Es gab ernsthaftere und komödiantischere Folgen. Aber ernstgemeint waren die Serien sicher nicht. Sie waren voller Anachronismen, Zeiten und Kulturen wurden wild durcheinandergewirbelt, und bei der Ausstattung hat man nicht einmal versucht, sie nach altem Griechenland aussehen zu lassen. Hercules und Iolaos interagierten wie in einer Hollywood-Buddy-Komödie. Es gab sogar auf einer Meta-Ebene angesiedelte Episoden, die z.B. die Produktion der Serie zeigten (wobei die realen Produzenten von Schauspielern aus der Serie dargestellt wurden oder die Schaupieler nicht in ihren Rollen, sondern als sie selbst auftraten). Zwei Musical-Episoden gab es bei Xena auch.
Für die Entstehungszeit war sie ziemlich aufwändig choreographiert, zumal sie sich - vor allem bei Xena - mitunter an Actionfilmen aus Hongkong orientierte. Eine aufwändige Szene mit einem Kampf auf Leitern hatte ich zuvor schon fast genauso in einem der "Once upon a Time in China"-Filme (mit Jet Li) gesehen.
Die Mulan-Realverfilmung gefiel mir eigentlich recht gut, auch im Vergleich zum animierten Original. Die Anpassungen an den Zeitgeist hielten sich zum Glück in erträglichen Grenzen. Ein bisschen merkte man dem Film allerdings an, dass Chinesen nur vor der Kamera standen, nicht auch dahinter. Hätte man auch Drehbuch, Regie und Produktion von mit solchen Filmen erfahrenen Chinesen übernehmen lassen, wäre noch wesentlich mehr drin gewesen.
Übrigens hatte es bereits einige Jahre zuvor einen rein chinesischen Mulan-Film gegeben (keine Verfilmung des Disney-Stoffes), dem man leider ein bisschen sein eher knappes Budget angesehen hatte. Es gab zwar Massenszenen, aber die Rüstungen sahen arg nach Plastik aus.
Chinesische Filmemacher mit Hollywood-Budget, das wär's ...