Westlich der Stadt liegt das Tal der Gräber. Hier stehen auf Anhöhen Turmgräber. Sie dienten den wohlhabenden Bürgern als Begräbnisstätte. Am Sockel der Turmgräber sind kleine Kammern eingebaut, in denen die Toten bestattet wurden. Diese so genannten Loculi waren von außen erreichbar. Sie wurden durch verzierte Grabplatten verschlossen.
Damit noch mehr Tote in einem Turm beigesetzt werden konnten, wurden innen mehrere Grabkammern eingebaut. Die Türme hatten bis zu vier Stockwerke, die über eine Wendeltreppe bzw über ein Treppenhaus zugänglich waren. In den Grabkammern wurden die Verstorbenen in Sarkophagen beigesetzt. Die Wände wurden durch kunstvolle Schriften, Bilder und Reliefs verziert. Damit wurde der Tote und seine Bedeutung in der Gesellschaft gewürdigt. Auch dokumentierten die Türme die Machtstellung der Familie. Es konnten in einem Turm bis zu 200 Verstorbene bestattet werden.
Die Turmgräber erwiesen sich in manchen Fällen für die Familien als zu klein. So wurden unter den Türmen Kellerräume (Hypogäum) ausgehoben. Die unterirdischen Grabkammern erreichte man entweder über das Erdgeschoss bzw. durch eine tieferliegende Außentür. Hinter der Tür führte ein Gang zu einem abgerundeten Raum (exedra). In den Wänden des Ganges wurden Grabnischen eingefügt. Zusätzlich wurden weitere Galerien angebaut, in denen sich Loculi und Sarkophage befanden. Bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts wurden die Turmgräber gebaut.