Deutschschweizer wollen nicht hören, dass sie alemannisch sprechen

"Deutschschweizer wollen nicht hören, dass sie alemannisch sprechen." - Das ist ein Begriff der im Schweizer Alltag keine Rolle spielt, einem Schweizer kein Stück weiterhilft.
 
Warum hast Du ausgerechnet bei den Schweizern ein Problem?
Die Sprecher alemannischer Dialekte im Elsass, in Vorarlberg, Liechtenstein, Bayern und Württemberg bezeichnen ihre Mundarten auch nicht als "Alemannisch".
 
Als Bezeichnung für alle westoberdeutschen Dialekte setzte sich "Alemannisch" ohnehin erst im 19. Jh. durch - zweifellos auch ein Bezug auf die Völkerwanderungszeit, in welcher man damals die Entstehung der "deutschen Stämme" verortete. Man hätte vor Ort die traditionelle Bezeichnung des jeweils eigenen Dialekts also geradezu bewusst ändern müssen.
 
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Ich nehme aber an, dass es vor dem 19. Jhdt. überhaupt keine sprachwissenschaftlichen Bezeichnungen für die einzelnen Dialekte und keine sprachwissenschaftlichen Kategorisierungen gab.
 
Ich nehme aber an, dass es vor dem 19. Jhdt. überhaupt keine sprachwissenschaftlichen Bezeichnungen für die einzelnen Dialekte und keine sprachwissenschaftlichen Kategorisierungen gab.
Es ist denkbar, dass einzelne Dialekte schon so bezeichnet wurden, wie sie heute bezeichnet werden (ich weiß es nicht). Etwa bairisch, fränkisch, sächsisch, rheinisch, thüringisch, westfälisch, schwäbisch, badensisch (gleich steigt mir ein Badenser auf den Kopp!). Anderes wie alemannisch oder ripuarisch dürften daher eher gelehrte Worte sein und kaum in der Volkssprache/Eigenbezeichnung vorgekommen.
 
wenn ich Gemini frage "warum heißt es Schweizerdeutsch und nicht alemannisch?" kommt die Antwort:

  • Sprachwissenschaftliche Einordnung: Linguistisch gesehen gehört das Schweizerdeutsche zum Hochalemannischen und Höchstalemannischen, die wiederum Hauptzweige des Alemannischen sind. Zum Alemannischen zählen historisch und dialektologisch auch die Mundarten im Süden Baden-Württembergs, im westlichen Bayerisch-Schwaben, im Elsass (Elsässisch), in Vorarlberg und in Liechtenstein.
  • Politische und nationale Identität: Die Schweiz bildet einen eigenen souveränen Staat. Da Sprache ein starkes identitätsstiftendes Merkmal ist, hat sich für die Gesamtheit der in der Schweiz gesprochenen Dialekte der Begriff Schweizerdeutsch etabliert. Er grenzt die Sprachform national von den anderen deutschsprachigen Ländern (Deutschland und Österreich) ab.
  • Innere Vielfalt: In der Schweiz gibt es kein einheitliches „Schweizerdeutsch“, sondern eine enorme Vielfalt an Kantonal- und Taldialekten (wie Berndeutsch, Züritüütsch oder Walliserdetsch). Der Begriff Schweizerdeutsch dient dabei als praktischer Sammelbegriff nach außen, während nach innen die lokale Mundart zählt.
  • Wahrnehmung in Deutschland: Der Begriff Alemannisch wird in Deutschland meist nur in der regionalen Sprach- und Kulturwissenschaft oder im Südwesten (Badnerland) aktiv verwendet. Für die breite Bevölkerung in anderen Teilen Deutschlands ist die Bezeichnung Schweizerdeutsch schlicht geläufiger, weil sie direkt mit dem Nachbarland verknüpft wird.
 
Als Bezeichnung für alle westoberdeutschen Dialekte setzte sich "Alemannisch" ohnehin erst im 19. Jh. durch - zweifellos auch ein Bezug auf die Völkerwanderungszeit, in welcher man damals die Entstehung der "deutschen Stämme" verortete. Man hätte vor Ort die traditionelle Bezeichnung des jeweils eigenen Dialekts also geradezu bewusst ändern müssen.
Johann Peter Hebel hat den Begriff Alemannisch mit seinen Gedichten wieder-erweckt.
 
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