In evangelischen Gegenden (zumindest in Württemberg) ist es üblich, daß das Brautpaar zur Hochzeit [von der Kirchengemeinde] eine Bibel geschenkt bekommt. Die ist im Normalfall etwas größer und schöner, enthält aber den ganz normalen Text.
Vorne steht meistens eine Widmung drin. So nach dem Motto
Diese Bibel wurde X Y und seiner Frau Z Y am 1.1.1900 zum Tage ihrer Hochzeit überreicht. Möge Gottes Segen sie beschützen. (oder irgensowas)
Hinten sind dann entweder leere Seiten (in den älteren Familienbibeln, die ich kenne) oder bereits vorgedruckte Formulare, in die man die Abstammung der Brautleute, ihre Kinder samt Geburtstag, Taufe, Konfirmation, Ehepartner und eigene Kinder eintragen kann.
Unter Umständen gibt es auch Seiten für Patenkinder und Todesfälle.
Im Prinzip sehen diese Seiten in den neueren Familienbibeln dem Familienstammbuch, das man vom Standesbeamten kriegt, sehr ähnlich, nur daß sie mehr Wert auf die kirchlichen Riten (Taufe, Konfirmation...) legen.
In katholischen Gegenden sind Familienbibeln meiens Wissens unüblich. Da mein Mann und ich katholisch geheiratet haben, haben wir unsere Familienbibel von meinen evangelischen Eltern bekommen. (Also nicht vond er Kirchengemeinde).
In früheren Zeiten wurden diese Bibeln wohl auch weitervererbt und von mehreren Generationen verwendet. Das ist heutzutage nicht mehr so üblich. Jedes Paar hat "seine" Bibel.