Selbstmord im 18. Jahrhundert

könntest du mir verraten wo du das gefunden hast?
Gefunden in der Bücherabteilung von Google.:)

Dort gibt es noch Vieles zur Haltung evangelischer Theologen bezüglich Selbstmord im 18. Jh., eigentliche Leichenpredigten fand ich keine mehr.
z.B. von Gottfried Less, lutherischer Theologe

Interessant könnte vielleicht noch "Die Declaration über den Selbstmord und Vergrabung derer sich selbst Entleibenden" vom 7. März 1747 sein.
Die königlich preußische Verordnung erlaubte es, diejenigen, welche sich selbst das Leben nahmen, still und ehrlich zu begraben. Offenbar gab es davor andere Gesetze.
 
Mir schwirrt da was im Hinterkopf herum, aber ich kann absolut nichts dazu sagen, wo ich das her habe, also auch nicht, ob das historisch oder fiktiv ist, dass Leute, um ein ordentliches christliches Begräbnis zu bekommen anstatt des Selbstmordes die Variante todesstrafenwürdiges Kapitalverbrechen wählten. Sie hätten dann quasi landesherrlich den Prozess bekommen, hätten noch einmal den Priester gesehen (Katholiken hätten beichten können - wobei das theologisch nicht gedeckt sein dürfte, ein schweres Verbrechen zu begehen, bei dem die spätere Beichte schon mit eingepreist ist) und dann ihr christliches Begräbnis erhalten und keines außerhalb des Kirchhofs.
Die Frage ist allerdings, ob jemand mit einer Depression überhaupt die Energue (und Zeit) für ein so kompliziertes Gebären gehabt hätte.
 
dass Leute, um ein ordentliches christliches Begräbnis zu bekommen anstatt des Selbstmordes die Variante todesstrafenwürdiges Kapitalverbrechen wählten.
War wohl ein größeres Problem im 18. Jh., denn Gesetzgeber sahen sich veranlasst, Verordnungen zu erlassen, wonach in solchen Fällen die Todesstrafe nicht anzuwenden oder zu verschieben sei.

Verordnung in Dänemark, wonach solche "Hinrichtungswillige" nicht hingerichtet, sondern gebrandmarkt und lebenslänglich ins Gefängnis gesperrt werden sollen. Zudem mussten sie jährlich zur Schau gestellt und nach ihrem natürlichen Tod enthauptet werden.
Verordnung, welchergestalt diejenigen zu bestrafen, die aus Ueberdruß des Lebens ein unschuldiges Kind oder einen erwachsenen Menschen umbringen für die vorhin großfürstlichen und gemeinschaftlichen Districte des Herzogthums Holstein 3.11.1775

In Oesterreich-Ungarn war die Gotteslästerung das entsprechende Mittel zum Zweck der indirekten Selbstmörder:
In Betreff der aus Ueberdruß des Lebens beschehenden Gotteslästerung

Siehe auch :
Selbstmord als Mordmotiv in Monatsschrift für Kriminalbiologie und Strafrechtsreform, 28. Jahrgang 1937, Heft 4, J. F. Lehmanns Verlag, München
oder : Suicide by Proxy: The Unintended Consequences of Public Executions in Eighteenth-Century Germany, 2008, Kathy Stuart
 
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