Ist das Holocaustmahnmal ein Denkmal der Schande?

O.K. ich lasse mich belehren.
Versteh nicht was Du mit "Ein Holocaust-Denkmal würde die Täter ehren, nicht die Opfer" meinst.
 
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Im Sprachgebrauch besteht ein Unterschied zwischen Mahnmal und Denkmal. Das Mahnmal sagt immer aus: "Nie wieder!", das Denkmal kann aber auch sagen: "Wieder!" Beispielsweise stellen Denkmäler für berühmte Persönlichkeiten diese als nachahmenswert dar.

Man kann den Opfern des Holocaust ein Denkmal setzen, oder auch Personen, die potentielle Holocaust-Opfer gerettet haben. Ein "Holocaust-Denkmal" jedoch würde sprachlich den Holocaust ehren.
 
Ein Punkt, der verschiedentlich gegen die Stolpersteine angeführt wurde, ich meine sogar von Charlotte Knobloch selbst, ist die Assoziation zum Missbrauch jüdischer Grabsteine als Gehwegbelag, wie er u.a. von den Nazis (und möglicherweise auch von den Römern) betrieben wurde.
Das wirkt auf mich noch weiter hergeholt als das angebliche herumtrampeln.
 
Im Sprachgebrauch besteht ein Unterschied zwischen Mahnmal und Denkmal. Das Mahnmal sagt immer aus: "Nie wieder!", das Denkmal kann aber auch sagen: "Wieder!" Beispielsweise stellen Denkmäler für berühmte Persönlichkeiten diese als nachahmenswert dar.

Man kann den Opfern des Holocaust ein Denkmal setzen, oder auch Personen, die potentielle Holocaust-Opfer gerettet haben. Ein "Holocaust-Denkmal" jedoch würde sprachlich den Holocaust ehren.
Etwas spitzfindig.
Doch was hat das mit "Ein Holocaust-Denkmal würde die Täter ehren, nicht die Opfer" zu tun?
 
Ein Mahnmal ist eine Unterkategorie des Denkmals.

Denkmal ist meist positiv besetzt (Denkmal für die Opfer...)
Es gibt aber durchaus einige Denkmäler die Ausnahmen darstellen. z.b. "Denkmal Homosexuellenverfolgung" - das ja ganz sicher nicht positiv daran erinnern soll.

Aber ja, Mahnmal ist hier angebrachter - ein Mahnmal soll erschüttern erinnern und ist damit ein treffenderer Begriff.
 
Ich auch.


Das sehe ich halt anders (wie zuvor geschrieben)

Auch ich halte im Grunde die Stolpersteine für eine gute Sache. Sie sind unaufdringlich, pflegeleicht, sie erschlagen den Besucher nicht mit Pathos und sie sind auch nicht überladen. Sie werden von der einheimischen Bevölkerung angenommen, durchaus auch sehr liebevoll gepflegt. Ich habe zwei Einweihungsfeiern miterlebt, die ich sehr positiv in Erinnerung habe. Insgesamt würde ich ohne Weiteres sagen, dass die Vorteile die Nachteile bei weitem aufwiegen.

Dennoch sollte man aber auch die Nachteile und die Zweischneidigkeit nicht völlig übersehen, denn wie gesagt, bei bösem Willen kann man die Stolpersteine auch ganz anders interpretieren.
 
Auf der ganzen Welt gibt es nur zwei Holocaust Denkmaeler:
Das 'Denkmal fuer die ermordeten Juden Europas' in Berlin.​
und der
Memorial Complex of Tsitsernakaberd; Yerevan.​
Der Unterschied ist wie Tag und Nacht: das eine wie eine buerokratische Pflichterfuellung, sterile , haesslich, ohne Seele. Das Andere lebendig, wunderschoen angelegt und gepflegt und gut besucht. Hat Seele.
Als Besucher betritt man ein grosses, sehr gepflegtes Parkgelaende , dort hoert man leise, ernste Musik ueberwehen, und geht eine Strecke bis zum Denkmal. Dort sieht man den Obelisk und die im Kreis nach vorn gebeugten Steles in deren Mitte sich die Ewige Flamme befindet. Die gebeugten Steles symbolisieren Trauer. Auch kann man dort ein Museum besuchen.
Am Rand der Ewigen Flamme werden jeden Tag immer neue Blumen von Besuchern hingelegt.
Am 24. April, dem armenischem Jahrestag des Genozids, pilgern jedes Jahr tausende von Besuchern nach Tsitsernakaberd, jeder legt einen Blumenstrauss bei der Ewigen Flamme ab. Also ein einziges Blumenmeer.
Doch damit nicht genug,in dem Komplex befindet sich auch der Memorial Garden. Wenn man dort durchschlendert, sieht man die Namen von bekannten VIP's und eminent Personen aus allen Laendern. Jeder von ihnen pflanzte dort einen Fichtelsetzling.
So all in all a most pleasant experience, welcoming, vibrant while at the same time serene and somber.Bevor ich nach TelAviv zurueck flog, besuchte ich einen Blumenladen in Yerevan, wo ich fuer ein Jahr einmal im Monat einen Strauss Blumen an der Ewigen Flamme abgelegen haben mochte. Jeder 25. wurde mir vorgeschlagen. Die Dame erfuellte ihr Versprechen und sendete mir jedesmal ein Bild davon per e-mail.
​

Das ist nicht richtig. Es gibt inzwischen in ganz Europa Denkmäler, die an die Ermordung der europäischen Juden erinnern: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

In Riga erinnert ein Denkmal in einem Wald an dem Ort, wo 40.000 umgebracht wurden, in Kaunas gibt es ein Denkmal an die 20.000 Ermordeten des Ghetto Kaunas, in Paris gibt es die Mauer der Namen und in Amsterdam enthält das Holocaust-Denkmal die Namen von 100.000 Menschen. In Budapest erinnern am Donauufer die übriggebliebenen Schuhe an das Schicksal der ungarischen Juden. Ein sehr grausames übrigens, bis 1944 war Ungarn noch so etwas wie eine Insel, im Oktober 1944 wurde Ungarn zur Todesfalle, was anderswo in Europa Monate oder Jahre dauerte, geschah in Ungarn praktisch über Nacht. In Kroatien wurde das Denkmal "Steineblume" eröffnet.

Polen beherbergt die größten Gedenkstätten, viele, die die Gedenkstätte Auschwitz besichtigt haben, sagen, sie hätten dort erst die gigantischen Ausmaße, die zahlenmäßige Verhältnismäßigkeit erahnen können.

Weniger bekannt ist das Denkmal in der Schlucht von Baby Jar in der Ukraine, das an das Massaker 1941 erinnert. Am Judenplatz in Wien gibt es ein Denkmal, in Prag gibt es eines in der Pinkas Synagoge mit 78.000 eingravierten Namen. In Griechenland gibt es in Thessaloniki ein Denkmal, und in Italien, ich weiß nicht mehr wo genau, das Gleis 21 das an die europäischen Juden erinnert, die deportiert und umgebracht wurden. Auch in Malmö, Bratislawa, Bukarest und Lissabon gibt es Denkmäler die an den Holocaust erinnern.

Man könnte schon sagen, dass die Europäer durchaus liebevoll die Erinnerung an die (toten) Juden pflegen.
 
Das ist nicht richtig. Es gibt inzwischen in ganz Europa Denkmäler, die an die Ermordung der europäischen Juden erinnern: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

In Riga erinnert ein Denkmal in einem Wald an dem Ort, wo 40.000 umgebracht wurden, in Kaunas gibt es ein Denkmal an die 20.000 Ermordeten des Ghetto Kaunas, in Paris gibt es die Mauer der Namen und in Amsterdam enthält das Holocaust-Denkmal die Namen von 100.000 Menschen. In Budapest erinnern am Donauufer die übriggebliebenen Schuhe an das Schicksal der ungarischen Juden. Ein sehr grausames übrigens, bis 1944 war Ungarn noch so etwas wie eine Insel, im Oktober 1944 wurde Ungarn zur Todesfalle, was anderswo in Europa Monate oder Jahre dauerte, geschah in Ungarn praktisch über Nacht. In Kroatien wurde das Denkmal "Steineblume" eröffnet.

Polen beherbergt die größten Gedenkstätten, viele, die die Gedenkstätte Auschwitz besichtigt haben, sagen, sie hätten dort erst die gigantischen Ausmaße, die zahlenmäßige Verhältnismäßigkeit erahnen können.

Weniger bekannt ist das Denkmal in der Schlucht von Baby Jar in der Ukraine, das an das Massaker 1941 erinnert. Am Judenplatz in Wien gibt es ein Denkmal, in Prag gibt es eines in der Pinkas Synagoge mit 78.000 eingravierten Namen. In Griechenland gibt es in Thessaloniki ein Denkmal, und in Italien, ich weiß nicht mehr wo genau, das Gleis 21 das an die europäischen Juden erinnert, die deportiert und umgebracht wurden. Auch in Malmö, Bratislawa, Bukarest und Lissabon gibt es Denkmäler die an den Holocaust erinnern.

Man könnte schon sagen, dass die Europäer durchaus liebevoll die Erinnerung an die (toten) Juden pflegen.
danke fuer die Berichtigung
 
Man kann gerne noch mit Norwegen ergänzen:
In Oslo gibt es
- in der Villa Grande das HL-senteret, das norwegische Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien. Es dient als nationaler Erinnerungs- und Lernort, auch mit Ausstellungen.
Es befindet sich historisch passend in der ehemaligen Residenz von Quisling.

- das Denkmal am Akershuskaia/ Filipstadkaia
Es erinnert an den Ort, an dem die Menschen an Bord der Deportationsschiffe gezwungen wurden.

Etwa 1 1/2h Fahrtzeit von mir gibt es das Lager Falstad, das Gefängnis, Durchgangslager und Hinrichtungsort war und heute nationale Gedenkstätte ist.

Die Liste ist nicht komplett, und auch hier gibt es Stolpersteine (u.a. den nördlichsten in Hammerfest), die hier eigentlich nicht umstritten sind (aber teilweise durch Vandalismus beschädigt werden)
 
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