Flaute im frühmittelalterlichen Brückenbau

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Gubernator, 4. Dezember 2013.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Darauf, dass die Wohnräume kleiner werden. Vormalige öffentliche Bauten oder Villen werden zu Wohngebäuden, die Städte verlagern sich in die vormaligen Akropoleis.

    Du merkst aber schon, dass nicht unbedingt eine Einschränkung ist, nicht mehr?
     
  2. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Die Kölner haben halt damals genauer Buch geführt als heute, weil obwohl die Herrschaft sich geändert hatte war die Verwaltung noch im Gang. Entsprechende Unterlagen finden sich wohl im Stadtarchiv.
    Und Mainz war ja Anfang des 5.Jahrhunderts fast komplett entvölkert wie die Chroniken berichten.
    Auch für Trier existieren wohl entsprechende Statistiken in den Annalen
    Nee,im Ernst :ich habe die Zahlen natürlich von Tante Wiki, aber ich gehe mal davon aus ,dass die halbwegs genau aus den Chroniken und Analen recherchiert sind.
     
  3. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Darauf, dass die Wohnräume kleiner werden- da sehe ich andere Gründe als plausibler an als näheres Zusammenrücken- bessere Beheizbarkeit z.B. , Änderung des Baustils, bessere Verteidigungsmöglichkeit z.B

    "Du merkst aber schon, dass nicht unbedingt eine Einschränkung ist,"
    Ich glaube ich habe hier bereits hinreichend unter Beweis gestellt, dass ich des Lesens mächtig bin und auch die Zwischentöne der deutschen Sprache beherrsche;):p:D
    Aber mir fällt trotzdem keine Stadt im Bereich des HRR ein, auf die diese These anwendbar wäre.die Zahlen die ich diesbezüglich kenne sprechen da eher dagegen.
    aber wir kommen glaub ich vom Thema Brücken ab.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In Chroniken und Analen findest du eher selten Zahlen zu Einwohnerzahlen und wenn, dann ist die Angabe doch zweifelhaft, meistens sind sie eben nicht ermittelt, sondern stehen einfach für „viel“.
    Solche Zahlen basieren auf Berechnungen von Archäologen, die ziemlich willkürlich eine bestimmte Anzahl von Menschen auf den Quadratmeter Stadt festlegten. Also ermittelten sie die Quadratmeterzahlen der Stadt und berechneten daraus ihre Einwohner. Wurde die Größe der Stadt reduziert, etwa weil weitläufige Anlagen nicht mehr genutzt wurden und der Erhalt der Stadtmauer nicht mehr gewährleistet werden konnte, sie also verkürzt wurde, dann wurde das so interpretiert, dass es einen Bevölkerungsrückgang gab. Davon ist die Archäologie mittlerweile ab, dass die die Schrumpfung der Fläche einer Stadt auch gleich mit einer Schrumpfung der Bevölkerungszahl korreliert. Eben weil beobachtbar ist, wie oben beschrieben, dass es einen Rückzug in die zuvor eher repräsentativen Akropoleis gab bzw. vormals öffentliche Gebäude zu Wohnflächen umgenutzt wurden (sekundäre Zwischenwände, die dem ursprüngl. Zweck des Gebäudes zuwiderlaufen...
     
  5. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    das mag ja allgemein betrachtet so sein, aber wir wissen definitiv dass es einen Bevölkerungsrückgang zum Ende der Römerzeit gab.
    Einwohnerzahlen können natürlich nur geschätzt werden, aber zumindest die die Inhaber des Bürgerrechts waren im Mittelalter sobald es wieder geordnete Verwaltungen gab registriert ,Wer nicht registriert war waren die Zahl der Nichtbürger, die bis zu 30 % der Bewohnerschaft ausmachten. Selbst unter diesen Bedingungen lagen die Bevölkerungszahlen i.d.R. erheblich unter denen der Römerzeit.Gerade am Beispiel der von mir genannten Städte wird das sehr deutlich und auch das Argument des Rückzugs der Bevölkerung in die zuvor eher repräsentativ genutzten Bereiche der Akropoleis zusammen mut der Tatsache,dass die Stadtbefestigungen verkleinert wurden stützt m.E. eher die These eines massiven Bevölkerungsrückgangs.
    Warum sonst sollte man sich beschränken
    Im übrigen ist das Argument auch nur halb richtig weil es in vielen Fällen schlicht zu einer Umwidmung uin andere administrative oder religiöse Zentren kam.Dass Tempelbezirke mit Kathedralen und Klöster überbaut wurden oder städtische Kastelle zu Stadtburgen umgebaut wurden war eher die Regel als die Ausnahme.(zB. in Worms,Mainz,Trier und Köln.)
    Insoweit hätte ich schon gerne mal konkrete Beispiele aus dem HRR auf die sich die These der Bevölkerungskontinuität stützt.
    Ich kenne bislang keine.
     

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