Piloten.1916

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von kornet, 22. Februar 2021.

  1. kornet

    kornet Neues Mitglied

    Guten Tag!

    Ich bin Historiker und studiere die Geschichte meines Dorfes Luka, das am Ufer des Dnjestr in der Nähe der Stadt Voinilov, im Bezirk Kalush, in der Region Iwano-Frankiwsk liegt. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) stürzte ein Flugzeug (deutsch oder österreichisch) in der Nähe des Dorfes Luka ab und zwei Piloten wurden getötet. Die Piloten sind in der Nähe der Kirche im Dorf Luka begraben. Denkmäler für die toten Piloten sind erhalten geblieben. Aber die Inschriften sind längst verloren. Die Anwohner wissen, dass es zu dieser Zeit eine Luftschlacht gab und das Flugzeug in den Dnister fiel. Die toten Piloten wurden aus dem Fluss gezogen und begraben. Vielleicht hat jemand Informationen über diese Piloten? Kürzlich wurde ein metrischer Datensatz für Eier Ivannes gefunden, der 1870 geboren wurde. Er wurde im Dorf Luke begraben. 5. Juli 1916.

    Vielleicht ist er einer der verlorenen Piloten. Ich wäre dankbar für die Informationen. Entschuldigung. Danke.

    Hallo Zinovy.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Februar 2021
  2. kornet

    kornet Neues Mitglied

  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ivannes Eier nasratus[? ich lese nasratus, aber das ergibt keinen Sinn], e Ober-Stefanau, capitaneatus [zum Kapitän befördert?] Mähr[isch]-Trübau* (Mähren) Landst[urm]-Trainsoldat der Traindivision Nr 1 Krakau

    suffocatus in flumine Dniester (im Fluss Djnestr erstickt)

    schedula a D[octo]ri H, Mayer KuK 3/13
    Korpstraingruppe data 5/8 1916

    Sepelivit Vladimirus ????? (Wladimir XY wurde bestattet)


    *sieht zwar aus wie Prübau, aber scheint Trübau zu sein
     
  4. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ein Trainsoldat dürfte eher kein Pilot gewesen sein. Wenn mich nicht alles täuscht, ist der Train für den Nachschub, die Versorgung der Armee zuständig. Im 1. Weltkrieg war man noch nicht soweit Nachschub per Flugzeug zu befördern, quasi eine Luftbrücke zu errichten. Daher nehme ich an, dass Ivannes Eier nicht einer der gesuchten Piloten war.
    Bei Piloten im 1. Weltkrieg würde ich überdurchschnittlich viele Adelige vermuten.
     
  5. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    Johannes [Ivannes] Eier, verheiratet [uxo-ratus, hier getrennt geschrieben], aus Ober-Stephanau [Ober-Stefanau], Hauptmannschaft Mähr.[isch] Trübau (Mähren)
    Landst. [Landsturm] Trainsoldat der Traindivision Nr. 1 (Krakau)
    Im 46. Jahr [Anno] (1870)
    im Fluß Dniester ertrunken [suffocatus in flumine Dniester]
    Schedula a Dri [Doctori] E. Mayer k.u.k. 3/13 Korpstraingruppe 5.8.1916 [= am 5.8.1916 von Dr. E. Mayer zu Notiz gegeben, oder: nachrichtlich 5.8.1916 an Dr. E. Mayer]

    Bestattet hat Vladimirus Tassoyez [Tamoryev ?], Seelsorger

    Also m.E. kein toter Flieger sondern ein ertrunkener Soldat der Nachschubtruppen. Für einen Flieger wirklich zu alt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Februar 2021
    El Quijote und Ravenik gefällt das.
  6. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Einen Fall einer kleinen Luftbrücke gab es:

    Bei der Belagerung der galizischen Festung Przemyśl durch die russischen Truppen 1914/15. Um den Kontakt zu den anderen Armeeteilen aufrechtzuerhalten, wurde die Post von dort mit Flugzeugen befördert. Aus Przemysl wurde sogar versucht, die Post mit Heißluftballons ohne Besatzung zu transportieren.

    Die erste Militärflugpost

    Obwohl der Train auch für die Feldpost zuständig war und selbst wenn es in der Gegend von Luka einen Grund zum Transport von Feldpost per Flugzeug gegeben hätte, musste dafür bestimmt kein Trainsoldat zusammen mit der Post mitfliegen.
    Dieser Trainsoldat gehörte der 1. Traindivision an (eigentlich ein Bataillon. Bei der k.u.k Armee nannte man die Trainbataillone Divisionen). Diese Division war die Traineinheit des I. k.u.k Armeekorps.
    Das Korps war noch den ganzen Juni im Südtirol tätig gewesen und erst seit Kurzem in die Region Iwano-Frankiwsk (damals Stanislau) verschoben worden, mitten in die schweren Kämpfe der Brussilow-Offensive.
     
    Ugh Valencia und flavius-sterius gefällt das.
  7. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Bezüglich der beiden Piloten können vielleicht die "Österreichischen Flugzeug Historiker" (öfh)
    öfh - Österreichische Flugzeug Historiker weiterhelfen.
    Gemäss ihren Angaben sind 342 k.u.k Luftfahrtruppen-Besatzungen gefallen und noch 17 vermisst. Sie führen ein Verzeichnis.
     
    flavius-sterius gefällt das.

Diese Seite empfehlen