DerNutzer
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Bei Varus 20.000 Menschen.Lager für 10 Tausend Menschen?
Ein Marschlager für drei Legionen war ~ 600m x 600m groß.
Mit soviel Manpower ist das ruckzuck baumfrei.
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Bei Varus 20.000 Menschen.Lager für 10 Tausend Menschen?
Dann stelle ich mir vor:
Varus lässt ein 600 x 600 Meter grosses Lager für 20 Tausend Menschen in einem germanischen Buchenwald des 1. Jahrhunderts errichten.
Zwischen den Buchen die verrottenen Stämme der Jahrzehnte vorher gefallenen Bäume, Buschwerk und Bodenbewuchs.
Vielleicht nasser Boden.
DerNutzer, wenn Du das glaubst, dann glaube es.
Aber mach mal einen Ausflug in ein Areal mit noch heute existierenden ähnlichem Baumbestand!
Und dann leg los, beginne das 600 x 600 Meter grosse Lager zu bauen.
Ist das wirklich zwingend ein Nachteil?Zu grosser zeitlicher Abstand zu dem Geschehen ...
Richtig. Das Problem ist: Wir haben nichts anderes. Wenn du es nicht glaubst, glaubst du es halt nicht. Du kannst aber nicht deine eigene Erzählung daraus machen. Wir müssen als Historiker mit unseren Quellen umgehen. Ohne unsere Quellen (Schriftzeugnisse, archäologische Quellen) sind wir NICHTS. Wenn wir etwas nicht glauben, was die Quellen erzählen, dann müssen wir das begründen. Die Begründung kann nicht allein darin liegen, dass die Quellen eben ein paar bis 200 Jahre nach der Schlacht verfasst wurden. Auf diesen Sachverhalt alleine beschränkt sich deine Begründung momentan aber.Historisch
Die hinterlassenen schriftlichen Zeugnisse betreffend:
Glaubenssache, kann man glauben aber muss man nicht glauben.
Nun, dann solltest du doch auch die Widersprüche in diesen Quellen beachten. Sie erzählen nämlich nicht die gleiche Geschichte. Sie erzählen zwar das gleiche Ereignis bzw. vom gleichen Ereignis, aber eben nicht dasselbe.Beteiligt Cornelius Tacitus, Lucius Annaeus Florus, Sueton, Frontinus und Velleius Paterculus.
Natürlich erzählen Historiographen eine Geschichte. Sie füllen Lücken. Sie haben Interessen, mitunter auch politische. Es wäre naiv, ihnen alles zu glauben. Sie fallen ihrerseits auf Gerüchte herein. Aber sie hatten auch einen Rahmen. Der bestand darin, dass sie für ihre Zeitgenossen glaubwürdig bleiben mussten.
...so naiv es auf den ersten Blick wirken mag: ohne unsere Quellen kein Varus, kein Arminius, keine Legionen... das vergisst man leicht, wenn man so nonchalant wie pauschalOhne unsere Quellen (Schriftzeugnisse, archäologische Quellen) sind wir NICHTS.
(vor)urteilt.Die hinterlassenen schriftlichen Zeugnisse betreffend:
Glaubenssache, kann man glauben aber muss man nicht glauben.
Zu grosser zeitlicher Abstand zu dem Geschehen und Schöpfung aus dem Hörensagen.
Nicht Geschichte, sondern Geschichten
Das ist Tacitus.Spontan fällt mir ein Marschlager des Tiberius im Heissiwald (heutiges Essen/Ruhrgebiet) ein.
Darüber wird in einer Quelle berichtet.
Laut Tacitus gab es Überlebende, die Germanicus das Schlachtfeld zeigten. Aber demnach waren die Adlerträger und Legaten alle verstorben. Von den Zenturionen werden ein paar Einzelbeispiele (Frontinus, Velleius) genannt, ob Caedi(ci)us ein Überlebender der Varusschlacht war, oder dem Lager Aliso vorstand, wissen wir nicht. Von Tribunen erfahren wir nichts.Schon vom ersten Tag an dürfte die Quellenlage dünn gewesen sein. Sehr viele Überlebende gab es nicht, was diese überhaupt berichten konnten, was sie überhaupt von der Gesamtlage mitbekommen hatten, ist unklar.
Eine Quelle ist Segestes selbst, der natürlich reichlich unglaubwürdig ist - das dürfte auch Germanicus klar gewesen sein. Tacitus lässt Segestes ja auch "jene Nacht" als Zeugin anrufen (testis illa nox) und Strabon berichtet, dass Segestes beim Triumph über seine lieben Verwandten (philtatein) ein "Ehrenplatz" auf der Tribüne zugewiesen wurde. Ich glaube, deutlicher kann man kaum machen, dass man Segestes nicht glaubte.Zum Beispiel müsste ein Bericht über die Entscheidungen des Varus aus dessen direkten Umfeld kommen - gab es Überlebende von dort?
Nur, dass sie zum "Scheibenschießen keine modernen Präzisionsgewehre hatten und die Legionäre ganz gut gerüstet waren so dass sich für die germanische Seite relativ "günstige" römische Verluste durch Einsatz von Fernwaffen wahrscheinlich in Grenzen gehalten haben werden, während Nahkampf auch massive eigene Verluste bedeuten musste.Zwischen 9 und 10 Uhr beginnt das "Scheibenschiessen" der Germanen auf den nunmehr langgestreckten und eingeengten Lindwurm.
Ihre Angriffe mal von links, mal von rechts, beidseitig und dabei in der Breite begrenzt.
Wenn die andauernd gegen die römischen Legionäre in den Nahkampf mussten, dürften die ähnlich erschöpft gewesen sein, wie die römischen Truppen.Lassen die Germanen den Lagerbau geschehen.
Warum?Sie werden angreifen bis zum Einbruch der Dämmerung.
Ist immer eine sehr schlechte Diskussionsgrundlage.Nein, jedwede andere Vorstellung ergibt keinen Sinn.
Wenn die Römer da ein Lager errichtet haben, wird das kein Schulbuchmäßiges Lager gewesen sein, sondern halt ein Provisorium.Bei Varus 20.000 Menschen.
Ein Marschlager für drei Legionen war ~ 600m x 600m groß.
Mit soviel Manpower ist das ruckzuck baumfrei.
Oh Stilicho, Du machst deinem Namensvetter dem magister utriusque militiae alle Ehre.Daraus schließe ich:
Die Römer haben in Wahrheit Rom nie verlassen.
Denn sie waren nicht in der Lage, Römerlager zu errichten.
Das, was wir da gelegentlich finden, sind Deepfakes der Archäologen, um deren Arbeitsplätze zu sichern.
Allerdings gehe ich davon aus, daß das erste Lager aufgeschlagen wurde, als es bewaldet wurde und sich die Umgebung änderte..Fehler #2: es wird unterstellt, dass das erste Lager nach dem ersten Schlachttag errichtet wurde. Dafür spricht allerdings nichts.
Du vermischst schon wieder Tacitus und Cassius Dio.Allerdings gehe ich davon aus, daß das erste Lager aufgeschlagen wurde, als es bewaldet wurde und sich die Umgebung änderte..
Dio 56,19...und griffen,...,den Feldherrn selber an,der sich bereits inmitten undurhdringlicher Wälder befand.
Aus der Textstelle geht allerdings nicht eindeutig hervor,daß nicht schon vor Ende des 1. Tages Feindseligkeiten stattfanden.
Du tust ja so als wäre über die Varusschlacht nur das geschrieben worden was bis heute überdauert hat. Erhalten ist aber nur ein winziger Bruchteil der antiken Literatur.Die hinterlassenen schriftlichen Zeugnisse betreffend:
Glaubenssache, kann man glauben aber muss man nicht glauben.
Zu grosser zeitlicher Abstand zu dem Geschehen und Schöpfung aus dem Hörensagen.
Nicht Geschichte, sondern Geschichten.
Da muss man unterscheiden: Varus wurde angekreidet, Germanien wie eine bereits befriedete Provinz behandelt zu haben, den falschen Leuten vertraut zu haben, wie im Frieden marschiert zu sein etc. Diese Schuldzuweisung sagt aber nichts über den Schlachtverlauf an sich aus.Letzterer ist der eine und einzige zu dessen Lebzeiten sich die Causa Varus abspielte und was hinterliess er uns:
Er macht den Feldherrn Quintilius Varus zum Hauptverantwortlichen.
Er beschreibt nur kurz, dass die Römer durch eine List in Wälder und Sümpfe gelockt und dort getötet wurden.
Seine Darstellung schützt seinen Förderer Tiberius und schiebt Varus die alleinige Schuld zu.
Also auch bei Paterculus "Nicht Geschichte, sondern Geschichten"!
Für ein "Waldlager" gilt dasselbe, wie für jedes andere Lager: Auf die Größe kommt es an. Sicher wird ein Lager unter Gefechtsbedingungen nicht ein Ideallager gewesen sein: mit Abstand zwischen Zelten und Wall. wie beim Ideallager á la Polybios, damit möglichst keine Geschosse die Zelte erreichten, dürfen wir vermutlich nicht rechnen. Vielleicht nicht einmal damit, dass jedes Contubernium sein Zelt aufstellen konnte.Ob unhistorisch oder nicht: wenn Dio von einem Lager spricht, kann ich es auch nicht ignorieren.
Wenn ich dann Dio weiter folge, hat westfale einen Punkt: wieviel 1000 passen in ein Waldlager?Jeder von uns hat Vorstellung, was ein Wald ist;lichte Buchenwälder, dicht stehende Bäume.
Die Frage weckt Zweifel,aber diese Zweifel durchziehen ganz Varus.
Nochmal:DerNutzer, wenn Du das glaubst, dann glaube es.
Aber mach mal einen Ausflug in ein Areal mit noch heute existierenden ähnlichem Baumbestand!
Und dann leg los, beginne das 600 x 600 Meter grosse Lager zu bauen.
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