Die Britischen Streitkräfte zur Zeit der Zulu Kriege

Vereinzelt wird man gezogene Gewehre in der Zeit sicherlich auch in den Kolonien angetroffen haben, aber stellt man jetzt die gesamt Ausrüstung der Truppe darauf ein, dass aus 1.000 Gegnern vielleicht ne Hand voll solche Waffen haben?
Nein, wenn man in London sitz, wie die britische Heeresleitung; beweisbar durch den Fakt, dass die Einführung der Kakhi-Uniformen noch über ein Jahrzehnt gedauert hat.

Ja, wenn du der Soldat bist, der im Zweifelsfalle die Kugel in den Kopf bekommst, und die Möglichkeit hast, das auf eigene Faust zu ändern; beweisbar ua durch die von Naresuan zitierte Stelle.

Beim Helm könnte ich das als Tarnung nachvollziehen, wenn man irgendwo in Deckung leigt und den Kopf rausstrecken möchte.
Aber beim Gürtel und anderen Uniformteilen wo direkt drum rum die rote Uniform ist, erscheint mir das nicht wirklich sinnvoll.
Bei schlechten Lichtverhältnissen verschwimmt auch rot recht schnell mit der Umgebung. Weißes Lederzeug hebt sich da deutlich ab, selbst bei Dämmerung oder Laternenlicht.

P.S.: Auch würd ich hier weniger in Richtung des Szenarios "Isandlwana" denken, sondern mehr an Kleinkrieg und Polizeiaktionen.
 
In dem Falle ist aber die Einführung des Hinterladers ( zuerst Zündnadel, dann Patrone), vor allen bei den späteren kolonialen Eroberungen, der wichtigere Punkt.
Aber die waren ja um so mehr in der kolonialen Sphäre eher nicht als Standartbewaffnung vorhanden.

Allein die Kosten durch den Munitionsverbrauch waren ja noch für die Österreicher um 1860 herum, ein Argument auf Hinterlader zu verzichten und vorerst beim Lorenz-Gewehr und den altbewährten Kampftaktiken zu bleiben, bis sich das 1866/1867 dann rächte.

Wenn dass in den 1860er Jahren für Wien noch ein finanzieller Kraftakt war, obwohl nach wie vor eine veritable Großmacht und auch wirtschaftlich im Prozess der Industrialisierung angekommen, wird es knapp 20 Jahre danach die meisten außereuropäischen Potentaten schlicht nicht möglich gewesen sein, dass im großen Stil anzuschaffen.

In Japan und im Osmanischen Reich mag es möglich gewesen sein, aber außerhalb davon?

Nein, wenn man in London sitz, wie die britische Heeresleitung; beweisbar durch den Fakt, dass die Einführung der Kakhi-Uniformen noch über ein Jahrzehnt gedauert hat.
Naja, da waren die Briten ja nicht die Einzigen. Die Franzosen rannten ja 1914 noch mit blauen Uniformen und blank polierten Helmen in die Offensiven des 1. Weltkriegs. Mit den bekannten verheerenden Folgen in den ersten Monaten.

Ja, wenn du der Soldat bist, der im Zweifelsfalle die Kugel in den Kopf bekommst, und die Möglichkeit hast, das auf eigene Faust zu ändern; beweisbar ua durch die von Naresuan zitierte Stelle.
Wie gesagt, beim Helm erscheint mit das noch einsichtig. beim Gürtel eher nicht.

P.S.: Auch würd ich hier weniger in Richtung des Szenarios "Isandlwana" denken, sondern mehr an Kleinkrieg und Polizeiaktionen.
In den Kolonien insgesamt sicherlich.
 
Aber die waren ja um so mehr in der kolonialen Sphäre eher nicht als Standartbewaffnung vorhanden.

Allein die Kosten durch den Munitionsverbrauch waren ja noch für die Österreicher um 1860 herum, ein Argument auf Hinterlader zu verzichten und vorerst beim Lorenz-Gewehr und den altbewährten Kampftaktiken zu bleiben, bis sich das 1866/1867 dann rächte.

Wenn dass in den 1860er Jahren für Wien noch ein finanzieller Kraftakt war, obwohl nach wie vor eine veritable Großmacht und auch wirtschaftlich im Prozess der Industrialisierung angekommen, wird es knapp 20 Jahre danach die meisten außereuropäischen Potentaten schlicht nicht möglich gewesen sein, dass im großen Stil anzuschaffen.
Das verstehe ich jetzt nicht ganz, die erobernden Kolonialmächte setzten doch ihre regulären Truppen ein, auch mit der standardisierten Bewaffnung.

Die Umrüstung auf neue Waffentypen/Systeme kostet viel Geld, Militärs sind/waren in dieser Hinsicht eher konservativ eingestellt. Die Einführung neuer Gewehre hinkte im allgemeinen der zivilen hinterher. Dazu kommt noch, Waffen einzuführen die eventuell noch Mängelbehaftet sind ist ein Risiko. GB hat z.B. sehr lange gezögert das Martini-Henry mit dem Fallblockverschluß, das gewisse Probleme bereitete, zu ersetzen. Das war in dem Fall Glück, da gerade das neue Pulver und die Rubini-Patrone zur Verfügung standen.
Das die KuK-Monarchie hier gezögert hat, dafür gab es Gründe. Das Dreyse-Zündnadelgewehr hatte Schwächen, die Patronenentwicklung begann erst gerade zuverläßige Munition zu entwickeln. Potentielle Gegner hatten zu dem Zeitpunkt auch keine wesentlich überlegene Bewaffnung.
Nach dem USA-CSA Bürgerkrieg wurden viele Vorderlader auf Hinterladung umgestellt ( mit eher mäßigen Ergebnissen).
 
Wahrscheinlich waren die 79th Highlanders Teil eines Experiments, denn 1882 gab es bei den Briten ein Komitee "zur Ergründung der Sichtbarkeit von militärischen Farben im Feld" unter Leitung von Wolesley.
Die Kommission wurde einberufen, weil ein Parlamentarier von schlechten Erfahrungen mit den gut sichtbaren Uniformen im ersten Burenkrieg klagte.
1883 gab es einen Schlussbericht. Darin wurde erwähnt, dass eine Reihe von Experimenten durchgeführt wurden und dass die weiße Farbe, der mit Pfeifenton (pipeclay) weiß gefärbten Uniformteile, die auffälligste Farbe bei den Uniformen sei. Die Empfehlung des Komitees: alles grau.
Ist Pfeifenton besonders reflektierend?
 
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