Literatur zu den Mayas

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von Riothamus, 6. Februar 2014.

  1. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    In den letzten Jahren wurde in der Presse immer wieder über Entdeckungen zur Geschichte der Maya berichtet. Selbst kenne ich mich dort nicht so gut aus. Daher frage ich mich, ob mir hier jemand Schriften hierzu empfehlen kann. (Auch Werke über die heutigen Maya interessieren mich, aber dies ist ja ein Geschichtsforum.)

    Folgende Werke sind bekannt:

    Diego de Landa, Bericht aus Yukatan, Leipzig 1990 (Übersetzung von Relación de las Cosas de Yucatán).

    Lind Schele, David Freidel: Die unbekannte Welt der Maya. Das Geheimnis ihrer Kultur entschlüsselt. München 1991.

    Berthold Riese, Die Maya: Geschichte - Kultur - Religion, München 1995 (Beck'sche Reihe).
     
  2. Rodriguez

    Rodriguez Aktives Mitglied

    Nikolai Grube: "Maya: Gottkönige im Regenwald." 2012

    Magda Wimmer: "Die Maya. Weber der Zeit, Spieler des Universums." 2000

    GEOlino Extra No. 26/2011 Maya, Inka und Azteken

    Nils Thomas Grabowski: "Maya für Yucatán". 2006



    :winke:
     
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  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Vielen Dank. Eigentlich hatte ich Englische Titel erwartet, aber so ist es natürlich auch gut.

    Ein Sprachführer kann natürlich niemals schaden und auch Sachbücher für Kinder können informativ sein. Aber in die GEOlino habe ich schon mal einen Blick geworfen und war nicht davon angetan. Bildet dieser Band eine Ausnahme?

    Magda Wimmers Werk klingt nach allem was ich dazu in Erfahrung bringen konnte sehr nach Verschwörungstheorie. Das kann zwar sehr amüsant sein, ist aber nicht diesen Preis wert. Oder hat der Verlag das Werk nur reißerisch beworben?

    Der von Nikolai Grube herausgegebene Band scheint aber genau das zu sein, was ich suchte. Den Sprachführer habe ich mir für den Fall der Fälle auch mal notiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2014
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wenn man ihre Selbstdarstellung auf ihrer Website liest, wo sie sich selbst zur Schamanin stilisiert, die ihr Wissen aus sich selbst heraus zieht, dann liegt es wohl nicht nur am Verlag...
     
  5. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Das liegt offenbar weniger am Verlag... Verschwörungstheorie ist das auch weniger, aber esoterischer Quark und nicht nur einmal. Wimmer hat zb noch ein weiteres Buch am Markt:
    Das Herzenswissen der Maya-Tagehüter. Die universelle Weltordnung und das Webmuster der Zeit. 38 Karten mit Begleitbuch.

    Bei der Amazone gibt es dazu diesen Klappentext:

    (Hier fehlt uns ein Smilie...)

    Weiteren Aufschluß gibt ein anderer Verlag, in dem Wimmer auch veröffentlicht:

    Wimmer, Magda - Silberschnur Online-Shop

    Hervorhebungen von mir

    Als "Literatur zu den Mayas" kann man das gar nicht bezeichnen. Für einen solchen gequirlten Esoquark Geld ausgeben.....
     
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  6. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Ich hatte einmal bezüglich einer ursprünglichen Frage nach einem agrarischen Zusammenhang des "Mondkalenders" der Maya auf Rafael Girard verwiesen: http://www.geschichtsforum.de/f148/lust-auf-weltuntergang-29876/ (In einem dort anschließenden Beitrag versuchte ich mehr schlecht als recht einen Eindruck seiner materialreichen Argumentationen zu vermitteln.) Darüber hinaus findet sich in diesem meiner Ansicht nach einschlägigen Werk eine interessante lokalisierende Hypothese zur Frühgeschichte der Maya, ihres Kalenders sowie ihrer Mythologie: Wenn ich mich recht erinnere setzt er diese an der guatemaltekischen Pazifikküste an - gemäß meiner wagen Erinnerung entspricht das auch Angaben bei Schele & Freidel. Für die klassische Zeit Mesoamerikas bemüht er sich ferner, den Einfluß Theotihuacans auf die Maya aufzuklären.

    An anderer Stelle empfahl ich auch einmal eine Werk von Michael Coe: http://www.geschichtsforum.de/383147-post2.html - sein Maya-Buch (The Maya - 8. wohl revidierte Auflage wohl aus 2011) kenne ich leider nicht; aber aufgrund der Kenntnis des anderen Werkes (über die Geschichte des Alten Mexicos) bezieht er in der Regel gerne neueste Forschungen (und gelegentlich auch entsprechende Forschungsprobleme) mit ein.
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ob man das bisherige Verständnis umschreiben muss, kann dahingestellt bleiben.
    Neuere Untersuchungen über die Zerstörung von Siedlungen legen den Schluss nahe, dass schwere Verwüstungen durch Kriege nicht erst in der Endphase der Kultur, sondern bereits wesentlich früher stattfanden.

    Ausgrabungen in Guatemala: Maya führten schon zur Blütezeit zerstörerische Kriege - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft :
    Bereits zur Hochphase ihrer Kultur bekriegten sich rivalisierende Gruppen der Maya mit großer Brutalität.

    Auch bleibt die Frage offen, ob der bereits belegte Begriff vom industrialisierten Totalen Krieg/Total Warfare des 20. Jahrhunderts anhand der Zerstörung ganzer Städte nun auf präkolumbische Zeiten ausgedehnt werden muss.

    Nature Human Behaviour
    Palaeoenvironmental, epigraphic and archaeological evidence of total warfare among the Classic Maya | Nature Human Behaviour
     
    thanepower gefällt das.

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