Kupfer vs. Steinbeil

hatl

Premiummitglied
Ich bin immer noch bei der Kupferklinge des Beils.
"apparently the axe blades were mostly used in the soft state to favor ductility over hardness."

Gehen wir mal davon aus, dass das ein sehr kostbarer Artikel war.
Auch genutzt wie es scheint. Und zwar in weichem Zustand.
Aber für was? Was macht man damit?

Außer Schädel einschlagen fällt mir nichts ein.
Aber das heißt ja nichts. Meine Fantasie ist begrenzt.
Was könnte er damit gemacht haben?

Es gibt auch ähnliche Funde solcher Kupferklingen.
 
All das geht auch in der preisgünstigeren Variante Steinbeil, vermute ich.
Ich war mal im Federsee-Museum. Da lief ein Steinzeitmensch (studierter Archäologe) herum und macht vieles verständlich.
Und da war noch einer der hatte Silex und ich bekam da zwei Stücke.
Das Zeug ist derart scharf, dass man damit ein hängendes Blatt Papier durchschneidet.
Das, vermute ich, war Stand der Technik dieser Zeit, während Kupfer etwas sehr besonderes war.

Die Steinklinge bröselt leicht, lässt sich leicht nachbearbeiten wird jedoch schnell kleiner dabei.
Das Kupferbeil ist nicht scharf aber bröselt nicht.
Lässt sich auch nachbearbeiten, wird aber kaum kleiner dabei.
 
Steinäxte haben einen Nachteil, egal wie scharf die Klinge ist: Sie sind zu breit, um sich in s Holz zu fressen. Eine Steinaxt so in einen Baumstamm zu hauen, dass sie stecken bleibt, dürfte kaum möglich sein.
 
@ dekumatland: Was Mittelalterlager sagt. Eine dicke Steinklinge dringt nicht in den Stamm ein. Daher braucht man viel mehr Schläge, um zB einen Ast oder Baumstamm durch zu bekommen. Such mal auf yt nach "ancient stone vs. copper axe". Auch das Spalten von Holz dürfte mit einer Steinaxt schwierig sein.
 
In den Videos, die ich gesehen habe, hat man sich aber an Schösslingen mit einem Durchmesser von 5-10 cm geübt. Bei einem richtigen Baum von - sagen wir mal - ca. 50 cm Durchmesser scheitern meiner Vermutung nach sowohl Steinaxt als auch Kupferbeil.
 
Ich denke (weiß es aber nicht!), dass vorzugsweise geschäftet und gespalten wurde. Man kann sehr gut und materialschonend Steinkeile zum Spalten verwenden, wenn man sie mit einem Steinbeil oder -hammer und pufferndem härterem Holz eintreibt.
 
Letztlich ist die Art und Weise der Be-/Verarbeitung in erster Linie vom Verwendungszweck abhängig. Hier müßte man sich mal die Befunde von neolithischen Gebäuden anschauen. Da habe ich leider nix vorliegen.
 
Wir haben nicht so viele neolithische Gebäudereste, aber etliche in feuchtem Boden gut konservierte neolithische oder bronzezeitliche Brunnen. Dort ist eine hohe Qualität der Holzbearbeitung erkennbar:

Das gezeigte Exemplar wirkt wie gesägt!

Für das Verständ is der Holzverarbeitung hilfreich ist folgende Seite auf Wikipedia:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, das mit dem Brunnen kenne ich:)
Ja, und wie gesägt, ich bin bsher noch nicht wirklich plausibel dahintergestiegen wieso das gerade so aussieht
 
Wenn ich als ökonomisch und ergonomisch denkender Neolithiker diesen Auftrag zur Holzbearbeitung bekommen hätte, hätte ich an ein an Stricken hängendes, feuersteingespicktes, aber sehr schweres "Sägeblatt" gedacht, das pendelnd geschnitten hätte. Das ist wesentlich geringer im Kraftaufwand.
LG Fred Feuerstein.
 
Für's Baumfällen und Stammzerteilen denkt man eher an eine Säge und so sehen die Schnittkanten des o.g. Brunnens auch aus. Bei Sägen in der Steinzeit muss man sich wohl von unserer Vorstellung einer Säge mit Stahlsägeblatt trennen.

 
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