Schenkungen an die Kirche in mittelalterlichen Testamenten?

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Katinka85, 31. Oktober 2008.

  1. Katinka85

    Katinka85 Neues Mitglied

    Weiß hier vll jemand, ob es im MA üblich war, in seinem Testament große Schenkungen an die Kirche und die Armen zu veranlassen? (also abgesehen von der damaligen Frömmigkeit, war es eine Konvention?)

    vielen dank!
     
  2. JetLeechan

    JetLeechan Aktives Mitglied

    Nicht üblich.
     
  3. Hruga

    Hruga Neues Mitglied

    Die Kirche und die Armen waren zwei verschiedene Paar Schuhe. "An die Kirche oder die Armen" wäre korrekter gewesen. :winke:

    Das Armutsideal gab es schon im Mittelalter. Sicherlich war aber nicht jeder so extrem wie Elisabeth von Thüringen:

    Elisabeth von Thüringen ? Wikipedia
     
  4. Katinka85

    Katinka85 Neues Mitglied

    Mir schon klar, dass es zwei verschiedene Paar Schuhe waren. Hab mich halt n bissel blöd ausgedrückt :)

    ansonsten danke euch beiden!
     
  5. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

  6. Stiftungen an die Kirche waren sehr häufig. Viele Klostergründungen gehen auf solche Stiftungen zurück. Die Adeligen und Reichen (die ungefähr die selben waren) waren schon auf ihr Seelenheil bedacht, das sie dadurch sichern wollten. Allerdings sind politische Ziele davon nicht immer so exakt zu trennen. Ein Beispiel: Heinrich II. (HRR) ? Wikipedia

    Was direkte Schenkungen an Arme anging, war Elisabeth eher die Ausnahme. Da die Kirche aber auch für die Armenpflege zuständig war, kamen den Armen indirekt die Schenkungen an die Kirche zugute.
     
  7. Helma

    Helma Mitglied

    Nicht nur: Auch wenn in den Anfängen ein Bischof im Spiel ist, der sie beurkundete, war die älteste deutsche Bürgerstiftung keine Stiftung an die Kirche und es entstand daraus kein Kloster (wohl aber eine Pfarrei, zur Besoldung des Pfarrers leistet die Spitalstiftung noch heute einen Beitrag). Die Spitalstiftung Konstanz existiert noch heute.

    Häufig wurden solche Stiftungen "zu Ehren des Heiligen Geistes" errichtet, eine Recherche nach Einrichtungen mit diesem Namen lohnt sich sicher: Heilig-Geist-Spital Nürnberg, Heilig-Geist-Spital Berlin: "Das Spital war eine der ältesten Berliner Stiftungen und wurde erstmalig 1272 im Gildebrief der Bäcker, 1288 auch im Privilegium des Gewerkes der Schneider erwähnt ...".

    Auch für das Rottweiler Spital, über dessen erste Anfänge nichts genaues bekannt ist, wurden früh die Weichen in Richtung einer Bürgerstiftung gestellt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. November 2008
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