Ortsnamenkunde

Dieses Thema im Forum "Historische Hilfswissenschaften mit Genealogie" wurde erstellt von Sepiola, 9. November 2018.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das b zu p verhärtet wird, ist eigentlich ein Phänomen des Alpenraums, also bei den (ehemals) deutschen Dialekten in Italiens, Österreichs und Oberbayerns. Weiter ist die Verhärtung des b zu p nicht nach Norden vorgedrungen. Auf der anderen Seite hingegen zieht sich die Verhärtung des d zu t durch den ganzen oberdeutschen Raum, weshalb ich ein Paz- aus einem Badhwo für sehr unwahrscheinlich halte.
     
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  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Und wieso "Wurth"?
    "Gemeingerm. *laibō, got. laiba, asä. lēva, ahd. leiba Fem. ‘Hinterlassenschaft, Erbe, Besitz’" - lese ich bei Niemeyer.
     
  3. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Klauß blieb auch ohne Wiki bei "Bau" . So gibt es bei Steckby keinerlei Gekrümmtes.
     
  4. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Olav Madsen leitet das leva von angelsächsisch hlaev ab, das althochdeutsch hleo, leo, leu, lewes lautet und Hügel bedeutet. Eine Hinterlassenschaft würde zwingend einen Namen im vorderen Teil des Ortes bedeuten.
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Hast recht, das hatte ich falsch zugeordnet.

    Nicht mal eine Flusskrümmung?

    upload_2018-11-10_14-22-34.png
     
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  6. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Die prägefrische Severus-Münze aus Preusslitz zeigt fast genau das Vergrabungsjahr an. Die Germanen hatten keine Etuis zum kratzerfreien Transport. Das Leitfossil der Angeln, die Fensterurnen (eingelassene Glasstücke) ist ein sicheres Zeichen. Diese Fensterurnen wurden auch in Paschleben gefunden.
     
  7. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Die ist dort eigentlich schon vorbei.
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Was aber nicht jeden Hügel zur "Wurt" machen dürfte.

    Wer ist Olav Madsen?
     
  9. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  10. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Ein dänischer Philologe
     
  11. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    So was ähnliches habe ich mir fast gedacht.

    Wenn Du bitte noch Du noch das Buch bzw. den Aufsatz Madsens angeben möchtest, den Du hier referierst?
     
  12. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Der erhöhte Dorfplatz von Ostrau (Stumsdorf) heisst heute noch Wurth.
    Zu Angeln- Namen. (Klauß steht auf der Seite Madsens und Wilsers) Es gibt Trolleslöf, Skeppardslöf, Tinglöf, Hammarlöf, Träslöf, Wadanhloev. Ein Elfennachlass, Schiffer- Gerichts- Baum- Stein- Wodans-Nachlass dürfte keine Freunde finden. -Hügel schon!
     
  13. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    und der hat die hermundurische Sprache rekonstruiert oder entdeckt?
     
  14. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Ich beziehe mich hier immer auf Klauß. Dessen Literaturverzeichnis ist leider nicht Textbezogen.
     
  15. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Du siehst auf dem Luftbild noch die Böschung des altem Verlaufs. Da ist dort eindeutig eine Krümmung.
     
  16. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Nicht die Hermundurische, sondern die Herkunft der Bezeichnungen, die die Angeln hier hinterließen. Zu dieser Zeit waren die Hermunduren gerade nicht mehr auffindbar gewesen.
     
  17. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Die kann aber noch von der letzten Eiszeit stammen. Aber gut, in einem dünn besiedelten Gebiet will ich die "Lage an der Krümmung" mal gelten lassen.
     
  18. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Also ist Madsen jedenfalls noch älter als Klauß.
    Möchtest Du hier mit total veralteter Literatur den heutigen Forschungsstand "widerlegen"?

    Da wäre erst zu überprüfen, wie die Ortsnamen und deren Etymologien ermittelt wurden - und was davon tatsächlich auf Namen zurückzuführen ist.
    "Trolle" ist z. B. der Name eines altes Adelsgeschlechts
    Trolle (Adelsgeschlecht) – Wikipedia
    Im Übrigen wurden gerade in Dänemark gern Übernamen verwendet, Harald Blauzahn, Sven Gabelbart, diese Möglichkeit sollte auch nicht ignoriert werden.
     
  19. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Also die allgemeine Uneinigkeit ist so ähnlich wie bei der Deutung slawischer Namen. Ich selbst kann mich weder für einen Wodans-Nachlass noch für einen Tier-Nachlass (dein Link) begeistern. Ich halte mich da raus. Wir wissen, dass die Angeln in den betreffenden Ortschaften ihre Toten hinterlassen haben. Was danach an den Ortsnamen herumgeschliffen wurde, wissen die Götter.
     
  20. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ich weiß nicht, wo Du aus dem zitierten Beitrag eine "allgemeine Uneinigkeit" herauslesen möchtest. Du hattest einige Etymologien genannt, die Du aus zweiter Hand aus einem vermutlich 100 Jahre alten oder noch älteren Schinken aufgetrieben hast, von denen unklar ist, nach welchen Methoden sie ermittelt wurden, wie weit sie zeitlich zurückreichen und welche früheren Schreibweisen belegt sind.

    Ich hatte mehrere Autoren aus neuerer Zeit zitiert, demnach besteht über die -leben-Namen ein allgemeiner wissenschaftlicher Konsens, da kann von "allgemeiner Uneinigkeit" nicht die Rede sein. Dass es bei der Deutung einzelner Namen oft mehrere plausible Möglichkeiten gibt, wird sich nicht ändern lassen, weil:

     

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