Fragen zum Buch "Die Tricks der Pyramidenbauer" von E.Unterberger

Zu 35: Die Aussparungen im unteren Stein sind eben KEINE gerade Linie, wie es bei einer Verlegung der casing stones als Erste sinnvoll wäre, sondern die unteren Steine wurden erst bearbeitet als die oberen backing stones schon verlegt waren. Daher ist das Muster der Bearbeitung unregelmäßig.
Zu 31:Das erspart aber nicht die Bearbeitung der backing stones, die augenscheinlich unterschiedlich hoch waren.
Die casing stones wurden am Pyramidenfuß bereits an der Unterseite geglättet und mit den erwähnten Methoden auch passgenau mit den angrenzenden casing stones bearbeitet. Es ist durchaus möglich und auch wahrscheinlich, dass auch die Schrägseite zumindest grob bearbeitet war. Das erkennt man daran, dass manche backing stones auch an der Vorderseite (=Außenseite) bearbeitet wurden, um den casing stone weiter nach innen ziehen zu können.
Zu 36: Die abgeschrägten Steine (=casing stones) wurden bei jedem layer (=Lage) zuletzt gesetzt. Dann wurde die mit der nächsten Lage begonnen.
Die Vermessung der Pyramiden ist ein eigenes Kapitel. Das Beeindruckende ist ja, dass sich alle vier Seiten an der Spitz genau in der Mitte der Pyramide treffen.
Das würde aber bedeuten, das die Schrägsteine im Prinzip nur mit einem Hebegerät/Kran, von oben in die vorgefertigte Baulücke abgesenkt werden. Wäre das so korrekt?
 
Zu 41: Nein. Alle Steine, auch alle anderen weiter innen liegenden, wurden zeitgleich über die Flanken der Pyramide hinaufgezogen und von innen nach außen verlegt.
Bildschirmfoto 2026-03-13 um 11.58.08.png
 
Nochmal als Laie:
Theoretisch könnte man durchaus die Aussparungen im unteren Stein als erstes machen. Wenn ich von unterschiedlichen Längen der Schrägsteine ausgehe, würde das eventuell die verschiedenen Größen erklären!??
Wie vermeidet man Beschädigungen an den schon gesetzten Schrägsteinen, wenn man so wie vorher gezeigt, arbeitet?
 
Dann macht man also zuerst die Aussparung für Stein 1. Dann wird der verlegt. Dann die Aussparung für Stein 2. Dann wird der verlegt. So geht das dann bis Stein 287. Nicht wirklich praktisch und vor allem extrem zeitaufwändig.
Dadurch, dass die Oberseite der casing stones (=Schrägsteine) erst ganz zum Schluss, also vor Verlegung des nächsten, darüberliegende casing stones bearbeitet wurde, können auch eventuelle Beschädigungen durch das sanfte Kippen der anderen Steine an der Kante korrigiert werden.
Die Beschädigung des Untergrundes (=schon verlegte casing stones weiter unten): Die Steine wurden auf Holzschlitten trasportiert, zusätzliche Schmierung der Kufen etwa durch Fett verringert die Reibung. Außerdem beträgt der Druck auf die Unterlage bei dem Neigungswinkel der Pyramiden nur mehr etwa 62% der Gewichtskraft der transportierten Masse.
 
Den Kran streichen wir mal ganz schnell ;) Aber die Benutzung eines Tripod/Dreibeins ist dokumentiert. Allerdings braucht man da für den durchschnittlichen 2,6 t Stein über hundert Mann am Seil. Das wird weiter oben zu eng auf der Pyramide.
Und Du brauchst etwas Platz für das umschlingende Seil. Gerade bei den Schrägsteinen mit ihren präzisen Fugen geht das praktisch nicht.
Einschieben von der Seite ohne zu Verkanten ist schon schwierig genug.

Viel einfacher wäre es, die Steine seitlich zusammenzuschieben. Dabei stören jetzt allerdings diese blöden Aussparungen.

Schmierung der Kufen etwa durch Fett
Du willst doch nicht etwa diese wunderschöne weiße, polierte Oberfläche mit Fett verdrecken? LOL
Dann müsstest Du nach der Fertigstellung der Pyramide noch einen Waschgang einplanen ;)
 
Dann macht man also zuerst die Aussparung für Stein 1. Dann wird der verlegt. Dann die Aussparung für Stein 2. Dann wird der verlegt. So geht das dann bis Stein 287. Nicht wirklich praktisch und vor allem extrem zeitaufwändig.
Nein, ich mache die unteren Aussparungen und entsprechend der Aussparungen wird der Schrägstein gefertigt. Das kann ich ja vorher in der Reihe ausmessen. Entsprechend der Schrägsteine wird der dahinterliegende vorgefertigt.
 
Vielleicht erkläre ich mal meine Vorstellung nach Euren Ausführungen, aber Obacht:D

Die Unterkante wird vorgefertigt, die Schrägsteine haben unterschiedliche Größen, ( Länge und vielleicht auch Breite), werden also eher versetzt gelegt ( höhere Festigkeit!- Frage, ist die nötig), die hinteren Steine sind ebenfalls vorgefertigt und werden dann angesetzt. Also den Schrägstein zuerst, dann alle anderen auf der Ebene. Vielleicht arbeitet man nur auf zwei oder drei Seiten so, damit immer genügend Steine für den Kern schnell nach oben geschafft werden können. Geschieht dies über die Rampentheorie?
Wo sind die Denkfehler hier? Welche archäologischen Befunde wiedersprechen dem?

Achtung, das sind nur Laienfragen!!!!!!!!!!!!!!

PS: Ich hatte vergessen, Kran in Anführungsstriche zu setzten.
 
Keine. Es kann keine solchen Befunde geben, da beide Methoden nur Holz und Seile verwenden.
Ich hatte hier speziell an die Ausführung der hinteren Steinreihe gedacht!?

Und ist es sinnvoll die Schrägsteine praktisch "ineinander zu verkeilen". Soweit ich weiß treten keine Erdbeben in der Gegend auf, mir fällt da auf die schnelle kein anderer Sinn ein!?
 
Und ist es sinnvoll die Schrägsteine praktisch "ineinander zu verkeilen".
Durchaus. Wie bei ganz normalem Mauerwerk auch heute noch. "Läufer und Binder".
Soweit ich weiß treten keine Erdbeben in der Gegend auf
Doch. Die Ausläufer des ostafrikanischen Grabens. Viele ägyptische Tempel und auch einige Pyramiden waren betroffen.
Die verbliebenen casing stones der Chefren-Pyramide sind teilweise gut durchgeschüttelt.

Aber dass die backing stones vor den casing stones verlegt wurden ist jetzt schon eindeutig?
Ich auch nicht. Solange wir nicht die Funktion dieser Aussparungen erklären können.
Ich halte sie für überflüssig, aber sie sind ja nun mal da. Die werden sich schon was dabei gedacht haben. Aber was?
 
bzgl. der Abschrägung: zu steil lässt sich nachträglich korrigieren, zu flach müsste dann Ausschuss sein? Also muss muss die Planung schon sehr genau sein, um Ausschuss zu vermeiden?
Die Sache ist sogar noch wesentlich komplizierter!
Die Flanken der Cheopspyramide sind deutlich konkav (=eingedellt). Das heißt, dass jeder Verkleidungsstein ein anderen Winkel aufweisen muss.
Bildschirmfoto 2026-03-14 um 11.06.58.jpg
 
Siehe Buch Seite 196 bist 200.
Hier hast Du übrigens einen Rechenfehler im Buch. Seite 196:
" Da die Quader aber auch entsprechend
schmäler und kürzer sind, verringert sich ihr Volumen und damit ihr Gewicht auf ein
Achtel gegenüber jenen der unteren Schichten. Wiegen die unteren Blöcke durch-
schnittlich 2,5 Tonnen, so bringen es jene der obersten Schichten nur noch auf etwa
300 kg."

Die Blöcke der unteren 5 Lagen mit deutlich über einen Meter Höhe wiegen dramatisch mehr als 2,5 t.
Der durchschnittliche Stein wiegt 2,5 t. Das ist bei einem Format von 90x130x80 = 0,94 m³ der Fall. Die Lagen 25-120 pendeln in der Höhe so um die 75 cm.
Wenn ich so einen Stein in allen drei Dimensionen um ein Drittel verkleinere, etwa 60x90x50 = 0,27 m³, dann hat er noch ein Viertel des Volumens/Gewichts, also gut 600 kg.

Das ändert aber nichts am Prinzip. Du musst halt die Zugmannschaften etliche Lagen früher auf die Pyramidenflanke stellen.
 
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