Kaiserin von Montpellier

Dieses Thema im Forum "Das Byzantinische Reich" wurde erstellt von komnenos, 16. März 2006.

  1. komnenos

    komnenos Neues Mitglied

    hallo wer kann mir etwas über die " kaiserin von montpellier " berichten, eudokia komnenos ,die nichte kaiser manuel I.
     
  2. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Eudokia Komnena war die Tochter des Alexios Komnenos und der Maria Dukaina.
    Alexios war wiederum ein Sohn des Andronikos Komnenos und der Kata Eirene.
    Andronikos war ein Bruder Kaiser Manuels I.
    Eudokia heiratete Wilhelm VIII., Herr von Montpellier (1179 - 1202).
    Mit diesem hatte sie eine Tochter, Maria, die auch Erbin von Montpellier wurde.

    Die Ehen der Maria de Montpellier:

    I. Barral des Baux (Vizegraf von Marsailles, keine Nachkommen)
    II. Bernard IV. de Bigorre (Herr von Muret, keine Nachkommen)
    III. Peter II. "der Katholische" (König von Aragon)

    Von Peter II. und Maria stammen alle folgende Könige Aragons ab.

    Eudokias Tante Theodora war mit Heinrich "Jasomirgott" verheiratet.
    Ihre Cousine ersten Grades, Maria Komnena, war in erster Ehe mit Amalrich I. von Jerusalem und in zweiter Ehe mit Balian II. von Ibelin verhairatet.


    Dies sind alle Informationen über Eudokia Komnena und ihrer Verwandten die ich auf die Schnelle aus meinem Hirn saugen konnte. Leider besitze ich kein gutes Zahlengedächtnis. So kann ich keine genauen Zeitangaben (geboren, gestorben ec.) machen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2006
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Die mittelalter-genealogie Seiten bereiten mir immer wieder Kopfzerbrechen.
    Wie am Beispiel der Eudokia Komnena.
    Da wird sie zum einen als Tochter Manuels I. beschrieben. Der Nächste Autor nennt sie die Nichte des Kaisers.

    Gerade die Verwandtschaftsverhältnisse bei den Komenen beschäftigen mich immer wieder.
    So ist mir die Verbindung des "Kaisers" von Zypern (Isaak), dessen Mutter eine Komnene war, mit ihnen bis heut nicht ganz klar.
     
  5. komnenos

    komnenos Neues Mitglied

    hi joinville
    erst mal danke an euch für die lieben antworten...die komnenen sind meine lieblingsdynastie und vielleicht kann ich dir ja auch helfen..... also isaak komnenos dukas der "kaisar" von zypern war der sohn von (anna)komnena ,und des isaak kamateros, sie war die tochter des prinzen (cäsar) Isaak eines älteren bruders des kaisers manuel I.,somit war Isaak ,kaisar von zypern ein grossneffe des byzantinischen kasiers
     
  6. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    @komnenos

    Jetzt ist es an mir, mich bei euch zu bedanken.
    Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich mit den verwandtschaftlichen Beziehungen wohl aller Dynastien die je auf abend- oder morgenländischen Boden geherrscht haben. Von der Antike bis zur Neuzeit.
    Die Dynastien Byzanz sind natürlich auch dabei.

    Der "Kaiser" von Zypern war dabei immer mein "Sorgenkind". Zwar weiß ich viel über seine Rolle im III. Kreuzzug, doch seine Verbindung mit der Komnenendynastie blieb mir, trotz intensiver Lektüre, immer im Dunkeln.
    Endlich aber kann ich auch ihn in meinen Komnenenstammbaum einfügen.
    Vor allem dessen Vater, Isaak Kamateros, war mir bisher gänzlich unbekannt.
    Nahm er eine bedeutende Position im Kaiserreich ein?
    Oder lagen schon seine Wurzeln auf Zypern?
     
  7. komnenos

    komnenos Neues Mitglied

    lieber jonville
    vielleicht sollten wir uns mal privat kontakten ich glaube ich habe in dir jemanden gefunden der wie ich das gleiche hobby hat nämlich die dynastien und ihre verwandtschaftlichen beziehungen ich hab versucht fast alle dynastien west und osteuropas zu erstellen ,auch mir fehlen noch einige lücken allerdings recherschiere ich nur so vom 10-16.jhr.,wäre sehr schön wenn du dich mal melden würdest und wir usn austauschen können ,natürlich nur wenn du das auch willst ,wenn nicht kein problem gebe dir mal meien emailaddy xxx.xx
    so und nun zu Isaak kamateros ,so viel ich weiss stammte er aus altem byzantinischen militäradel ab,wobei ich nun dies nicht 100% bestätigen kann. Mit zypern selbst kam Isaak dukas komnenos soviel ich weiss nach seiner Freilassung von Boemund von antiochia 1183 in kontakt

    Edit: Mailadressen bitte per PN austauschen.
    Mercy
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. Juni 2006
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ihr eigener Enkel behauptet, seine Großmutter sei die Tochter Manuels gewesen. Darauf dürfte die Unsicherheit, in welchem Verhältnis Eudokia zum Kaiser stand, zurückgehen. Er erzählt im katalanischen Llibre dels Fets ('Buch der Taten') kurz von ihr.

    Vera cosa es e certa, que nostre aui el Rey don Alfons feu parlar matrimoni al Emperador de Contastinoble, que li donas sa filla per muyler. E sobre aqueles paraules que foren tractades e acordades de abdues les parts, ço es assaber, de nostre aui e del Emperador feu matrimoni nostre aui ab la Regina dona Sanxa que fo filla del Emperador de Castella. E lo emperador de Contastinoble no saben lo matrimoni que el hauia feyt, enuia sa filla al Rey don Alfonfo Darago qui era comte de Barçalona, e marques de Prohença. E vn bisbe e dos richs homens qui uenien ab ella, quan foren a muntpeller saberen quel Rey don Alfonfo nostre aui hauia presa la Regina dona Sanxa filla del Emperador de Castella per muyle. E uiren se en gran enbarc, e en gran pensament que farien, pus ell hauia presa altra muller. E en g[uillén] de muntpeller era senyor de muntpeller, e de la senyoria que pertany a muntpeller. E aquels nobles qui eren uenguts ab la filla del Emperador demanaren ques farien daquest engan, e daquest failment que hauien pres: que els uinent ab la filla del Emperador Manuel al Rey don Alfonfo que la preses per muller, e el hauia altra presa, e quels consell en qual manera sen captendrien. E el respos los quel hauria son consell. E quant en G[uillén] de muntpeller ha tot son consell aiustat, donaren li per consell sos richs homens, e sos cauallers, e aquels que eren homens de ualor en la vila de muntpeller, que las retingues per muller. E pus Deus li hauia fetaa tanta de gratia que la filla del Emperador Manuel, qui era en aquel temps lo mellor hom de chrestians, era uenguda en sa uila ni el lloch on ell era, e era desconsolada de marit que deuia hauer, que la presses per muller: e que no lan lexas tornar per nulla res. E sobre aço ell feu resposta al bisbe e als nobles qui uingueren ab ella: e la resposta fo aytal, quels enuia per sos missatgers: Que pus Deus li hauia dada tanta de gratia, que pus ella no hauia aquell marit que deuia hauer, que el la uolia hauer per muller. E quan los missatgers del Emperador hoiren aquestes paraules, ab lo desconort que hauien de primer, los dobla, que la fiylla del Emperador preses marit sino Rey o Emperador: car altre no li tanyia. E pregaren lo molt carament per la ualor que en ell era e per Deu, quen lexas tornar a la filla del Emperador: car els li hauien promes que si aquel matrimoni nos faes, que la tornassen a son pare per terra o per mar. E que nols enbargas, pus raho noy hauia ne per el no era uenguda. Ab aytant respos los en G[uillén] de Muntpeller e son consell: Que daltra manera no seria. E quan los missatgers del Emperador enteseren la lur uoluntat e que daltra manera no podia esser demanaren lo acort. E els donaren lols tro en laltre dia. E el bisbe e els richs homens qui uengren ab ela ueeren que la uoluntat den G[uillén] de Muntpeller e de son consell hauia a passar, pensaren se que faessen aquel matrimoni ab aquesta conditio que si fill o filla uenia, qui fos concreat den .G. de Muntpeller, e de la filla del Emperador, que fos senyor de Muntpeller uiuent aquell o aquella. E tornaren a fer sa resposta, e dixeren an .G. de Muntpeller e a son consell, que ells los podien mal fer o pendre, o que lals tolguessen: mas ab la lur uolentat ne ab la dela no farien aquel matrimoni, si donchs nou faihen en aquesta manera: Que el los prometes ab sagrament e ab homenatge, e queu faessen iurar a tots los homens de Muntpeller de deu anys a en sus: que iurassen que fill o filla qui fos de abdos, que fos senyor de Muntpeller si fos hom, e ay tambe si fos femna. E en aquesta manera en .G. de Muntpeller, haut consell de sos nobles o de son consell, atorga les paraules, e feuse el matrimoni. E en .G. de Muntpeller hac daquela dona una filla per nom Maria.
    Zusammengefasst: "Unser Großvater" König Alfonso II. el Casto ['der Keusche'] war in Verhandlungen mit Manuel Komnenos getreten, dass dieser ihm seine Tochter zur Frau gebe. Aber offensichtlich war er mehrgleisig gefahren, jedenfalls schickte Manuel Komnenos - nach Jaume - seine Tochter nach Katalonien, wohingegen Alfonso bereits die Tochter des kastilischen Kaisers (Alfonso VII. el Emperador), Sancha geheiratet hatte. Die Gesandtschaft, bestehend aus einem Bischof und zwei Adeligen (rich homens - reichen Männern) war sehr enttäuscht, aber der Graf von Montpellier (Wilhelm VIII.) beriet sich mit seinen Leuten und beschloss, die Kaiser"tochter" zu heiraten. Jaume verhehlt nicht, dass das für seine Großmutter eine Heirat unter Stand war: Der Bischof und die rich homens waren nicht begeistert, die Enttäuschung der ursprünglichen Nachricht, das Alfonos bereits verheiratte war, verdoppelte sich. Aber nachdem Guillén/Wilhelm sie gewissermaßen erpresst hatte, ihnen die Kaisers"tochter" zur Frau zu geben, versuchten sie wenigstens noch einen guten Handel dabei herauszuschlagen: Selbst wenn das einzige überlebende Kind aus dieser Ehe ein Mädchen sein sollte, sollte diese die Erbin von Montpellier sein. Man kann davon ausgehen, dass Jaume das erzählt, weil seine Mutter, Maria von Montpellier, ja dann tatsächlich um dieses Erbe kämpfen musste und dies nur durch ein päpstliches Dekret durchsetzen konnte (was er aber nicht erzählt).
     

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