Körpe meint wohl, dass es da ein hohes Ufer gab, an dem die Perser standen, und dem gegenüber ein flacheres gab, an dem Alexanders Truppen Aufstellung bezogen hatten. Diese Frontkonstellation in der Länge von 2,5 km dürfte es nicht so viele entlang des Flusses geben, wobei fast egal sein dürfte, wo dieser früher floss.
Wieso das denn? Da die Schlacht am Fluss stattfand, ist für die Lokalisierung doch von zentraler Bedeutung, wo er floss.
Für die genauere Lokalisierung ist natürlich auch von Bedeutung, wo es damals steilere Ufer, flachere Stellen und Furten gab. *
Solange man all das nicht genau rekonstruieren kann, dürfte eine zuverlässige Lokalisierung kaum möglich sein.
* Das alles immer noch vorausgesetzt, dass der antike Schlachtbericht, auf den man sich stützt, überhaupt zuverlässig ist.
Für eine Lokalisierung anhand literarischer Quellen brauchen wir also:
- einen zuverlässigen Schlachtbericht **
- eine zuverlässige Rekonstruktion der topographischen Gegebenheiten 334 v. Chr.
- eine Übereinstimmung dieser Gegebenheiten mit dem Schlachtbericht (die nur dann sinnvoll beurteilbar ist, wenn der Schlachtbericht hinreichend präzise Angaben macht, was bei den Berichten zur Schlacht am Granikos nicht der Fall ist)
... und trotzdem wäre das Ergebnis ohne archäologische Funde nur eine (wenngleich gut argumentierbare) Spekulation.
** Ob er zuverlässig ist, lässt sich kaum zuverlässig feststellen.
Leider wissen wir nicht, wie zuverlässig die überlieferten Schlachtberichte sind. Selbst wenn es einer ist, macht keiner Angaben, die über vage "steile Ufer, flache Stellen, Furten" - alles ohne genauere Angaben - hinausgehen.
Für eine zuverlässige Lokalisierung führt an eindeutigen Bodenfunden kein Weg vorbei.