Homosexualität in der Antike Wahrheit und Mythos

Der Link funktioniert nicht.

Hinweise auf homosexualität im Alten Orient finden sich in mittelassyrischen Gesetzestexten und Babylonischen Omentexten (siehe Link).
Weil Homosexualität genetisch bedingt ist – es gibt sie auch unter den Tieren –, ist es nicht verwunderlich, dass sich auch sehr alte schriftlichen Zeugnisse damit beschäftigen. Ob diese die Homosexualität negativ oder positiv sahen, dürfte davon abhängen, ob die betroffenen Personen ihrer Pflicht, für den Erhalt der „Sippe“ etc. durch Nachkommen zu sorgen, nachgekommen sind oder nicht.

Im alten Griechenland waren z.B. Ehefrauen zum Kindergebären da, ansonsten vergnügte sich der Herr geistig und/oder körperlich mit Hetären und/oder Lustknaben.
 
Der Link funktioniert nicht.
Das soll passieen, dass Websites verschoben oder gelöascht werden. Deshalb habe ich den relevanten Teil auch zitiert.

Wenn das deine freundliche Art sein sollte, zu fragen, um welche Quellen es sich handelt, bitteschön:

mittelassyrische Gesetze, Tafel A §§ 19-20
babylonischer Omentext summa a4lu (CT 39,44)

Ob diese die Homosexualität negativ oder positiv sahen, dürfte davon abhängen, ob die betroffenen Personen ihrer Pflicht, für den Erhalt der „Sippe“ etc. durch Nachkommen zu sorgen, nachgekommen sind oder nicht.

Mir ist nicht ganz klar, wie du die Quellen bewerten willst, ohne sie zu kennen. Deine Vermutung scheint so nicht aus ihnen hervorzugehen.
 
Vielleicht habe ich es unscharf formuliert. Aber sehr viele Berichte von Homosexuellen sagen, sie hätten diese sexuelle Orientierung schon sehr früh, also im Kindesalter, gespürt.

Eine befreundete Familie hat eine Tochter, die schon mit 7-8 Jahren keine Röcke tragen wollte, und selbst als sie ihn später bei der Konfirmation tragen musste, rannte sie anschließend sofort nach Hause und zog ihn aus und Hosen wieder an. Sie ist heute offen lesbisch und lebt mit einer Frau zusammen.

Nach allem, was ich da gelesen habe, können Gene zwar auch Einfluss auf die sexuelle Orientierung haben. Der individuelle Umwelteinfluß dürfte jedoch eintscheidender sein.
Ich habe auch von Homosexualität im Tierreich geschrieben, wo die Umwelteinflüsse gering – wenn überhaupt vorhanden! – sein durften. Daraus folgt: Sie müssten angeboren sein.

mittelassyrische Gesetze, Tafel A §§ 19-20
babylonischer Omentext summa a4lu (CT 39,44)
Danke.

Mir ist nicht ganz klar, wie du die Quellen bewerten willst, ohne sie zu kennen. Deine Vermutung scheint so nicht aus ihnen hervorzugehen.
Mir fällt kein anderer Grund ein, warum man Homosexualität sonst ablehnen könnte.

Warum wird das alte Griechenland eigentlich ständig auf das alte Athen (auf dessen Frauen, zumindest der Mittel- und Oberschicht, das tatsächlich einigermaßen zutraf) reduziert?
Weil das alte Athen bei uns sehr oft für das alte Griechenland steht. Außerdem kann man unter dem von mir gesetzten Link nachlesen, dass – Zitat: „Einzelne Landstriche, wie zum Beispiel Ionien, lehnten die Päderastie gänzlich ab.“
 
Mir fällt kein anderer Grund ein, warum man Homosexualität sonst ablehnen könnte.
Zumindest dem "passiven" Teil des Geschlechtsaktes wurde häufig unterstellt, "verweiblicht" zu sein oder sich dem "aktiven" Teil zu unterwerfen - Verhaltensweisen, die als unmännlich und/oder unkriegerisch und/oder sklavenhaft angesehen wurden.

Weil das alte Athen bei uns sehr oft für das alte Griechenland steht.
Das weiß ich, und genau das kritisiere ich ja. Gerade auch weil ein Gutteil unserer Quellen aus Athen stammen, sollte man sich doch bewusst sein, dass sie nicht für ganz Griechenland stehen können. Außerdem, ein bisschen etwas wissen wir schon auch über die Lebensumstände der Frauen auch in anderen Staaten.
 
Zumindest dem "passiven" Teil des Geschlechtsaktes wurde häufig unterstellt, "verweiblicht" zu sein oder sich dem "aktiven" Teil zu unterwerfen - Verhaltensweisen, die als unmännlich und/oder unkriegerisch und/oder sklavenhaft angesehen wurden.
Das wird auch für das alte Mesopotamien angenommen. So der Artikel von Prof. Dr. Markus Zehnder auf bibelwissenschaft.de.
Homosexualität im Alten Testament - Gemeindenetzwerk - Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes
 
Wie sooft, wenn wir die Antike betrachten, erliegen wir leicht der Versuchung, die ferne Vergangenheit aus unserer modernen Brille zu betrachten und zu deuten. Aber wenn wir das tun, verstehen wir den Kontext nicht, der nicht einfach nur in einer einzelnen Sache begründet liegt, sondern in einem kulturellen und religiösen Lebensumfeld zugleich eingebettet ist, der weit von unserer Lebenswirklichkeit entrückt liegt.

Zwei hochrangige Personen der römischen Antike, die zeitlich nicht weit auseinander gelebt haben, als Beispiel:

Kaiser Hadrian, der von 117 - 138 regierte. Er unterhielt, neben seiner Ehefrau, auch eine homoerotische Beziehung zu einem jungen Mann namens Antinoos.

Kaiser Elagabal (regierte von 218 - 222) ist sogar noch exotischer: von früher Jugend an begann er sich, auch im kultisch religiösen Rahmen, als Frau zu identifizieren und bestand sogar auf weibliche Anrede. Zuletzt trat er offen als Frau auch in der Öffentlichkeit auf.

War es allgemein akzeptiert? Sicher nicht. Genauso wie heute. Aber erstens dachte der antike Mensch nicht in modernen Identitätskategorien und zweitens bezeugen die zahlreichen literarischen Verweise auf den Hermaphroditos-Mythos und die erhaltenen Statuen von Hermaphroditen, dass das Thema bekannt und verbreitet war.
 
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