Krieg mit 3 Parteien

Dieses Thema im Forum "Kriegsschauplätze" wurde erstellt von Gast, 13. November 2005.

  1. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Dass Problem bei der Frage, ob es einen Krieg mit drei Parteien gab, lässt sich schwer beantworten. Das könnte damit zusammenhängen, dass eine dritte Partei automatisch eine Veränderung der zuvor relativ klaren Frontstellung Feind-Freund bedeutet.

    Schematisches Beispiel:
    Die Parteien A und B streiten um eine Burg. Plötzlich taucht C, eine weitere Partei. Ein Krieg zwischen A, B und C ist aber nur dann gegeben, wenn C ebenfalls die Burg will, also A und B sozusagen in die Quere kommt.

    Für A und B ergibt sich eine neue Situation, auf die sie reagieren müssen, da es sonst darauf herauslaufen dürfte, dass C ihre Streitigkeiten ausnützen kann, um sich die Burg zu schnappen, ganz nach dem Motto: Wenn 2 sich streiten, freut sich der Dritte.

    Naheliegender ist jedoch, dass sich eine neue Konstellation bildet, welche den Krieg der drei Parteien, der sich hier ergibt, rasch wieder auflöst, da alle drei Parteien letztlich das selbe wollen.
    - Eine Möglichkeit ist, dass sich A und B zunächst gegen C verbünden. (Der kriegt unsere Burg nicht.)
    - C könnte aber eventuell auch die Kompromisslösung bieten, sodass Frieden geschlossen werden kann. (C bekommt die Burg, wobei A und B ihr Gesicht wahren und Bedingungen stellen.)
    - Sowohl für A, als auch für B wäre zumindest als ersten Schritt ein Zusammengehen mit C gegen den anderen. Sobald A oder B sein Ziel erreicht hat, könnte dann ein neuer Krieg die Folge sein: mit C.
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    Der "Krieg der 3 Heinriche" dürfte seinen Namen nicht daher haben, weil die drei Heinriche gegeneinander Krieg führten, sondern damit zusammenhängen, dass drei Personen mit Namen Heinrich eine entscheidende Rolle in diesem spielten. Heinrich von Navarra verbündete sich letztlich mit Heinrich III.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juni 2020
  2. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Als Krieg mit 3 Parteien könnte vielleicht die "Eroberung von England" (1066) durch Wilhelm den Eroberer interpretiert werden.
    Harold (Harald) Godwinson wurde nach dem Tod von seinem Schwager Eduard dem Bekenner dessen Nachfolger als "englischer" König. Die Krone machten im zwei weitere Parteien streitig:
    - Wilhelm von der Normandie (später Wilhelm der Eroberer), ein Verwandter von Eduard
    - Harald "der Harte", der norwegische König + Jarl Tostig (der Bruder von Harold Godwinson

    Harold siegte gegen Harald und Tostig bei Stamfordbrige, unterlag aber wenig später Wilhelm bei Hastings. Da beide Gegner, soweit es sich heute beurteilen lässt, ihre eigenen Ziele verfolgten und keine Verbündeten gegen Harold waren, könnte dieser Krieg tatsächlich als ein Krieg von drei Parteien gesehen werden.
     
  3. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Als Krieg von drei Parteien, wenn gleich nicht historisch, sondern in der Gestaltung eines Dichters könnte die "Schlacht bei Dörfingen" (1388), zumindest so, wie sie in der Ballade (1815) von Ludwig Uhland inszeniert ist, gesehen werden. Eberhard der Greiner (Graf Eberhard (II.) von Württemberg), der hier gegen den Bund mehrere Reichsstädte kämpft, erhält überraschend Unterstützung von seinem alten Feind, dem gleißenden Wolf von Wünnenstein. Zu Beginn lässt Eberhard keinen Zweifel, dass er Wolf nicht als Verbündeten braucht oder will. Sein Friedensangebot nach der Schlacht lehnt Wolf ab und begibt sich auf den Heimweg, wobei er noch auf diesem einen Überfall im Herrschaftsgebiet von Eberhard unternimmt.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich verstehe die Ursprungsfrage ja so, ob es mal einen Krieg gab, in dem 3 Konfliktparteien ohne Bündnisse untereinander gegeneinander kämpften:

    3konfliktparteien.jpg

    Die meisten Antworten bisher gingen aber eher in die Richtung von Bündnispartnern:

    2gegen1.jpg
     
  5. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Dazu müsste man vielleicht zunächst mal genau klären, wer als eigenständiger Akteur verstanden werden kann und ob ein Bündnis nur dann als ein solches zu sehen ist, wenn es einen ausgehandelten Bündnisvertrag gibt, oder auch bereits faktische Zusammenarbeit als Bündnis in diesem Sinne angesehen wird?
     
  6. JensH

    JensH Neues Mitglied

    Nach Suche in diversen Literatur habe ich kein Beispiel gefunden, dass mindestens 3 Staaten alle gegeneinander kämpften gefunden.
    Beispielsweise im Königreich Polen-Litauen zwischen 1654 und 1667, das in der Zeit in den Russisch- Polnischen Krieg verwickelt wurde (1654 - 1667) gleichzeitig (1655 - 1656) von Schweden angegriffen und besetzt wurde, schossen Russland und Polen-Litauen den Waffenstillstand von Nimiec. Geleichzeitig führten Schweden und Russland 1656 - 59 einen Krieg. Nachdem der Krieg zwischen Schweden und Russland beendet wurde und die Schweden aus Polen vertrieben wurden führten Russlans und Polen-Litauen den Krieg ab 1659 weiter.

    Als Beispiele für Kriege mit mindestens 3 Parteien gegeneinander sind der Kampf um die Krone Englands im Jahre 1066 zwischen Harold, Harald und Wilhelm der Eroberer.

    Außerdem sind der libanesische Bürgerkrieg (1975 - 90) sowie der Bosnienkrieg (1992 - 95) Kriege in denen zeitweise mindestens 3 Parteien gegeneinander kämpften.
     
  7. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Als Wilhelm bei Hastings landete, war Harald schon besiegt und tot.
    Einen Krieg zwischen Wilhelm und Harald hat es nie gegeben.
     
  8. JensH

    JensH Neues Mitglied

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