Stilicho
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Der norwegische Archäologe Frans-Arne Stylegar hat eine These zu dem Ergebnis verschiedener Ausgrabungen entwickelt. Entlang der norwegischen Südwestküste finden Ausgräber Bootshäuser. Diese Häuser können Booten von bis zu 40 Meter Länge aufnehmen. Es gibt auch Fundstätten bei welchen mehrere diese Bootshäuser aufgereiht waren. Zeitlich fallen diese in einem Zeitraum von 180 uZ bis 540 uZ. Stylegar ist die Ähnlichkeit mit militärischen Bootshäusern im römischen Imperium aufgefallen. Stylegar vermutet, dass germanische Söldner solche Anlagen in römischen Diensten kennengelernt und diese dann in Skandinavien nachgebaut hätten. Dann stellt er sich die Frage, was machten die Germanen in Norwegen mit diesen Bootshäusern. Er vermutet, dass von dort aus Orte in Großbritannien und der gegenüberliegende Küste am Ärmelkanal überfallen wurden. In der römischen Literatur habe man diese Angreifer als Sachsen dokumentiert. Dies wäre aber kein geographischer beziehungsweise ethnischer Begriff, sondern einfach eine Beschreibung von Kriegern, welche einen Sax benutzt haben. Demnach sind die vermeintlichen Sachsen in Wirklichkeit "Norweger" gewesen.
The Vikings’ ancestors may have raided the North Sea coasts as early as the 3rd century
Für mich stellt sich außerdem folgende Frage:
Wenn die Sachsen, die in der Spätantike Britannien und Nordgallien heimsuchten, in Wahrheit aus Norwegen stammten, wieso stellten die Norweger ihre Plünderungsfahrten dann zwischen dem 6. und dem späten 8. Jhdt. ein? Es war ja nicht so, dass die Kleinstaaten in Britannien unbedingt widerstandsfähiger gewesen wären als die römischen Provinzen zumindest noch im 3./4. Jhdt.
Wenn man hingegen traditionell davon ausgeht, dass die sächsischen Plünderer aus Kontinentaleuropa kamen, dann gingen eben die Plünderungen in Landnahmen über.
Aus einem früheren Thread:
Was wissen wir eigentlich tatsächlich über den Nordwestdeutschen Raum in der Zeit der Spätantike bis zum Frühmittelalter?
Ein sächsisches Volk taucht erst zur Karolingerzeit auf. Vorher bezieht sich die Bezeichnung Saxones immer auf Piraten und Räuberbanden in Nordgallien oder Britannien.
Friesen werden nur direkt an der Küste gesehen ?!, Franken weiter im Westen bzw. Süden.
Dabei scheint Soest schon früh eine größere Rolle gespielt zu haben, ein Ödland war die Gegend sicher nicht.
Mein zitierter Beitrag ist von 2012.
Wir kennen den "Litus Saxonicum" an der Kanalküste, aus dem 3. und 4. Jahrhundert. Da geht es um seefahrende Piraten.
Danach finden wir "Saxones" als Siedler in England, als Mitbegründer der angelsächsischen Reiche.
Und in Nord- und Mitteldeutschland? Was haben wir dort vor der Karolingerzeit?