Karl der Große - Beiname?

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von Novemberkind, 30. Oktober 2009.

  1. letztergisone

    letztergisone Aktives Mitglied

    Ist das nicht in erster Linie Karl Hengst, der davon ausgeht, das ein Lese- oder Interpretationsfehler gemacht worden sein könnte. ;)
    Am Vorabend der Kaiserkrönung - Google Bücher
    "Die Sachsen" von M. Spinger beschäfftigt sich mit der Umsiedlung der Sachsen.
    Aber das eine schließt das andere nicht aus.
     
  2. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Natürlich nicht. Ich sagte ja schon: "Hach, wie schön ist die Mediävistik - ebenso bunt wie die Zeit ist die Theorie."
     
  3. Darius Meder

    Darius Meder Neues Mitglied

    Auf jedenfall ist in Verden was passiert. Nur was, das wissen wir nicht genau.
    Ich hab mich auf die Zahl gestützt die ich gelesen hab (wikipedia).
    Ich les auch gerade ein Buch über den guten Karl.
    Nun, der gute Karl wurde von den alten Sachsen richtig verschaukelt. Insbesondere Widukind.
    Karl hatt dort mit eisernem Besen gekehrt, um zu zeigen das er Chef nun ist.

    Nun noch was zu den historischen Quellen. Diese flunkern manchmal auch,
    um sich in einem besseren Bild zu zeigen.
    Beispiel: Der Karlsgraben (Fossa Carolina)
    In älteren Geschichtbüchern wird dieser Kanal als nie fertiggestellt, dargestellt. Das es zuviele Probleme gab und Karl es aufgab ihn zu bauen.
    Das stimmte allerdings nicht, er funktionierte prächtig.

    Wieso es denn so dargestellt wurde, das er nie fertiggestellt wurde. Da
    gehen die Meinungen auseinander.

    Gruß
     
  4. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Das tun fast alle schriftlichen Hinterlassenschaften - auch heute noch.


    Aber hier stehe ich auf dem Schlauch. Inwiefern bestätigt diese Aussage die oben genannte These, dass man sich in einem besseren Licht zeigen wollte?

    ...und dass die Fossa Carolina tatsächlich funktionierte, gilt meines Wissens bis heute nicht als gesichert.
     
  5. Darius Meder

    Darius Meder Neues Mitglied

    Zur Fossa Carolina.

    In der "Germanica - Unsere Vorfahren von der Steinzeit bis zum Mittelalter"
    steht drinne, das durch Befunde, es als gesichert gelten darf, das die
    Fossa Carolina fertigebaut und in Betrieb war.

    Man wollte sich im besserem Licht zeigen, um nicht zuzugeben, das man
    die Fossa Carolina nicht in Betrieb halte konnte oder wollte.
    Und was ist da besser als zu sagen, "Och das Ding hatt nie funktioniert".

    Fossa Carolina – Wikipedia
    DER ALTE KANAL - Ludwig-Donau-Main-Kanal - KARLSGRABEN - FOSSA CAROLINA

    Gruß
     
  6. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Das Buch kenne ich nicht. Gibt es dort Fußnoten auf irgendwelche vorangegangenen Arbeiten? Wenn der Autor ein so breites Thema behandelt, wird er sich ja wahrscheinlich auf irgendwas stützen müssen, weil er den Zeitraum nicht komplett selbst beackern konnte...
     
  7. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    Die Ermordung der vielen Sachsen (ob da nun ne 0 zu viel steht oder nicht) ist sicherlich kein Grund Karl nicht den Großen zu nennen. Noch weniger der Umstand, daß er es sich der Kirche gegenüber leisten konnte, seine Frau nicht umzubringen (wie Heinrich VIII von England) sondern rauszuschmeißen und sich Nebenfrauen hielt. Das spricht nun ja beides für ein gewisses Ausmaß an Macht. Auch die Andeutung, er könne nächste Anverwandte aus dem Weg geschafft haben, macht ihn kaum unbedeutend. Unbedeutend ist doch eher ein Herrscher, der sich beherrschen läßt, statt zu herrschen, der vor Priestern kuscht und sich sogar noch in Sachen Frauen (oder Knaben) reinreden läßt.

    Die Frage muß also lauten: War Karl wirklich von so herausragender historischer Bedeutung? Sowohl Deutsche als auch Franzosen begeheren ihn als Gründervater ihrer nationalen Identität. Basiert das auf Überhöhung, die sich nicht in der historischen Realität widerspiegelt? War der Mann vielleicht nur ein unbedeutender Provinzfürst, der vor allen Nachbarn zittern mußte, während seine Landesgrenzen kaum 50 km von zu Hause wegreichten?

    Die Frage war doch nicht ob er ein braver Sohn und Kirchgänger war!
     
  8. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    Wie schrieb vor Jahren hier mal jemand im Forum zu diesem Kontext? "Sachsen wachsen ja nach, alles halb so schlimm..." Entschuldigt die Ironie, aber hin und wieder denke ich an den Satz und kann mich noch immer köstlich amüsieren. :red:


    Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen.


    Ja, war er. Allein schon die Rezeption rechtfertigt das.


    Welche Zweifel gibt es? Geschichtsklitterung gibt es - immer und überall. Aber wen wir alles wegleugnen, bewegen wir uns auf sehr dünnem Eis und das dient niemandem.*


    Ich bin ja eigentlich jemand, der sich Argumentationen antut und - vor allem, was das Frühmittelalter betrifft - nur schwer einem Glauben anhängt. Aber das ist denke ich auszuschließen.


    *Hach, was juckt es mich jetzt in den Fingern, ein paar Worte zur Kritik von Nietzsche an der negativen Theologie von Dionysius Areopagita zu verlieren, aber damit ist jetzt auch niemandem gedient und es ist zu spät dazu.
     
  9. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    Ich hab ihn doch tatsächlich wieder gefunden; er stammt sogar von einem Forumsschwergewicht. Voilà:

    http://www.geschichtsforum.de/194954-post29.html
     
  10. Darius Meder

    Darius Meder Neues Mitglied

    @ Lukrezia Borgia
    "Germanica - Unsere Vorfahren von der Steinzeit bis zum Mittelalter"
    Kapitel "Reich der Franken-eine Grundlage Europas"
    geschrieben von Dr. Uta von Freeden, RGK


    @
    Hans forscht
    heinser wollte etwas für seine Diskussion, an der Schule. Und das hatt er von
    mir bekommen.
    Ich stelle hier nicht in Frage das Karl ein brillianter Kopf war, der seinen Weg
    ging und ihn auch fast immer durchsetzen konnte. Er war ein Mensch und
    hatte somit auch seine Schwächen. Wobei einige seiner Schwächen ihn
    heutzutage ins Gefängins bringen würden.

    Gruß
     
  11. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin



    Dankeschön. Aber mich hat ja interessiert, woher die Dame ihr Wissen bezieht; gibt es keine Fußnoten oder dergleichen?
     
  12. Speaker

    Speaker Aktives Mitglied

    Weil man ja selbst bei Nietzsche nie recht zu wissen scheint, was Glauben, was Wissen und was einfach nur misanthropische Rhetorik gewesen ist =) =)
     
  13. Darius Meder

    Darius Meder Neues Mitglied

    @ Lukrezia Borgia
    Nein, steht nichts dabei.
    Die Dame ist Mitglied in der Römisch Germanischen Kommision.

    Gruß
     
  14. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    Tja, ohne Belege ist so etwas immer schwer nachzuvollziehen.
     
  15. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    nun, Sachsen wachsen nach.
    Nicht nur ein Problem von KdG.
    Seine Leistung war auch die Integration frankophiler Sachsen, die es durchaus auch gab
     
  16. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Nachdem 4500 in Verden über die Klinge gesprungen waren, entschied sich der Rest für Frankophilie! :D
     
  17. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Durchaus wäre das ein Argument, aber es hat wohl genug Edelinge gegeben, die vorher schon von einem Staatswesen, indem Amtsmacht verteilt wurde, angetan waren.
    Auch gab es wohl überzeugte Christen, die dem Wort des "Herrn Pastor" gefolgt sind.
    Die Tochter des "Verlierers" von Ohrum hat einem Kloster eine große Menge Land gestiftet, was ohne Überzeugung der Familie so einfach in einer bäuerlichen Gesellschaft nicht möglich ist
     
  18. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Historisch erwisen ist die Uneinigkeit innerhalb der sächsischen Bevölkerung, wobei der Adel zum Teil auf Seiten der Franken stand. Dennoch ist die lange Resistenz gegenüber der fränkischen Militärmaschine beachtlich.
     
  19. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Unter den Franken herrschte ja auch nicht gerade eitel Eintracht. Erst haben die karolingischen Hausmeier ihre merowingischen Könige aus dem Weg geräumt. Dann Karl wahrscheinlich die Kinder seines Bruders Karlmann.

    "Größe" wird zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Ellen bemessen. Damals war es eben besonders wichtig ein großer Schlagetot zu sein.
     
  20. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Karlmann hatte zwei Kinder, Pippin und ein Kind, von dem weder Name noch Geschlecht bekannt sind. Nach seinem Tod floh seine Witwe zu den Langobarden. Nach deren Unterwerfung durch Karl wurde Pippin in ein Kloster gesteckt, über das Schicksal des zweiten Kindes ist nichts bekannt.
     

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