Mit Zitronen gehandelt? Der erstaunliche Aufstieg der sizilianischen Mafia und die Zitrone

Handelsvolumen zwischen Spanien und GB im 18. Jhdt,?
Im Erbfolgekrieg hatte GB auf habsburgischer Seite gestanden, die Bourbonen haben den Krieg gewonnen, GB behielt Gibraltar und Menorca ein. Danach führten das Königreich und Spanien bis zur Napoleonik andauernd Krieg miteinander. Mehrfach der Versuch, Gibraltar zurückzuerobern, Kriege um Kolonien (Portobello), österreichischer Erbfolgekrieg, Siebenjähriger Krieg... Bis Napoleon Carlos IV. und seinen Sohn Fernando (VII.) gefangensetzte, mit dem Aufstand der Spanier gegen die frz. Besatzung ging Spanien dann ein Bündnis mit England ein, fürchtete dabei aber stets, dass England Cádiz besetzten und ähnlich behalten könnte, wie Gibraltar.
Natürlich ist ein Handel in dieser Zeit nicht ausgeschlossen, Geld ist schließlich ein Motor für viele Menschen. Selbst während Krisen- und Kriegszeiten könnten also Spanier Briten Zitrusfrüchte (in Spanien aber eher Orangen) verkauft haben. Aber ein offizieller Handel war das sicherlich nicht, vielleicht werden die Feuchtärschchen (die Einwohner von Estepona werden Culitos moja(d)os genannt, weil sie die Blüten der Feigen früher mit Öl befeuchteten, damit diese schneller reiften) gerne mal ein Böötchen rüber geschickt haben.
 
Handelsvolumen zwischen Spanien und GB im 18. Jhdt,?
Ich schrieb nicht speziell Spanien, sondern Iberische Halbinsel.

Das sich Großbritannien und Spanien in den Konflikten des 18. Jahrhunderts zumeist auf verschiedenen Seiten und im Kampf gegeneinander befanden, ist mir durchaus bewusst.
Allerdings hatte Großbritannien schon vor den napoléonischen Kriegen ein durchaus brauchbares Verhältnis zu Portugal, das mit Spanien kam dann Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Napoléonik.

Einen Großteil des 18. Jahrhunderts standen die spanischen Häfen britischen Schiffen sicherlich nicht offen, aber die von Porto und Lissabon durchaus.

Ich weiß nicht, bis wohin ostwärts von Porto der Douro/Duero schiffbar bzw. ob der bis Zamora und Valladolid befahrbar ist, aber zumindest der Tejo/Tajo dürfte wohl als brauchbare Handelsroute bis weit in die iberische Halbinsel und nach Spanien hinein gelten können und natürlich unterhielten die Städte in westlichen Andalusien, Cadiz, Huelva, Sevilla Handelsverbindungen an die Algarve und nach Lissabon.

Folglich war es für Großbritannien auch in Zeiten, in denen das Verhältnis mit Spanien nicht so gut war, via Portugal möglich spanische Waren zu beziehen.

Allein für die Versorgung von Gibraltar, das ja kein Hinterland hat und sich kaum selbst versorgen kann, wird der Einkauf von Lebensmitteln und Versorgungsgütern aller art, in Andalusien, oder wenn die Verhältnisse das nicht zuließen, in Portugal um ein vielfaches einfacher und Kostengünstiger gewesen sein, als diese Güter von den britischen Inseln heran zu karren.

Spätestens, nach der Napoléonik, als das Verhältnis zwischen Großbritannien und Spanien sich deutlich gebessert hatte und die industrielle Produktion in GB fahrt aufnahm, standen die Briten vor dem angesprochenen Problem.
Sie konnten in die Küstengegenden Europas ihre Industriewaren in großen Mengen exportieren, fanden aber, zummindest im Industriellen- und Rohstoffsektor (Baumwolle) wenig Gegenangebot, oder es bestand keine Importnotwendigkeit (Eisenerze/Kohle).

Da wird es Sinn ergeben haben, im größeren Stil auf Agratimporte umzusteigen, die "Corn Laws", zum Schutz der Britischen Landwirtschaft vor billigen Getreideimporten, dürften sicherlich auch auf das stetig steigende Frachtvolumen durch den Beginn der industriellen Produktion und das damit verbundene Transportbedürfnis, so wie, damit verbundenen stegig weiter sinkenden Frachtkosten zurückzuführen sein.

Wenn aber die europäischen Handelspartner kaum Fertigwaren oder Halbzeug produzierten, in Europa selbst kritische Rohstoffe (Baumwolle) nicht in wirklich großem Stil produziert wurden und andere Rohstoffe (Erze/Kohle) nicht benötigt wurden, weil in GB selbst vorhanden und wenn gleichzeitig auf Getreide Einfuhrzölle/Verbote liegen, warum dann nicht die Frachträume mit Zitrusfrüchten und anderen für den Mittelmerrraum typischen Produkten füllen?
 
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Hmmm, Deine Informationen betreffend Cap't Cook - ich weiss nicht wo Du sie her hast, - aber sie haben mit der Wirklichkeit wenig zu tun
Ein Beispiel

Stimmt. Er lud vier tonnen Sauerkraut in Holzfãssern ein. Das Zeug hält 'ewig', auch in tropischen Gefilden.

Das ist pure Erfindung.
Es stimmt dass die Crew Sauerkraut nicht essen wollte. Daraufhin liess sich Cook einen psychologischen Trick einfallen: nur Offizieren wurden in der Officer's mess Sauerkraut gegeben. Die Mannschaft wurde etwas neidisch und bat auch um Sauerkraut. Lasst uns Cook selber darüber berichten :

The sour Kraut the men at first would not eat until I put in practice a method I never once knew to fail with seamen, and this was to have some of it dress'd every day for the Cabbin table and permitted all the officers to make use of it. The moment they see their superiors set a value upon it, it becomes the finest stuff in the world and the inventer of an honest fellow.

James Cook's journal, Tahiti, Thursday 13 April 1769

Cook hat wohl auch niemals so brachiale Methoden angewandt, er hat lediglich durchblicken lassen, dass er es notfalls tun würde, wenn er damit Ausbruch von Skorbut verhindern konnte. Tatsächlich war Cook alles andere als ein flogging captain." Im Gegenteil zeichnete sich Cooks Menschenführung durch Energie bei sehr viel Konzilianz aus. Dinge, die er ohnehin nicht verhindern konnte, wo er sich nur lächerlich gemacht hätte, wenn er es versucht hätte, war Cook bereit zu dulden. Die beiden Forster waren über das muntere Treiben von Cooks Crew auf Tahiti regelrecht entsetzt.

Von allen Entdeckern war mir James Cook neben Alexander von Humboldt immer einer der liebsten, ein hervorragender Seemann, der vorurteilslos auf das setzte, was sich in der rauen Praxis bereits bewährt hatte. Sein Entschluss, Kohlenschiffe (Colliers) einzusetzen, stieß auf viel Kritik, zumal Cook dadurch auf Komfort verzichtete. Cooks Entscheidung war aber für das, was von den Schiffen verlangt wurde, die richtige Entscheidung. Einer der aus Cooks Schule hervorging, war William Bligh von der Bounty, der zu einem fast sprichwörtlichen pedantischen Tyrann in der populären Vorstellung wurde, eine Etikettierung, die er eigentlich nicht verdient hatte.

Ein Pedant mochte Bligh gewesen sein, aber sicher kein Tyrann, Despot und Leuteschinder. Bligh war unter Cook gefahren. Nach den Einträgen im Logbuch der Bounty war William Bligh sehr zurückhaltend im Einsatz der Cat o nine, zurückhaltender noch als Cook.

Die berüchtigte Cat war keine Riemenpeitsche wie die Martinet, sondern ein aufgelöstes Tau, manchmal wurden noch Knoten hineingeknüpft. Flogging hinterließ bleibende Narben, und es sind daran Männer krepiert. Ohne die recht brachiale Disziplin in der Army und Navy von King George glorifizieren zu wollen, sollte man diese auch im Kontext der zeitgenössischen "Rechtspflege" betrachten. Das britische Recht im 18. Jahrhundert war knallhart. Bei Eigentumsdelikten wurde nicht selten die Todesstrafe verhängt, auch bei relativ geringwertigen Delikten und Mundraub. Es half vielen Delinquenten auch nicht, wenn sie minderjährig, weiblich oder auch geistig verwirrt waren.

Im Verhältnis zum regulären Strafrecht erschien die "Rechtspflege" in Army und Navy zumindest nicht übermäßig hart, man konnte dort mit der Cat o nine davonkommen, wo in vergleichbaren Fällen im regulären Strafrecht durchaus auch mal der Galgen drohen konnte. In den Jakobiten-Kriegen kam es vor, dass Schotten, Iren und Waliser als Indentured Servants auf die Zuckerfelder von Jamaika verbannt wurden. Seit 1788 entwickelte sich Australien zum Sibirien des britischen Empires.
 
Ich schrieb nicht speziell Spanien, sondern Iberische Halbinsel.

Das sich Großbritannien und Spanien in den Konflikten des 18. Jahrhunderts zumeist auf verschiedenen Seiten und im Kampf gegeneinander befanden, ist mir durchaus bewusst.
Allerdings hatte Großbritannien schon vor den napoléonischen Kriegen ein durchaus brauchbares Verhältnis zu Portugal, das mit Spanien kam dann Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Napoléonik.

Einen Großteil des 18. Jahrhunderts standen die spanischen Häfen britischen Schiffen sicherlich nicht offen, aber die von Porto und Lissabon durchaus.

Ich weiß nicht, bis wohin ostwärts von Porto der Douro/Duero schiffbar bzw. ob der bis Zamora und Valladolid befahrbar ist, aber zumindest der Tejo/Tajo dürfte wohl als brauchbare Handelsroute bis weit in die iberische Halbinsel und nach Spanien hinein gelten können und natürlich unterhielten die Städte in westlichen Andalusien, Cadiz, Huelva, Sevilla Handelsverbindungen an die Algarve und nach Lissabon.

Folglich war es für Großbritannien auch in Zeiten, in denen das Verhältnis mit Spanien nicht so gut war, via Portugal möglich spanische Waren zu beziehen.

Allein für die Versorgung von Gibraltar, das ja kein Hinterland hat und sich kaum selbst versorgen kann, wird der Einkauf von Lebensmitteln und Versorgungsgütern aller art, in Andalusien, oder wenn die Verhältnisse das nicht zuließen, in Portugal um ein vielfaches einfacher und Kostengünstiger gewesen sein, als diese Güter von den britischen Inseln heran zu karren.

Spätestens, nach der Napoléonik, als das Verhältnis zwischen Großbritannien und Spanien sich deutlich gebessert hatte und die industrielle Produktion in GB fahrt aufnahm, standen die Briten vor dem angesprochenen Problem.
Sie konnten in die Küstengegenden Europas ihre Industriewaren in großen Mengen exportieren, fanden aber, zummindest im Industriellen- und Rohstoffsektor (Baumwolle) wenig Gegenangebot, oder es bestand keine Importnotwendigkeit (Eisenerze/Kohle).

Da wird es Sinn ergeben haben, im größeren Stil auf Agratimporte umzusteigen, die "Corn Laws", zum Schutz der Britischen Landwirtschaft vor billigen Getreideimporten, dürften sicherlich auch auf das stetig steigende Frachtvolumen durch den Beginn der industriellen Produktion und das damit verbundene Transportbedürfnis, so wie, damit verbundenen stegig weiter sinkenden Frachtkosten zurückzuführen sein.

Wenn aber die europäischen Handelspartner kaum Fertigwaren oder Halbzeug produzierten, in Europa selbst kritische Rohstoffe (Baumwolle) nicht in wirklich großem Stil produziert wurden und andere Rohstoffe (Erze/Kohle) nicht benötigt wurden, weil in GB selbst vorhanden und wenn gleichzeitig auf Getreide Einfuhrzölle/Verbote liegen, warum dann nicht die Frachträume mit Zitrusfrüchten und anderen für den Mittelmerrraum typischen Produkten füllen?

Weine von der iberischen Halbinsel, Sherry, Portwein, Madeira waren seit dem 18. Jahrhundert sehr beliebt in GB.

Den ersten Sherry dürfte Francis Drake nach England gebracht haben, die er in Cadiz erbeutet hatte. Schotten, Iren und Engländer kauften seit 1724 Weingüter in Andalusien, Namen wie Sandeman oder Osborne stammen noch aus dieser Zeit.

Sherry-Fässer werden gerne verwendet, um darin Scotch Whisky reifen zu lassen.

Auch Portwein war in GB sehr beliebt. Seit dem späten 17. Jahrhundert kam man auf Geschmack nach Portwein. Wegen der chronisch schlechten Beziehungen zu Frankreich war das Interesse an exportfähigen Weinen von der iberischen Halbinsel groß. Schon die Römer hatten den Weinbau kultiviert, und Port schmeckte den Briten so gut, dass sie schon 1373 ein Handelsabkommen mit Portugal schlossen, das den Portugiesen den Kabeljau-Fang vor den britischen Inseln erlaubte im Austausch gegen Porto. Einen weiteren Aufschwung nahm die Portwein-Ausfuhr durch den Vertrag von Methuen 1703. Der Vertrag garantierte, dass die Engländer Textilien nach Portugal und in die Kolonien exportieren durften, während die Portugiesen im Gegenzug portugiesische Waren, vor allem Weine, Portwein und Kork ungehindert nach GB einführen durften.
Neben Rohwolle, Rohseide war nur noch Salz ein wichtiges Exportgut.

Portwein war zu dieser Zeit bereits der wichtigste Exportartikel für Portugal. Die portugiesische Wirtschaft wurde abhängig von GB. GB war der wichtigste Abnehmer für Weine, Kork und Salz.

Also zumindest was Portugal betrifft kann der Handel mit GB nicht so ganz unbedeutend gewesen sein.
 
@ Scorpio
re # 23
Leider ist es mir z.Z. nicht möglich # 23 zu kommentieren weil ich z.Z. keinen Zugang zu meinen Büchern habe, wie z. B. über Cook, Blight etc.
Ein Wort bzgl Port Wines und ähnlich gräßlich süßem Zeug: es war besonders bei älteren Damen sehr beliebt; weil sie glaubten es hälfe ihrer Verdauung.
Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben
o/t Fand Deinen Beitrag re Feinschmeckerei sehr interessant und leicht humorvoll. Aus diesem Grund verirr Dich nie nach Vancouver: das Zeug was Dir vorgesetzt wird ist oder grenzt an puke worthiness.
Nicht daß V. mal very high class restaurants and Konditoreien gehabt hatte: doch sie alle mussten mangels cash flow zu machen. C'est la vie.
 
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