Neue archäologische Entdeckungen

Nicht Neufund in Neufundland, sondern Neubewertung eines fast 100 Jahre alten Grabfundes im Altfundland Ägypten:
Was 1927 für einen kleinen Griffel oder Stift (punzón) aus Kupfer in den Resten einer Lederhülle gehalten wurde, entpuppte sich als 5.300 Jahre alter, prädynastischer Kupferbohrer als Bestandteil eines Bogenbohrers z.B. zum Bohren von Löchern in Holz.
Das erklärt auch die etwas spiralige Form des Werkzeugs. Nur 63 mm lang, 1,5 g schwer.
Möglicherweise gehärtet durch Beimischung von Blei, Arsen und anderen Metallen wie Nickel und Silber, also eine Art Arsenbronze (ich kenne allerdings nicht die genaue metallurgische Definition von Bronze).

Aus der Zeitung LaBrujulaVerde (= kleine grüne Hexe), ein Artikel des Journalisten Guillermo Carvajal:


Ein solches Werkzeug ist hier im Artikel abgebildet, in einer sehr viel späteren ägyptischen Wandmalerei aus dem Neuen Reich.

Aus der Arbeit der Forschergruppe um Martin Adler der Universität von Newcastle wird zitiert:
"An der aktiven Spitze des Instruments identifizierten die Forscher feine Rillen, abgerundete Kanten und eine leichte Krümmung. Diese Kombination von Spuren ist das „Fingerabdruck“ einer anhaltenden und schnellen Drehbewegung. Die mechanischen Beweise werden durch einen außergewöhnlichen organischen Fund untermauert: Am Metallkörper haften noch sechs Spiralen einer zerbrechlichen Lederschnur."

"Gerade die Zusammensetzung des Metalls liefert weitere entscheidende Informationen. Das Team führte eine zerstörungsfreie chemische Analyse mittels tragbarer Röntgenfluoreszenz durch. Die Ergebnisse, die der Mitautor Jiří Kmošek vorstellte, zeigten eine ungewöhnliche Legierung: Der Bohrer enthält Arsen und Nickel sowie nennenswerte Mengen an Blei und Silber. Eine solche Zusammensetzung hätte im Vergleich zu Standardkupfer ein härteres und optisch unverwechselbares Metall ergeben. Das Vorhandensein von Silber und Blei könnte auf bewusste Legierungsentscheidungen hindeuten und möglicherweise auf umfassendere Netzwerke von Materialien oder Wissen, die Ägypten im vierten Jahrtausend v. Chr. mit dem antiken östlichen Mittelmeerraum verbanden."
 
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Noch ein Artikel zu den Neandertaler-Funde in Katalonien:

und
 
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