Nebensatz findet sich, zum Beispiel in der Frankfurter Rundschau, dass das neue Grab HEK II zugeordnet wird, der jüngeren Hunsrück-Eifelkultur – dummerweise ist deren Schwerpunkt im linksrheinischen Rheinland-Pfalz, die föderalen Landesgrenzen waren vor 2500 Jahren nicht vorauszusehen. Wird die Bestattung diesem Kulturkreis der Hallstatt- und frühen Eisenzeit zugeordnet, ergeben sich ganz andere Vergleichsmöglichkeiten. Die ähnlich alten Elitegräber am Glauberg waren explizit keine Wagenbestattungen! Daher zu dem, was wissenschaftlich bekannt ist, und in den qualitativen Presseberichten veröffentlicht wurde.
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Bei der Präsentation im Biebricher Schloss in Wiesbaden durfte dann auch der Kulturstaatssekretär anwesend sein, und beim derzeitigen Sparprogramm der hessischen Landesregierung besteht für die Landesarchäologie durch den real bedeutsamen Fund eine gute Chance, mit „guten Nachrichten“ ihre Arbeitsstellen und Budgets zu legitimieren. So wird stolz das Grab mit dem anderen "zeitgleichen" hesssischen „Fürstengrab“ am Glauberg (Wetterau) in Hessen verglichen, ein Vergleich, der aus meiner Sicht landespolitisch motiviert ist: „Der Vergleich zum Keltenfürsten vom Glauberg liegt bei dem bereits bekannten Fundspektrum nahe, auch wenn die Qualität der Grabbeigaben aus Bad Camberg sich als schlichter präsentiert als auf dem Glauberg. Als Zeitgenosse des Fürsten vom Glauberg spielte der Fürst von Bad Camberg in der keltischen Geschichte unseres Landes jedoch sicher eine bedeutende Rolle.“ (08.06.2026, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur). Weiter wird darauf verwiesen, dass Wagenbestattungen in Hessen aus der Hallstatt- und Eisenzeit selten sind – nur in einem Nebensatz findet sich, zum Beispiel in der Frankfurter Rundschau, dass das neue Grab HEK II zugeordnet wird, der jüngeren Hunsrück-Eifelkultur – dummerweise ist deren Schwerpunkt im linksrheinischen Rheinland-Pfalz, die föderalen Landesgrenzen waren vor 2500 Jahren nicht vorauszusehen. Wird die Bestattung diesem Kulturkreis der Hallstatt- und frühen Eisenzeit zugeordnet, ergeben sich ganz andere Vergleichsmöglichkeiten. Die ähnlich alten Elitegräber am Glauberg waren explizit keine Wagenbestattungen! Daher zu dem, was wissenschaftlich bekannt ist, und in den qualitativen Presseberichten veröffentlicht wurde.
Hessen: Archäologie: Kelten-Grab mit spektakulären Beigaben bei Bad Camberg entdeckt
Ein Bauvorhaben bei Bad Camberg, Instinkt und schieres Glück haben zu einer der größten archäologischen Entdeckungen geführt, die es in Hessen je gab: das Grab einer hochrangigen Kelten-Persönlichkeit. Spektakulär sind die ungewöhnlichen Beigaben.
hessenARCHÄOLOGIE präsentiert unbekanntes eisenzeitliches Fürstengrab
Entdeckt wurde das Grab einer hochgestellten Persönlichkeit aus der Zeit der Kelten im Zuge bauvorgreifender Untersuchungen nahe Bad Camberg.