tegula
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Aus aktuellem Anlass habe ich mich mit dem Aufstieg der NSDAP in den letzten Jahren der Weimarer Repubik aueinandergesetzt:
Bei den Kontroversen geht häufig unter, dass die NSDAP zunächst nicht gesamtdeutsch an die Macht gekommen ist. Es gab eine Vorgeschichte, die über Thüringen und Anhalt schließlich nach Berlin führte. In Thüringen wurde die SPD bei der Wahl vom 8. Dezember 1929 mit deutlichem Abstand stärkste Partei (32,3 %). Die Regierungsbildung gestaltete sich allerdings schwierig, da die Partei keine entsprechenden Mehrheiten bilden konnte. So fanden sich im Januar 1930 einige bürgerlich-konservative Parteien unter der Führung von Erwin Baum vom Thüringer Landbund zusammen. Um eine Regierung zu bilden, nahm man trotz Bedenken – insbesondere bei der DVP – nicht die SPD, sondern die NSDAP mit ins Koalitionsboot, die mit 11,3 % immerhin knapp die drittstärkste Fraktion stellte. Adolf Hitler beteiligte sich persönlich an den Koalitionsverhandlungen. Welche Bedeutung Thüringen inzwischen für die Selbstdarstellung der NSDAP besaß, zeigte auch der große Aufmarsch am 12. Oktober 1930 in Weimar. Hitler nahm als Redner und Anführer auf einem Wagen stehend die Parade ab.
Wilhelm Frick sollte fortan das Amt des Staatsministers für Inneres und Volksbildung bekleiden, und Willy Marschler wurde zum Staatsrat für Weimar gewählt. Letzterer wurde 1932 thüringischer Finanz- und Wirtschaftsminister und 1933 Ministerpräsident. Damit hatten die Nationalsozialisten zum ersten Mal direkten Zugriff auf Polizei, Beamtenwesen und Schulpolitik – Schlüsselstellungen für den Umbau von Staat und Gesellschaft. Innenminister Frick, verurteilter Hitler-Putschist von 1923, setzte konsequent die nationalsozialistische Säuberungs- und Personalpolitik in der thüringischen Verwaltung um. Polizeiführer wurden ausgetauscht, bekannte Sozialdemokraten und Kommunisten aus dem Dienst entfernt. Im Bildungsministerium wurden Lehrpläne angepasst und nationalistische Inhalte gefördert. Nicht zuletzt aufgrund seiner Verdienste um die NSDAP wurde Frick im Januar 1933 zum Reichsminister des Innern im Kabinett Hitler ernannt.
Was in Thüringen 1930 mit der Beteiligung einer noch vergleichsweise kleinen NSDAP begonnen hatte, erreichte im Freistaat Anhalt zwei Jahre später die nächste Stufe: Nun stellte sie selbst den Regierungschef. Bereits 1928 war die rechtspopulistische Partei im Landtag vertreten. Die Wirren der Weltwirtschaftskrise mit ihren finanziellen, ökonomischen und sozialen Unsicherheiten förderten in dem kleinen Land mit einem hohen Anteil an Arbeitern und einer hohen Arbeitslosenquote leicht Radikalisierungen. Noch vor dem Schlüsseljahr 1933 konnten die Nationalsozialisten hier erstmals die Führung einer deutschen Landesregierung übernehmen. Am 21. Mai 1932 wurde Alfred Freyberg, der sich später auch als SS-Gruppenführer dem NS-Staat andiente, zum Ministerpräsidenten gewählt. Mit 40,9 Prozent und 15 von 36 Mandaten wurde die NSDAP mit Abstand stärkste Kraft, blieb aber auf Unterstützung aus dem traditionellen rechten Lager – in diesem Fall unter anderem die DNVP – angewiesen.
Zu meinem gesamten Artikel: Der Aufstieg der NSDAP in Thüringen und Anhalt
Bei den Kontroversen geht häufig unter, dass die NSDAP zunächst nicht gesamtdeutsch an die Macht gekommen ist. Es gab eine Vorgeschichte, die über Thüringen und Anhalt schließlich nach Berlin führte. In Thüringen wurde die SPD bei der Wahl vom 8. Dezember 1929 mit deutlichem Abstand stärkste Partei (32,3 %). Die Regierungsbildung gestaltete sich allerdings schwierig, da die Partei keine entsprechenden Mehrheiten bilden konnte. So fanden sich im Januar 1930 einige bürgerlich-konservative Parteien unter der Führung von Erwin Baum vom Thüringer Landbund zusammen. Um eine Regierung zu bilden, nahm man trotz Bedenken – insbesondere bei der DVP – nicht die SPD, sondern die NSDAP mit ins Koalitionsboot, die mit 11,3 % immerhin knapp die drittstärkste Fraktion stellte. Adolf Hitler beteiligte sich persönlich an den Koalitionsverhandlungen. Welche Bedeutung Thüringen inzwischen für die Selbstdarstellung der NSDAP besaß, zeigte auch der große Aufmarsch am 12. Oktober 1930 in Weimar. Hitler nahm als Redner und Anführer auf einem Wagen stehend die Parade ab.
Wilhelm Frick sollte fortan das Amt des Staatsministers für Inneres und Volksbildung bekleiden, und Willy Marschler wurde zum Staatsrat für Weimar gewählt. Letzterer wurde 1932 thüringischer Finanz- und Wirtschaftsminister und 1933 Ministerpräsident. Damit hatten die Nationalsozialisten zum ersten Mal direkten Zugriff auf Polizei, Beamtenwesen und Schulpolitik – Schlüsselstellungen für den Umbau von Staat und Gesellschaft. Innenminister Frick, verurteilter Hitler-Putschist von 1923, setzte konsequent die nationalsozialistische Säuberungs- und Personalpolitik in der thüringischen Verwaltung um. Polizeiführer wurden ausgetauscht, bekannte Sozialdemokraten und Kommunisten aus dem Dienst entfernt. Im Bildungsministerium wurden Lehrpläne angepasst und nationalistische Inhalte gefördert. Nicht zuletzt aufgrund seiner Verdienste um die NSDAP wurde Frick im Januar 1933 zum Reichsminister des Innern im Kabinett Hitler ernannt.
Was in Thüringen 1930 mit der Beteiligung einer noch vergleichsweise kleinen NSDAP begonnen hatte, erreichte im Freistaat Anhalt zwei Jahre später die nächste Stufe: Nun stellte sie selbst den Regierungschef. Bereits 1928 war die rechtspopulistische Partei im Landtag vertreten. Die Wirren der Weltwirtschaftskrise mit ihren finanziellen, ökonomischen und sozialen Unsicherheiten förderten in dem kleinen Land mit einem hohen Anteil an Arbeitern und einer hohen Arbeitslosenquote leicht Radikalisierungen. Noch vor dem Schlüsseljahr 1933 konnten die Nationalsozialisten hier erstmals die Führung einer deutschen Landesregierung übernehmen. Am 21. Mai 1932 wurde Alfred Freyberg, der sich später auch als SS-Gruppenführer dem NS-Staat andiente, zum Ministerpräsidenten gewählt. Mit 40,9 Prozent und 15 von 36 Mandaten wurde die NSDAP mit Abstand stärkste Kraft, blieb aber auf Unterstützung aus dem traditionellen rechten Lager – in diesem Fall unter anderem die DNVP – angewiesen.
Zu meinem gesamten Artikel: Der Aufstieg der NSDAP in Thüringen und Anhalt