Prähistorische Seefahrten?

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von silesia, 6. November 2015.

  1. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Schweine haben doch offensichtlich eine geeignete Form um zu schwimmen. Jetzt versteht man erst wozu der Rüssel dient. Eines der berühmten schwimmenden Schweine der Bahamas:

    [​IMG]
     
  2. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Es ging ja um die Wildschweine, die in den letzten 90.000 Jahren die Straße von Gibraltar überquert haben sollen und denen das nicht zugetraut wird. Die Schwimmleistungen der deutschen Wildschweine wurden nur zum Vergleich herangezogen ;)
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Eben.

    Es ist zwar unterhaltsam, über die bloßen Möglichkeiten nachzudenken. Aber abseits von den diversen Google-Sauereien :D und Schwarmexpertisen:

    Es steht nach den derzeitigen (genetischen) Erkenntnissen eine Hypothese im Raum, dass sie es tatsächlich geschafft haben, auch wenn sich das nicht Alle vorstellen können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. August 2017
  4. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    rund um Cres gibts auch freischwimmende Wildschweine, hab selber schon eins gesehen, sicher 1 Meile vor der Küste
     
  5. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied

    Mir wurde von Pfälzern mal erklärt, schwäbische Schweine querten nächtens den Rhein um die Pfälzer Flure zu verheeren. Und das war durchaus ernst gemeint.
     
  6. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Was erst recht dann eine ernsthaft respektable Leistung schwäbischer Wildsauen wäre so sie bereits in heimatlichen Gefilden einwässern um sicherheitshalber erst mal Baden zu durchbaden damit man sie nicht als Gelbfüßlerwutz tituliert.
     
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  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Oben in #18 ist die Messinische Salinitätskrise angesprochen worden.
    Messinische Salinitätskrise – Wikipedia

    Die ist ein interessanter Kontext für eine aktuelle Meldung, die sich auf einen Forschungsbericht bezieht.

    Angeblich wurden 5,7 Mio. Jahre alte Fußabdrücke eines Hominiden gefunden, somit aus dem späten Miozän.
    Fundort: Kreta!
    Und damit wäre man bei der naheliegenden Annahme eines fast ausgetrockneten Mittelmeeres und einer damals existenten Landverbindung.

    Presse:
    Newly found 5.7 million-year-old human footprints fossil may challenge history of human evolution

    Zur Publikation in der PGA 2017 von gestern:
    Possible hominin footprints from the late Miocene (c. 5.7 Ma) of Crete?
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Und nach einem Artikel in der Science werden neben Seefahren nach Naxos auch solche nach Kreta angenommen, jedenfalls werden Funde auf 130.000 BP datiert.

    Neandertals, Stone Age people may have voyaged the Mediterranean
     
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  10. Mirtos

    Mirtos Mitglied

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  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das deutet wieder auf den Streit hin, ob Spuren auf Knochen auf menschliche Schnittspuren hindeuten oder andere Ursachen haben: die Philippinen 700.000 BP

    Earliest known hominin activity in the Philippines by 709 thousand years ago

    Der Aufsatz in der Nature behauptet menschliche Herkunft. Dann stellt sich die Frage, wie unsere Vorfahren dorthin gekommen sind: auf Baumstämmen? auf einer Art von Floss? abgetrieben beim Fischen oder rausgezogen von Tsunamis?

    War der Mensch schon vor 700.000 Jahren auf den Philippinen? | Philippinen Magazin
     
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  12. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    Also wenn ich raten müsste: Einbaum, rudern dauert vielleicht 2 Tage oder weniger, trotzdem erstaunlich was die dortigen "Heidelberger" gekonnt haben; anderseits sieht man ja wie sich die Heidelberger/Neandertaler an die widrigen Verhältnisse in Europa anpassen haben können, wenn die dortigen mit dem gleichen Talent das Meer erobert haben ist ein gewisse Seefahrt nicht unvorstellbar.
     
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Zum Hintergrund der Besiedlung Norwegens aktuell:

    In der Diskussion wurde der Hinweis auf antike Seefahrt nach Norwegen für die Andeutung benutzt, damit sei auch die Möglichkeit von weiter in den Atlantik hinausgreifenden Touren verbunden. Das sind nautisch zwei paar Schuhe.

    Norwegen wie Schweden zu erreichen, war aber schon offensichtlich in der Jungsteinzeit kein Problem, wie die humangenetischen Studien der letzten Jahre belegt haben (zwei Besiedlungswege: mit (1.) der Südroute neben (2.) der nördlichen Passage ab Neolithikum). Oder auch Fahrten zu den Orkney oder Hebriden.

    Zur steinzeitlichen Besiedlung des Oslo-Fjordes:
    Life was good for Stone Age Norwegians along Oslo Fjord
     
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  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Eine aktuelle Studie birgt eine kleine Sensation: wenn die archäologischen Erkenntnisse zutreffend sind, wurden in ägäischen Inseln nicht erst in der Jungsteinzeit und damit in den letzten 10000 Jahren besiedelt, sondern bereits von Neanderthalern 200.000 BP. Das geisterte bislang nur als Vermutungen herum, scheint aber nun bestätigt. 2018 wurden von Teilnehmern der Ausgrabungen bereits über Ergebnisse gesprochen, nun sind sie publiziert. Die Neanderthalern zugeordneten Fundstücke wurden auch bereits in einer Ausstellung präsentiert.

    Was im Falle Naxos etc. logischerweise kleinere "Seefahrten" voraussetzt, wenn die vermutete Landbrücke nicht lückenlos bestanden haben sollte. Ähnliche Vermutungen nach Werkzeugfunden hatte man auch bereits für Kreta, was aufgrund der Entfernungen noch eine andere Hausnummer wäre.

    Studie für Naxos in der Science Advances, freier download.
    Earliest occupation of the Central Aegean (Naxos), Greece: Implications for hominin and Homo sapiens’ behavior and dispersals | Science Advances

    Presse
    Scientists find early humans moved through Mediterranean earlier than believed

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  15. Caturix

    Caturix Mitglied

    Dass man Skandinavien schon in der Jungsteinzeit per Schiff erreichte ist eigentlich nichts besonderes, wenn man es zuvor schon zu Fuß erreichen konnte. Stichwort Doggerland, die Nordsee war größtenteils noch Festland, als ca. 8000 v.Chr. die Besiedelung einsetzte, wobei immer wieder Perioden folgten, wo die Ostsee am Kattegat von einer Landbrücke verschlossen war. Im Mittelmeer sah das noch etwas anders aus, wo vor 6000 Jahren noch Korsika und Sardinien miteinander verbunden war. Das bedeutet für das Meer eine längere Epoche, wo einfach jede Insel näher zum Festland lag, in der flachen Adria lag die Po-Mündung viel weiter im heutigen Meer.
    Prähistorische Atlantiküberquerungen mit frühen Einbaum-Konstruktionen kann man ausschließen, selbst Harald Haarmann hat sich in seinem jüngsten Buch "Vergessene Kulturen der Weltgeschichte" da sehr vorsichtig eine Theorie geäußert (am Eisrand in der Eiszeit entlang), um so vielleicht ein humangenetisches Problem in Nordamerika zu erklären.
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die solutreische Hypothese haben wir recht ausführlich diskutiert, mit dem Ergebnis, dass mehr dagegen, als dafür spricht.
     
  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  19. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Das Problem,das ich beim Nachweis praekolumbischer transatlantischer Seefahrt ,so sie denn stattgefunden haben sollte, sehe ist ein quantitatives.Im Zweifel wären die Gruppen .die am Eisrand oder übers Meer Amerika erreicht hätten so klein gewesen, dass sie keinen relevanten genetischen Niederschlag im " gesamtamerikanischen Genpool" gefunden hätten ,-Es wären einfach zu wenige (und dazu wohl meistens Männer )gewesen,um Spuren in der Gesamtpopulation zu hinterlassen
     

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