(Natur-)Katastophe Spätantike/Frühmittelalter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Simon, 26. März 2012.

  1. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

  2. Kochant

    Kochant Mitglied

    Die Universität Göteborg hat eine neue Analyse der Runen-Inschrift auf dem sogenannten ROK-Stein veröffentlicht. Danach soll es sich um einen Text handeln, der vor einem Klimawandel warnt, allerdings in andere Richtung, vor einer neuen Kältezeit.
    Hier ein deutschsprachiger Bericht:
    Runenstein von Rök: Dieser Wikingerstein soll vom Ende der Welt erzählen

    Ein englischsprachiger Bericht im Archaeologie-Netzwerk:
    The Vikings erected runestone out of fear of climate catastrophe - The Archaeology News Network

    Die schwedische "Übertragung" der neun Runenstrophen:
    Svensk översättning av Rökstenens text - Göteborgs universitet
    Im Kopfmenü rechts oben ist ein Schalter "English" für eine englische Version.
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Mod/Beiträge zum Rök-Stein zusammengefasst.
     
  4. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Meines Erachtens zeigt die angeführte Liste vor allem auf, angesichts der mit Beginn des 16. Jh. sprunghaft ansteigenden chronologischen Verdichtung dokumentierter und datierbarer Vulkanausbrüche, dass neben dem Ilopango in El Salvador und nicht näher identifizierten Vulkanen auf Island mit gewisser Wahrscheinlichkeit weitere (noch) unbekannte Ausbrüche in Frage kommen dürften.

    Vor dem 16. Jh. listet die Wiki-Seite ganze 10 (Groß-)Erruptionen für den Zeitraum von ungefähr 3000 Jahren, danach sind es grob über die Caldera gepeilt um die 500 bis heute, durchschnittlich also knapp einer pro Jahr. Von diesen sind zwar nur gute drei Dutzend mit einem Vulkanexplosivitätsindex – Wikipedia von 5 oder höher klassifiziert, was als Mindestmaß für ein Ereignis von großräumiger und längerfristiger Tragweite angesetzt wird. Doch bspw. ist der El Chichón in Mexico gar nicht gelistet, für den in Betracht gezogen wird, dass er um 540 in ähnlicher Größenordnung wie der Ilupango in Luft geflogen sein könnte.
    Volcanic Eruption May Have Plunged the Maya into a “Dark Age”

    Eine Forschergruppe um Ulf Büntgen glaubt insgesamt 3 vulkanische Großereignisse zwischen 536 und 547 nachweisen zu können, geht bei deren Verortung aber wohl nicht weiter als eine großräumige Eingrenzung vorzunehmen:
    - 536 hohe nördliche Breiten (vielleicht Island)
    - 540 äquatoriales Ereignis (verdächtig u.a. Ilopango in El Salvador)
    - 547 keinerlei räumliche Begrenzung
    Klimageschichte: Drei Vulkane beendeten die Antike
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2020
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  5. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

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  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dazu das summary:

    We have presented new geochronological and geological evi- dence to demonstrate that the TBJ eruption of Ilopango volcano in El Salvador is the only known 6th century eruption anywhere in the world that could explain the bipolar ice core sulfate deposit of 540 CE and thus it is implicated as a primary contributor to the well-documented northern hemisphere cooling from 540 to 550 CE.

    Regionally, the 539/540 CE eruption profoundly influenced Mayan demography, economic patterns, and political structures; globally, the combined climatic effects of the early 6th century eruptions contributed to a (re)shaping of world history (Arjava, 2005; Baillie, 1999; Keys, 2000). While the identity of the Northern Hemisphere eruption in circa 536 CE remains unknown (Büntgen et al., 2016), the identification of the tropical 6th century eruption should pro- vide new opportunities to evaluate climate model simulations of the impact of explosive volcanic eruptions (LeGrande et al., 2016) and to more precisely examine the role of the Ilopango TBJ eruption in the cultural history of Mesoamerica and the world.
     
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