Militärische Überlegenheit der Sassaniden

Eierkopp123

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Hallöchen liebe Gemeinschaft,

ich habe mich mal etwas mit den römisch-persischen Kriegen beschäftigt und bin erstaunt, wie oft die Römer, trotz zahlenmäßiger Überlegenheit, derart von den Sassaniden versohlt wurden. Man bezeichnet die beiden Imperien immer wieder als gleichwertig, aber ich würde behaupten, dass in der Summe die Sassaniden mehr Schlachten gegen die Römer siegreich beenden konnten.

Ebbte die Kampfkraft der römischen Armee derart ab ? Die Sassaniden fochten auf ihrem Gebiet ja ebenfalls mehrere Kriege gegen andere Mächte.
 
Ich habe eher den Eindruck, dass sich, durch ihre zahlreichen Konflikte miteinander, oströmisches und sassanidisches Reich gegenseitig peu a peu schwächten (wobei beide jeweils auch zugleich mit anderen Konflikten/Kriegen beschäftigt waren)

Endgültig besiegt hatte keiner den jeweils anderen. Im Unterschied zum Sassanidenreich könnte Ostrom die heftigen Wirren im 7.-8.Jh. überstehen (wenn auch geschrumpft)

Aber zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich mich zu wenig in der spätantiken bzw frühmittelalterlichen Geschichte "im Südosten" (Sassaniden, dann Araber) auskenne. Aus meiner also laienhaften Rückschau: die beiden gleichwertigen Großmächte Ostrom und Sassaniden hätten sich besser um ihre anderen Grenzen kümmern sollen, statt sich immer wieder aneinander zu reiben.
 
Ich kann keine militärische Überlegenheit der Sassaniden erkennen, eher im Gegenteil:

Sogar im 3. Jhdt., als sich das römische Reich in jahrzehntelangen Bürgerkriegen permanent selbst zerfleischte, konnten (schon fast nebenbei – Priorität hatte für die Soldatenkaiser üblicherweise der Kampf gegen ihre Rivalen) die Sassaniden trotzdem in Schach gehalten werden. (Dafür reichte schon der mit den Römern verbündete Lokalfürst Odaenathus von Palmyra.)

Auch danach hielten sich Römer und Perser im Wesentlichen die Waage, ohne dass eine Seite ein klares Übergewicht erlangte. Es war ein ewiges Hin und Her: Mal stießen die Perser nach Syrien vor, mussten sich aber wieder zurückziehen. Mal drangen die Römer in Mesopotamien vor (und eroberten sogar die persische Hauptstadt Ktesiphon), konnten sich aber nicht halten. Ähnlich der Kampf um Armenien (das geteilt wurde) und Kolchis.

Erst Anfang des 7. Jhdts. konnten die Perser tatsächlich große Teile des römischen Orients erobern – aber der Ausgang ist bekannt: Zuerst eroberte Kaiser Herakleios alles wieder zurück, dann sackten die Araber die geschwächten Perser ein.
 
Schöne Zeittafel der Römisch-Persischen Kriege , hier kann man Siege und Niederlagen zählen (wozu ich faul bin).

Erst Anfang des 7. Jhdts. konnten die Perser tatsächlich große Teile des römischen Orients erobern – aber der Ausgang ist bekannt: Zuerst eroberte Kaiser Herakleios alles wieder zurück, dann sackten die Araber die geschwächten Perser ein.
Und danach sackten die Araber die ebenfalls geschwächten Byzantiner beinahe ein. Das ist aber eine andere Geschichte.
 
Ich kann keine militärische Überlegenheit der Sassaniden erkennen, eher im Gegenteil:

Sogar im 3. Jhdt., als sich das römische Reich in jahrzehntelangen Bürgerkriegen permanent selbst zerfleischte, konnten (schon fast nebenbei – Priorität hatte für die Soldatenkaiser üblicherweise der Kampf gegen ihre Rivalen) die Sassaniden trotzdem in Schach gehalten werden. (Dafür reichte schon der mit den Römern verbündete Lokalfürst Odaenathus von Palmyra.)

Auch danach hielten sich Römer und Perser im Wesentlichen die Waage, ohne dass eine Seite ein klares Übergewicht erlangte. Es war ein ewiges Hin und Her: Mal stießen die Perser nach Syrien vor, mussten sich aber wieder zurückziehen. Mal drangen die Römer in Mesopotamien vor (und eroberten sogar die persische Hauptstadt Ktesiphon), konnten sich aber nicht halten. Ähnlich der Kampf um Armenien (das geteilt wurde) und Kolchis.

Erst Anfang des 7. Jhdts. konnten die Perser tatsächlich große Teile des römischen Orients erobern – aber der Ausgang ist bekannt: Zuerst eroberte Kaiser Herakleios alles wieder zurück, dann sackten die Araber die geschwächten Perser ein.

An Odaenathus von Palmyra musste ich auch denken.

Die Sassaniden haben Kaiser Valerian gefangen. Shapur I. stieß bis Antiochia vor. Odaenathus stellte sie in Feldschlacht als sie beutebeladen zurück kamen und hat ihnen einen Großteil der Beute wieder abgenommen. Nicht nur das! Er führte einen Präventivkrieg, setzte über den Euphrat und stieß bis Ktesiphon/Seleucia vor. Die Residenz hat er nicht erobert, es fehlte an Belagerungsgerät aber er hat den Sassaniden arg zugesetzt.
 
Ich kann keine militärische Überlegenheit der Sassaniden erkennen, eher im Gegenteil:

Sogar im 3. Jhdt., als sich das römische Reich in jahrzehntelangen Bürgerkriegen permanent selbst zerfleischte, konnten (schon fast nebenbei – Priorität hatte für die Soldatenkaiser üblicherweise der Kampf gegen ihre Rivalen) die Sassaniden trotzdem in Schach gehalten werden. (Dafür reichte schon der mit den Römern verbündete Lokalfürst Odaenathus von Palmyra.)

Auch danach hielten sich Römer und Perser im Wesentlichen die Waage, ohne dass eine Seite ein klares Übergewicht erlangte. Es war ein ewiges Hin und Her: Mal stießen die Perser nach Syrien vor, mussten sich aber wieder zurückziehen. Mal drangen die Römer in Mesopotamien vor (und eroberten sogar die persische Hauptstadt Ktesiphon), konnten sich aber nicht halten. Ähnlich der Kampf um Armenien (das geteilt wurde) und Kolchis.

Erst Anfang des 7. Jhdts. konnten die Perser tatsächlich große Teile des römischen Orients erobern – aber der Ausgang ist bekannt: Zuerst eroberte Kaiser Herakleios alles wieder zurück, dann sackten die Araber die geschwächten Perser ein.
Ja die gegenseitige Zermürbung machte es den Arabern leichter. Bin auch der Meinung gelesen zu haben, dass zur Zeit im 3. Jahrhundert 60 Prozent der Verluste der römischen Armee im Osten lokalisiert werden konnten. Ich hatte anfangs nie gewusst, wie bedeutend gefährlich die Sassaniden für die Römer waren. Shakur der 1. war der zweite Hannibal.
 
Man muss auch bedenken, dass die Sassaniden spätestens nach 476 nur noch dem Oströmischen Reich gegenüberstanden. Dem übrig gebliebenen Restreich standen nicht mehr die Machtmittel des einstigen Imperium Romanum zur Verfügung. (So gab es bspw. keine Truppen mehr, die man vom Rhein nach Osten hätte verlegen können).
Selbst nachdem die Sassaniden die reichsten Provinzen Ostroms (Ägypten, Syrien) im letzten Römisch-Persischen Krieg erobert hatten, gelang es ihnen auch im Bündnis mit den Awaren (Konstantinopel wurde von zwei Seiten bedroht) nicht, Ostrom zu besiegen.
Stattdessen gelang es Heraclius mit seinen bescheidenen Mitteln, die Sassaniden zurückzudrängen und den Krieg sogar tief in das Territorium der Sassaniden zu tragen. Wenngleich die römische Allianz mit den Kök-Türken hier sicher eine Rolle spielte.

Ich bin mir nicht sicher, ob mich meine Erinnerung hier täuscht - legt mich also nicht fest, ich werde es nachlesen - aber der Ablauf war meines Erachtens folgendermaßen:

Chosrau II. gelangt mit der Hilfe des oströmischen Kaisers Maurikios auf den Thron. Als Gegenleistung muss er einen für das Sassanidenreich sehr ungünstigen Vertrag schließen. Als Maurikios von Phokas gestürzt wird, ist das für Chosrau II. ein willkommener Vorwand, um sich zu "revanchieren." Und sofern ich mich nicht täusche, soll Chosrau II. anfangs sogar Unterstützung von römischen Truppen, die Phokas feindlich gegenüberstanden, erhalten haben. Dies und die chaotischen Zustände durch den Kaisersturz sind verantwortlich für die großen Erfolge der Sassaniden. Phokas war dann zwar zeitweise erfolgreich in der Verteidigung, wurde dann aber seinerseits von Heraclius gestürzt, was anfangs wieder den Vormarsch der Sassaniden begünstigte. Ein Beweis für die Überlegenheit der Sassaniden gegenüber Ostrom findet sich meines Erachtens hierdurch aber nicht.

Dass Rom seinerseits die eroberten Gebiete im Sassanidenreich (zum größten Teil) nie langfristig halten konnte hängt wohl auch mit den Konstellationen in Mesopotamien zusammen, bei denen sich das römische Herrschaftssystem wohl eher als Nachteil erwies.

Gleichwohl waren die Sassaniden zweifelsohne der mächtigste Gegner Roms/Ostroms, als dieses noch ein wirkliches Imperium war. Das Ende der Arsakiden-Dynastie (Parther) und die Übernahme der Sassaniden stellt dennoch eine Zäsur für das Römische Reich da. Die Sassaniden nutzten nicht nur die Ressourcen ihres Reiches effizienter, sondern agierten auch viel aggressiver als ihre Vorgänger. Es wird oft unterschätzt, dass das Hauptaugenmerk der römischen Verteidigung spätestens seit diesem Zeitpunkt nicht am Rhein und an der Donau lag, sondern an der Grenze zum Sassanidenreich.
 
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