Kanton Aargau: Klosterjahr 2027

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Kloster Muri​

Im Jahr 2027 begeht das Kloster Muri sein tausendjähriges Bestehen. Zusammen mit dem 800-jährigen Jubiläum des Klosters Wettingen bildet dieser Anlass den Rahmen für das kantonale «Klosterjahr 2027». Das Themenjahr rückt die Aargauer Klosterlandschaft als Teil des kulturellen Erbes in den Mittelpunkt und verbindet historische Forschung mit öffentlicher Vermittlung.

Das Jubiläum ist mehr als ein Gedenkanlass. Es bietet die Möglichkeit, die Entwicklung der Abtei über einen langen Zeitraum zu untersuchen: von der hochmittelalterlichen Stiftung über ihre grundherrschaftlichen und politischen Funktionen bis zur Aufhebung im 19. Jahrhundert. Zugleich lädt es dazu ein, zwischen historisch rekonstruierbaren Vorgängen und späteren Deutungen zu unterscheiden.

Muri zeigt beispielhaft, wie regionale Geschichte, dynastische Erinnerung und europäische Klostergeschichte über fast ein Jahrtausend ineinandergreifen. Von diesem aktuellen Anlass führt der Blick zurück zu den Anfängen des Klosters und zu den Erzählungen über seine Gründung.

Das 1027 gegründete Benediktinerkloster Muri gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der frühen Habsburgergeschichte im Aargau. Als Stifter gelten Graf Radbot und Ita von Lothringen. Eine zentrale Quelle für diese Frühzeit sind die im 12. Jahrhundert verfassten «Acta Murensia». (Die im Staatsarchiv Aargau wir die Acta Murensia aufbewahrt. Es handelt sich dabei um eine Abschriften, die um 1400 entstanden ist.)
Nach ihrer Darstellung geht die Gründung auf eine Initiative Itas zurück. Radbot überlässt ihr die Murenser Besitzungen als Morgengabe. Als Ita erfährt, dass Radbots Vater Lanzelin diese Güter gewaltsam an sich gebracht hat, regt sie zur Sühne die Stiftung eines Klosters an. Die Erzählung verbindet die Gründung damit zugleich mit religiösen Motiven, dem Seelenheil und der nachträglichen Legitimation von Herrschaft und Besitz.
Mönche aus dem Kloster Einsiedeln übernehmen den institutionellen Aufbau von Muri. In der Folge entwickelt sich das Kloster zu einem religiösen Zentrum und zu einem bedeutenden Grundherrn der Region. Zeitweise leben dort zwei klösterliche Gemeinschaften: Neben dem Männerkonvent besteht ein Frauenkonvent, aus dem später das Benediktinerinnenkloster Hermetschwil hervorgeht.
Die Entwicklung der Abtei ist eng mit der politischen und territorialen Expansion der Habsburger verbunden. Schenkungen, Rechtsübertragungen und der Erwerb von Grundbesitz erweitern ihre wirtschaftliche Basis. Mit der eidgenössischen Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 geht die Schirmherrschaft auf die eidgenössischen Orte über. Trotz dieses Herrschaftswechsels behauptet und erweitert das Kloster seine Stellung. 1701 wird Abt Placidus Zurlauben vom Kaiser Leopold I. zum Fürstabt erhoben.
Die politischen Umbrüche seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert schwächen die traditionelle Stellung der Abtei. 1841 beschliesst der Kanton Aargau die Aufhebung der Klöster. Der Beschluss löst den Aargauer Klosterstreit aus und zwingt den Murenser Konvent, seinen Standort aufzugeben. Teile der Gemeinschaft wirken anschliessend in Sarnen weiter; 1845 entsteht zudem in Gries bei Bozen die Abtei Muri-Gries.

Heute ist die ehemalige Klosteranlage nicht nur ein religiöser Ort und ein Kulturdenkmal, sondern auch ein besonderer Erinnerungsort der Habsburger. In der Loretokapelle ruhen die Herzen von Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita, dem letzten österreichischen Kaiserpaar. Damit verbindet das Kloster die früheste Grablege der Habsburger mit der Erinnerung an das Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Seit 2011 erschliesst das Forschungsprojekt «Geschichte Kloster Muri» zentrale Bestände und bereitet zum tausendjährigen Jubiläum eine umfassende wissenschaftliche Darstellung vor.

Geschichte Kloster Muri: Blog Geschichte Kloster Muri | Geschichte Kloster Muri

Ab dem 12. März 2027 wird in Muri gefeiert. Mehr dazu: 1000 Jahre Kloster Muri

Literatur:
Staatsarchiv Aargau (Hg.); Sieber Christian, Bretscher Charlotte: Acta Murensia. Die Akten des Klosters Muri mit der Geneaologie der frühen Habsburger. Schwabe Verlag 332 Seiten. 2012

Staatsarchiv Aargau. Abschrift der Akten des Kloster Muri: AA/4947 Acta Murensia: Abschrift der Akten des Klosters Muri, 1406 (ca.) (Dossier)
 
Zum Kloster Wettingen, dass 2027 800 Jahre feiert, werde ich später noch was schreiben. Da im Moment das Programm der Veranstaltungen noch nicht bekannt ist.
 
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