Die Ägypter und das Kokain/der Tabak

Um welche Drogen handelte es sich denn zum Beispiel?
Aus dem stehgreif fallen mir jetzt nur Opium und Morphium (usw.) ein...

Mit dem was ich so gelesen habe, kann es allerdings durchaus sein, dass es der ein oder andere Pharao ein wenig zu bunt mit seinen Festen getrieben hat und dadurch an die Drogenabhängigkeit herangekommen ist. Eine andere möglichkeit wäre außerdem, dass der betreffende Pharao sehr kränklich gewesen ist und deshalb in Behandlung war. Um zu betäuben wurde nähmlich Opium und (oder?) Morphium benutzt. Ergo:
Bei zu vielen Behandlungen und Betäubungen lag die Wahrscheinlichkeit abhängig zu werden recht hoch....
 
Um welche Drogen handelte es sich denn zum Beispiel?
Aus dem stehgreif fallen mir jetzt nur Opium und Morphium (usw.) ein...

Mit dem was ich so gelesen habe, kann es allerdings durchaus sein, dass es der ein oder andere Pharao ein wenig zu bunt mit seinen Festen getrieben hat und dadurch an die Drogenabhängigkeit herangekommen ist. Eine andere möglichkeit wäre außerdem, dass der betreffende Pharao sehr kränklich gewesen ist und deshalb in Behandlung war. Um zu betäuben wurde nähmlich Opium und (oder?) Morphium benutzt. Ergo:
Bei zu vielen Behandlungen und Betäubungen lag die Wahrscheinlichkeit abhängig zu werden recht hoch....

Der Gebrauch von Drogen zu rituellen, hedonistischen und medizinischen Zwecken ist so alt wie die Menschheit. Das Niveau ägyptischer Ärzte war sehr hoch, und der Gebrauch von Drogen schlägt sich bereits in der Ilias und Odyssee nieder.

Beim Besuch des Telemachos, Odysseus Sohn in Sparta bei Menelaos und Helena gerät der Gastgeber ins Schwärmen von seinem Ägyptenbesuch wie ein deutscher Kiffer, der zum ersten Mal niederländische Coffeeshop- Kultur erlebt.

In Ägypten sei jeder ein Arzt, versichert Menelaos, der von seinem Trip das "pharmakon Nepenthes" mitgebracht hat, von dem Helena Telemachos eine Kostprobe in den wein mischt.

"Da rinnt dir keine Tränen die Wangen herunter, und sind dir auch Vater und Mutter gestorben.


Homer erwähnt darüber die Lotusfrucht, die die Reisenden die Heimkehr vergessen läßt oder das Kraut Molys, das Hermes dem Odysseus gibt, der sich damit gegen Kirkes Zauberei wehrt.

Herodot beschreibt als Kuriosum, dass die Skythen sich mit einer Cannabissauna vergnügen.
 
Um welche Drogen handelte es sich denn zum Beispiel?
Aus dem stehgreif fallen mir jetzt nur Opium und Morphium (usw.) ein...

Mit dem was ich so gelesen habe, kann es allerdings durchaus sein, dass es der ein oder andere Pharao ein wenig zu bunt mit seinen Festen getrieben hat und dadurch an die Drogenabhängigkeit herangekommen ist. Eine andere möglichkeit wäre außerdem, dass der betreffende Pharao sehr kränklich gewesen ist und deshalb in Behandlung war. Um zu betäuben wurde nähmlich Opium und (oder?) Morphium benutzt. Ergo:
Bei zu vielen Behandlungen und Betäubungen lag die Wahrscheinlichkeit abhängig zu werden recht hoch....


Morphin ist das Hauptalkaloid des Opiums. Das aber ist erst 1804 zum erstenmal chemisch isoliert worden und stand daher den Pharaonen kaum zur Verfügung.
 
... Opium ... Eine andere möglichkeit wäre außerdem, dass der betreffende Pharao sehr kränklich gewesen ist und deshalb in Behandlung war. Um zu betäuben wurde nähmlich Opium und (oder?) Morphium benutzt. ...
Kannst Du bitte Belege für eine Verwendung von Opium im Alten Ägypten nennen ?!?

Lutz
 
Die Quellen sind meines Erachtens beide nicht sonderlich gut. Wir sollten versuchen, am Material zu bleiben und klare Beobachtungen festzustellen.
Es scheint fest zu stehen, dass die Ägypter verschiedene Arten von Drogen kannten und sie auch, scheinbar besonders in höheren Kreisen, umfangreich konsumierten. Ob sie damit nur Krankheiten behandelten, kann ich nicht sagen, würde ich jedoch wegen des Umfangs der Anteile im Blut bzw. Knochen/Haar nicht annehmen.
Wir werden uns die meisten Pharaonen als Drogenkonsumenten, nicht nur harmlose "Kiffer", vorstellen müssen. Macht das für die Ägyptologen eigentlich einen Unterschied?
Ausserdem empfiehlt es sich in diesem Thread, erstmal die Links von Muspilli zu lesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Gebrauch von Drogen zu rituellen, hedonistischen und medizinischen Zwecken ist so alt wie die Menschheit. Das Niveau ägyptischer Ärzte war sehr hoch, und der Gebrauch von Drogen schlägt sich bereits in der Ilias und Odyssee nieder.
Der Gebrauch dürfte in verschiedenen Regionen schon erheblich länger verbreitet gewesen sein. Drogen spielen eine grosse Rolle in der mehrheitlich schamanistisch geprägten Geisteswelt der Mittel- und Jungsteinzeit. Selbst wenn man die Illias, wofür ich plädieren würde, bis in die Bronzezeit hinein verlängert, gibt es noch ältere Belege.

"Da rinnt dir keine Tränen die Wangen herunter, und sind dir auch Vater und Mutter gestorben.
Das zeigt deutlich, dass beim Konsum der euphorische Zustand in Gesellschaft im Mittelpunkt stand. Bei den Skythen hiess es, das Rauchen von Cannabis würde den Krieger schmerzunempfindlich und unsterblich werden lassen.

Herodot beschreibt als Kuriosum, dass die Skythen sich mit einer Cannabissauna vergnügen.
Das ist meine Lieblingsstelle bei Herodot. Er hat aber selbst nicht konsumiert und das Verfahren nicht verstanden, er schreibt nämlich, dass die Skythen so "froh darüber waren, dass sie endlich sauber waren, dass sie lachend und tanzend durch die Strassen liefen". Sollte man mal gelesen haben.
:friends:
 
Narhara

... Opium ... Eine andere möglichkeit wäre außerdem, dass der betreffende Pharao sehr kränklich gewesen ist und deshalb in Behandlung war. Um zu betäuben wurde nähmlich Opium und (oder?) Morphium benutzt. ...
Drogen, Sucht und Hilfe... Über neue ... - Google Books

"Von Mesopotamien aus breitete sich das Opium über Ägypten aus ..."
1000BC soll es schon weit verbreitet gewesen sein ... ist diese Quelle ok?...

Nein (... und das nicht nur weil sie einen islamischen Raum für 1000 v.u.Z. impliziert ... :pfeif: ).

Wer eine solch absolute Aussage trifft sollte halbwegs zeitgenössische Belege aus dem Alten Ägypten vorlegen können (Funde, Texte, etc.). Ansonsten kann man soetwas erfahrungsgemäß in der Regel sehr schnell in die Tonne hauen ... :nono:

Lutz
 
Wie kommt denn Kokain in die Mumien? Weil da steht ja, was mir auch gleich so auffiel, dass das südamerikanische Pflanzen sind... :grübel:und damit kann es die doch nicht in Ägypten gegeben haben, oder wird in Afrika auch Kokain angebaut? Cannabis ist ja bekannt, wird ja z.B. heute auch in Afghanistan angebaut, wenn ich das nicht verwechsle...
Gibts denn irgendwelche seriösen Quellen zu dieser Mumienuntersuchung? Wurde da wirklich Kokain und Nikotin gefunden?
Ehrlich gesagt, das mit den Römern liest sich auch alles ganz "passend" aber naja, man muss ja immer erst alles beweisen... sonst kann man sicher auch eine andere Erklärung finden, warum z.B. Nero so war (was ja auch noch fraglich ist...). Jedenfalls sind so manche Erklärungen durch Drogenkonsum echt lustig... jetzt soll die Kleopatra also alle mit Drogen vollgepumpt haben... ja, doch, da wird ja einiges klar... :D
 
Wie kommt denn Kokain in die Mumien? Weil da steht ja, was mir auch gleich so auffiel, dass das südamerikanische Pflanzen sind... :grübel:und damit kann es die doch nicht in Ägypten gegeben haben, oder wird in Afrika auch Kokain angebaut? Cannabis ist ja bekannt, wird ja z.B. heute auch in Afghanistan angebaut, wenn ich das nicht verwechsle...
Gibts denn irgendwelche seriösen Quellen zu dieser Mumienuntersuchung? Wurde da wirklich Kokain und Nikotin gefunden?


Irgendwo in diesem oder einem anderen Thread wurde das diskutiert.
Hanf = Cannabis und Mohn als Ausgangspflanze von Morphium und Heroin waren in Eurasien/Afrika schon im Neolithikum bekannte und nachgewiesene Pflanzen. Nikotin kommt in Spuren auch in Auberginen und anderen Gemüsepflanzen vor, weil es ein Fraßabwehrstoff ist, der die Pflanze schützt.
Was man nun genau in welchem Pharao gefunden hat, weiß ich nicht mehr.
War das wirklich Kokain?
 
Wäre Kath eine Möglichkeit ?
Halte ich für sehr unwahrscheinlich. Kath kann nirgendwo in Ägypten angebaut werden - bekannt sind Äthiopien und der Jemen als Anbaugebiete. (Kat braucht die gleichen Bedingungen wie Kaffee.) Da die Kat nur in frischer Form wirksam ist und die Entfernung mit den damaligen Transportmethoden nicht schnell genug zurückgelegt werden konnte, kann ich mir nicht vorstellen, daß man in Ägypten wirksames Kat importieren konnte.
 
Irgendwo in diesem oder einem anderen Thread wurde das diskutiert.
Hanf = Cannabis und Mohn als Ausgangspflanze von Morphium und Heroin waren in Eurasien/Afrika schon im Neolithikum bekannte und nachgewiesene Pflanzen. Nikotin kommt in Spuren auch in Auberginen und anderen Gemüsepflanzen vor, weil es ein Fraßabwehrstoff ist, der die Pflanze schützt.
Was man nun genau in welchem Pharao gefunden hat, weiß ich nicht mehr.
War das wirklich Kokain?

In dem Link, den Muspilli gepostet hat, steht, dass Mumien untersucht wurden und die Wissenschaftlerin ihren Augen nicht trauen konnte, als sie Kokain entdeckt hat, weil es das nur in Südamerika gab. Und mich würde halt interessieren, ob man die "Messung" die da durchgeführt wurde, irgendwo anhand einer seriösen Quelle nachprüfen kann. Der Artikel ist ja eher populärwissenschaftlich, aber wenn wirklich Kokain gefunden wurde, wäre das ja ein Grund, ein kleines bisschen das Wort "spektakulär" zu gebrauchen, oder? Weil wie kommt das denn da hin? ;) (vielleicht haben die Phönizier doch Amerika entdeckt... :red::D)
 
Da das Thema wiederbelebt wurde, kann ich noch Pituri anhängen.
Ebenfalls ein Nachtschattengewächs, dass sogar mehr Nikotin enthalten soll als der amerikanische Tabak. Pituri wurde von den Altaustraliern verwendet und in besonders verzierten Taschen transportiert.
Pituri - Duboisia hopwoodii

Mit den ägyptischen Mumien besteht aber kein Zusammenhang, nur der Vollständigheit halber, weil im Thread auch über die Inhaltsstoffe nicht- amerikanischer Pflanzen diskutiert wurde, soweit ich mich erinnere, habe auch nicht den ganzen Thread nochmal gelesen.
 
Und des Rätsels Lösung ist einfach. Im 19. Jahrhundert hatten Archäologen einen UNGEZIEFERBEFALL der Mumie Ramses II mit TABAKLAUGE behandelt. Das ist alles.
 
First Identification of Drugs in Egyptian Mummies

Ich bin gestern auf folgenden Beitrag aus "Entheogene" [Nr. 5, S. 33-34. (1995)] gestoßen:

"Verrückte Tatsachen

Ein Korrespondent schickte mir die Fotokopie eines Artikels, der im Deutschen Journal für Naturwissenschaften, 79 (1992) veröffentlicht worden war. „Der erstmalige Nachweis von Drogen in Ägyptischen Mumien," (S. Balabanova, et al. Institut für Anthropologie und Humangenetik der Universität, W-8000 München,BRD), beschreibt, wie Kokain, Haschisch und Nikotin in Haar, Weichteilen und den Knochen von sieben mumifizierten Köpfen entdeckt wurden, welche zwischen 1070 v.Chr. bis 395 v.Chr. begraben wurden. Da Kokain und Nikotin beides Substanzen sind, die nur in neuweltlichen Pflanzen gefunden worden sind, sind diese Tatsachen außergewöhnlich seltsam. Entweder wurden die Proben kontaminiert (obwohl der Artikel den Eindruck erweckt, daß kompeente wissenschaftliche Methoden angewandt wurden), oder die Ägypter kannten Koka und Tabakpflanze. Mir ist klar, dass Kokainspuren auf den meisten 100-Dollar-Banknoten gefunden werden können, aber das ist nichts im Vergleich zu 2900 Jahre alten Mumien.
[Man überdenke das einmal.- Jim DeKorne]"


Im Anschluss daran habe ich u.a. die Beiträge hier im Forum gelesen, welche es als Zeitungsente abtun, sowie einen Beitrag, welcher sich zu den Arbeiten von Balabanova äußert.

Der im Magazin beschriebene Artikel von S. Balabanova, F. Parsche and W. Pirsig: "First Identification of Drugs in Egyptian Mummies" in: Naturwissenschaften. Vol. 79 Nr.8,p. 358 (1992) ist jedenfalls unter folgenden Links einzusehen:

[1] First identification of drugs in Egyptian mummies | DeepDyve

[2] S. Balabanova et all.(1992) First Identification of Drugs in Egyptian Mummies (Naturwissenschaften Vol. 79 Nr. 8, p.358)

In einem der "Briefe an die Herausgeber"legt G. Hertting in Naturwissenschaften Vol. 80 Nr. 6, p-243 (1993) seine Sicht der Dinge dar:

[3] First identification of drugs in Egyptian mummies | DeepDyve

[4] G Hertting (1993) Responding to - First Identification of Drugs in Egypt Mummies (Naturwissenschaften Vol. 80 Nr. 6, p. 243)

Bezüglich der Reputation von Dr. Svetla Balabanova (damals in der Rechtsmedizin, Universität Ulm) möchte ich nur auf einen der Forschungsschwerpunkte hinweisen: Bestimmung von Drogen und Medikamenten im menschlichen Haar mittels Radioimmunoassay

[5] S. Balabanova | DeepDyve

Jeder mache sich doch sein eigenes Bild von der Sachlage. :fs:
 
beschreibt, wie Kokain, Haschisch und Nikotin in Haar, Weichteilen und den Knochen von sieben mumifizierten Köpfen entdeckt wurden, welche zwischen 1070 v.Chr. bis 395 v.Chr. begraben wurden.

mich würde da interessieren, was ich bei mumifizierten Köpfen unter Weichteilen verstehen kann? Das Hirn wohl weniger, da meist entfernt. Ausser es wurde nicht immer entfernt. Dann fiele mir nur noch die Haut ein....
 
Hallo

@Pharmacologica

Ist das nicht jene Forscherin, die Mumien untersucht hat, die dummerweise am Ende des 19.Jh. oder Anfang des 20.Jh. zwecks Konservierung und Bakterienabtötung mit nikotinhaltigen Lösungen behandelt wurden ?:(

Insofern ist diese Aussage auf eine realen Nutzung dieser Pflanzen für diesen Zeitraum und diese Region gleich Null:D

mfg
schwedenmann
 
Zurück
Oben