Mittelalter-Alltäglichkeiten

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Goldmund, 23. August 2007.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Oh danke.
    Ich glaube das ists.

    Sehr belesen die Forenmitglieder hier.
    Respekt
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Obgleich ich mir den Toilettengang nicht unbedingt als wesentlichen Bestandteils eines Romans wünschen würde, den ich lesen wollte, habe ich zur Rechercheerleichterung dennoch einen Literaturtipp:
    Furrer, Daniel: Wasserthron und Donnerbalken. Eine kleine Kulturgeschichte des Stillen Örtchens. Darmstadt 2007.
     
  3. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Wo Du es schreibst, ist mir doch noch eingefallen, daß ich noch gar nicht auf einen Literaturtipp des Forums verwiesen habe :autsch:
    Dies sei nun hiermit nachgeholt: http://www.geschichtsforum.de/f178/europa-im-hochmittelalter-1050-1250-a-2571/
     
  4. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    Bitte fragt mich nun nicht nach der Quelle, ich vermute, dass ich es anlässlich der Besichtigung der großen Burgen in der Auvergne erfahren habe (irgendein Fremdenführer wird's wohl erzählt haben).

    Im stillen Örtchen der Burgen soll ein endloses, armdickes Hanfseil gehangen haben ( also zusammengbunden ), das man zur Reinigung des
    Hinterteils zwischen den Beinen durchzog. Dabei empfahl es sich, ein bereits abgetrocknetes Teilstück des Seils zu erwählen und dies ggf. zuvor an der Mauer abzuklopfen.

    Ich wäre selbst froh, wenn ich dies mit einer Quelle unternauert wiederfinden könnte, denn leider kann man nicht alles für "bares Geld" nehmen, was die Fremdenführer erzählen - sie versuchen ja oft etwas Spannung oder Heiterkeit einzubauen.

    Aber für einen Fantasyroman sicherlich auch ohne Quelle geeignet ?
    ( und wenn das nicht stimmte --- womit eigentlich hätten sie den sonst ??? Es gab ja noch nichteinmal Zeitungen )

    salu jeanne
    leider kann ich aus eigener Erinnerung nicht drüber reden, alles unter den Röcken war Tabu !)
     
  5. riotgun

    riotgun Neues Mitglied

    Welchen Teil des Ma meinst Du, wir reden über die Zeit von 611-1492, klassische Definition, also c.a. 850 Jahre. Wenn Du diesen Zeitraum von heute aus zurückrechnest bist Du im 12. Jahrhundert. In einem solchem Zeitraum verändert sich viel. Weiteres Beispiel, die Sowjetunion hat es 70 Jahre gegeben, die USA existieren seit 230 Jahren.
    Welche 50-100 Jahre sollen also in Deinem Roman Handlungsebene sein ?
     
  6. Balzer

    Balzer Neues Mitglied

    Clo

    Für den mittelalterlichen Clogang hätte ich da einen Tipp = auf der Neuenburg( Sachsen-Anhalt) ist eine regelrechte Ausstellung dazu. Auch einiges Kurioses kann man da erfahren. Wenn ich es noch recht in Erinnerung habe gab es dort mal ein regelrechtes Clodrama. So soll mal ein Teil des Hochadels beim gemeinsamen Geschäft abgestürzt sein, weil der Boden nachgab. Da es ein großer Erker war, stürzten ein halbes Dutzend 10-15 Meter tief. Ein paar konnte man aus der sch... retten, ein anderer Teil ersoff drin. Nur der Kurfürst von Sachsen und der Kaiser selbst blieben verschont, weil sie auf einer Fensterbank auf dem Clo saßen. Da das Fenster jedoch dem Eingang gegenüber lag und der Boden nun fehlte, musste man die Beiden auch noch kompliziert retten.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das klingt aber interessant. Aus welchem Anlass trafen sich denn Kaiser und Kurfürst dort?
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  9. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Ist das wiedergegeben worden, dass sie ertrunken seien? Eigentlich erstickt man wegen der Gase.
    Das ist ernst gemeint.
    Wobei Ertrinken nur eine Form des Erstickens ist. Da geschluckte Flüssigkeit nicht genügend Sauerstoff enthält.
     
  10. Interessanter Tipp.
    Aber das Clodrama halte ich doch eher für eine zu dick aufgetragene Story eines Museumsführers (oder wer immer sonst sie in die Welt gesetzt hat). Gemeinschaftslatrinen sind mir bisher hauptsächlich von den Römern bekannt. Die Aborte in Burgen waren üblicherweise "Einzelzellen". Das Museum auf der Neuenburg wirbt mit der Besonderheit
    Und ersaufen oder ersticken konnte man da auch nicht, gerade weil es Erker waren und die Ausscheidungen in den Burggraben oder so irgendwohin fielen.
    Zu Tode kommen kann man in Abortgruben, und (ich scheue mich etwas nach der launigen Ausgangsgeschichte, es hierherzuschreiben) in KZs wurden auch Häftlinge auf diese Weise umgebracht.

    @ Balzer: Trotzdem auf eine weitere fruchtbare Mitarbeit hier!:prost:
     

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