Jan Vermeer

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von parago, 24. Februar 2005.

  1. parago

    parago Neues Mitglied

    Habe vorgestern - eigentlich aus purer Langeweile - den Film "Girl with a Pearl Earring", zu deutsch "Das Maedchen mit dem Perlohrring", aus dem Jahr 2004 gesehen und muss sagen, ich war begeistert. Daraufhin habe ich mich hingesetzt und ein wenig nachgelesen zum Thema Jan Vermeer, dem Maler, der eben dieses Bild vom Maedchen mit dem Perlohrring geschaffen hat.

    Vermeer wurde 1632 im hollaendischen Delft geboren. Zu einem der groessten Maler des 17. Jahrhunderts zaehlt er hauptsaechlich aufgrund seiner ueberaus sensiblen Lichtregie (er arbeitete unermuedlich an perfekten Licht/Schatten-Verhaeltnissen) und der faszinierenden Lebendigkeit und Leuchtkraft der von ihm verwendeten Farben. Darueber hinaus arbeitete er auch als Geograph.

    Da Jan Vermeer, der auch unter dem Namen Johannes Vermeer van Delft bekannt ist, Perfektionist war und an einem Werk minutioes Verbesserungen vornahm bevor er zufrieden war, schuf er lediglich bis zu 3 Bilder pro Jahr. Daher sind heute auch lediglich rund 40 Vermeer Gemaelde bekannt; eines der beruehmtesten unter ihnen sicherlich das vom Kuenstler urspruenglich so genannte Meisterwerk "Das Maedchen mit der Perle", vermutlich aus dem Jahr 1665.

    http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/tip/images/vermeer.jpg

    Allerdings gestaltet es sich nach wie vor schwierig, ihm eindeutig Gemaelde zuzuordnen, da er aus unbekanntem Grund nur ca. die Haelfte seiner Bild signierte, geschweige denn datierte. Was darueberhinaus zum Mythos Vermeer beitraegt ist die Tatsache, dass (zumindest bis dato) keinerlei Zeichnungen, Skizzen, Entwuerfe oder aehnliches von ihm bekannt sind; aeusserst ungewoehnlich fuer einen Maler seines Kalibers.

    Aus Vermeer's Privatleben ist ebenfalls nur recht wenig bekannt. Er war verheiratet mit Catharina Bolnes und hatte elf Kinder mit ihr, von denen offenbar keines das "Kuenstler-Gen" des Vaters geerbt hatte, bzw. nutzte. Vermeer verstarb 43jaehrig und hoch verschuldet. Er liegt in Delft begraben.

    Hier noch ein paar weitere Vermeer Links:

    http://www.xs4all.nl/~kalden/

    http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/vermeer/

    http://www.essentialvermeer.com/

    :fs:
     

    Anhänge:

  2. Barbarelli

    Barbarelli Neues Mitglied

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    In diesem Zusammenhang würde ich gerne auf eine kleine "vM"-signierte Zeichnung in der "Graphischen Sammlung" in Weimar hinweisen. Diese trägt den Titel "Magd mit Fußwärmer" und wird um das Jahr 1655 datiert. Die Zeichnung ist in Kreide auf Tonpapier ausgeführt, weiß gehöht und ca. 25,5 x 16,5 cm groß.

    Für den Rest zitiere ich an dieser Stelle mal kurz aus: Gerhard W. Menzel "Vermeer", VEB E. A: Seemann Buch- und Kunstverlag Leipzig, 1977:

    "Zwischen der Frau der Zeichnung „Magd mit Fußwärmer" und den beiden Frauen des Gemäldes „Christus bei Maria und Martha" bestehen in Kleidung, Faltenwurf, Gesichtsausdruck und Art des Kopftuches – insbesondere des Tuches und der Handhaltung der Maria – so viele Ähnlich*keiten, daß nicht recht begreifbar wird, warum die Eigenhändigkeit der Zeichnung angezweifelt worden ist. Eines der Argumente lautete, das bläuliche Papier, auf dem mit schwarzer und weißer Kreide gezeichnet wurde, sei erst in späteren Jahrhunderten produziert und verwendet worden. Aber bereits der vor Vermeer lebende Karel van Mander – der Verfasser des berühmten „Schilderboeks" – berichtete von einem Schüler des alten Delfter Porträtisten Michiel Miereveld (1567 bis 1641 zu Delft): „Er ist eifrig im Untersuchen der reifsten Schönheit der Malkunst, praktiziert im Kolorieren verschiedene selbsterfundene Manieren, zeichnet dazwischen auch auf blauem Papier ..." Es gab also schon lange vor Jan Vermeer im Delfter Gebiet blaues Zeichenpapier. Das Monogramm auf dem Fußwärmer ist den Signaturen auf den Gemälden „Briefleserin" (Dresden) und „Ansicht von Delft" sehr ähnlich. Die Haltung der gezeichneten Frau entspricht auch ein wenig der Näherin, die in der offenen Tür auf dem Vermeerbild „Straße von Delft" mit ihrer Handarbeit sitzt und den Fuß aufstützt. Aus alledem wird deutlich, daß die Handzeichnung sehr früh entstanden sein muß. Vermutlich hat Venneer später die Sicherheit gewonnen, ohne eigentliche Vorzeichnung, mit Hilfe einiger Richtlinien auf Leinwand zu malen. Der Maler in seinem Gemälde „Maler-Atelier" arbeitet so. Wenn Vermeer aber im jugendlichen Alter zunächst gezeichnet hat, so mag es in dieser sorgfältigen Weise geschehen sein, mit betonten Umrissen, genau gesetzten Schraffuren und mit etlichen durch Weißhöhung gesteigerten Lichtpartien innerhalb der Zeichnung. Auch die monumentale Auffassung der Magd, trotz des kleinen Formates, deutet auf Vermeer hin."<o:p></o:p>
     
  3. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Ich habe auch den Film "Das mädchen mit den Perlenorringen" gesehen. Allerdings erst nach dem ich das Buch gelesen habe. Mir gefiel der Film nicht so, weil sehr viel ausgelassen wurde. Ich kannte Vermeers Bilder schon und war begeistert, allerdings wusste ich erst nach dem ich das Buch gelesen habe, dass die Bilder von Vermeer sind. Hab wohl, als ich Bilder von ihm gesucht habe, seinen Namen vergessen. :S

    Das Bild von dem Mädchen mit den Perlenohrringen finde ich wunderschön. Eine sehr ungewöhnlich aussehende Frau (wenn man sich die meisten Frauen auf Barockgemälden ansieht). Viele Frauen auf den Gemälden sehen aus als würden sie unter Drogen stehen. Diese Kopfbedeckung sieht sehr ungewöhnlich aus. Auch kann man nicht sagen, ob sie arm oder reich war. Denn man sieht nur ein Stück der Oberbekleidung und das Material kann man auch nicht gut erkennen. Vielleicht hatte sie auch eine Decke umgeschlungen oder einen Mantel an. Als ich zum ersten mal das Bild sah, dachte ich diese Frau wäre aus dem Orient. *g*

    Ich habe in einem Buch über Barocker Kunst auch etwas über Vermeer stehen. Da wird ein Bild "Das Glas Wein" kurz beschrieben. Könnte den Text reinstellen, wenns verlangt wird.
     
  4. parago

    parago Neues Mitglied

    Wuerde mich interessieren, ja.

    Zur Kleidung des Modells:

    The girl's headdress has an exotic effect. Turbans were a popular fashionable accessory in Europe as early as the 15th century, as is shown by Jan van Eyck's probable self portrait, now in the National Gallery in London. During the wars against the Turks, the remote way of life and foreign dress of the "enemy of Christendom" proved to be very fascinating. A particularly noticeable feature of Vermeer's painting is the large, tear-shaped pearl hanging from the girl's ear; part of it has a golden sheen, and it stands out from the part of the neck which is in shadow.


    Quelle: Web Gallery Of Art
     
  5. LaLoca

    LaLoca Neues Mitglied

    Ist der Mann auf dem Foto Vermeer? Ich habe noch nie ein Bild von ihm gesehen. Er sah aus wie ein charismatischer Lustmolch Aber das steht hier nicht zu Debatte (oder vielleicht doch wenn man auf das Bild "Das Glas Wein" näher eingeht).

    Dass im 15 jH Turbane von Frauen getragen wurde weiß ich. Vielleicht war sie aus der Türkei. Denn Turbane warem im 17 jH in Europa nicht modern. Hab zumindest nie ein Bild gesehen, auf dem eine europische Frau einen Turban trägt. Anfangs könnte man an die Türkenbelagerung denken aber der Versuch war nur in Österreich und ein wenig später. Da lebte Vermeer nicht mehr.

    Allerdings habe ich schon wieder eine Assoziation zu einem Film. :autsch:

    So nun zum kleinem Text:

    Jan Vermeer,
    Das Glas Wein http://www.wga.hu/art/v/vermeer/02c/11drink.jpg
    um 1660/61, Öl auf Leinwand, 65 x 77 cm,
    Berlin, Staatliche Museen zu Berlin
    - Preußischer Kulturbesitz, Gemäldegalerie

    Die beschauliche Stimmung trügt.
    Der Betrachter ist Zeuge eines Verführungsversuches:<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:eek:ffice:eek:ffice" /><o:p></o:p>
    Der Kavalier ist im Begriff, der Frau Wein nachzuschenken. Wie zufällig eingestreute Motive, etwa die Laute als Symbol leichtsinnigen Lebenswandels oder die Wappenscheibe mit der Figur der Temperantia, der Mäßigung, erhellen den eigentlichen Sinn der Darstellung.

    Ich fand das recht witzig als ich das gelesen hatte. Kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Die Symbole würden die meisten Leute gar nicht mehr deuten können. Wer sieht denn schon die Laute als Zeichen der Leichtsinnigkeit? Das Bild im Hintergrund kann man auch nicht gut erkennen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2005

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