Sklavenhandel und Sicherung der Straßen

Nero Claudius

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Hallo,

ich habe irgendwo gelesen (bei Vittinghoff oder Strasburger glaub ich),
dass irgendein Kaiser (möglicherweise auch schon Augustus) die Sicherung der Straßen und Meere versprochen habe, wodurch die Sklaverei nochmals stark zurückging.
Meines Wissens war es aber so, dass Straßen nur mit Genehmigung benutzt werden durften und daher wohl eher von Privilegierteren betreten wurden.
Daher die Frage: war es üblich, dass auch Personen mit römischem Bürgerrecht von Sklavenjägern eingefangen und Sklaven wurden?
 
Personen mit Bürgerrecht wurden von Räubern überfallen und in die Sklaverei verkauft. Vor allem bei Seeräubern war das gang und gäbe (schließlich fiel Caesar selbst unter sie) weshalb deren Zurückdrängung durch Pompejus als große erleichterung empfunden wurde. Ich weiß auch, dass ein Kaiser die Fabriken inspizieren ließ, um dort gefangen gehaltene Opfer räuberischer Überfälle zu befreien, die als Sklaven verkauft worden waren - die Freilassung setzte allerdings einen langwierigen Gerichtsprozess mit vielen Zeugen, Kaufverträgen voraus, weshalb für freie Menschen ohne Bürgerrecht die Sache finster aussah, gerieten sie in die Sklaverei (übrigens auch ein beliebtes Thema der damaligen Liebes- und Abenteuerromane und -dramen). Wer der oder die Kaiser waren, habe ich blöderweise vergessen ... Hadrian?
Die Straßen durften von allen genutzt werden, die kaiserliche Post (mit ihren Relaisstationen, Ställen und Herbergen) nur von Boten und Emissären im kaiserlichen Auftrag. Wer es beim Kaiser so weit gebracht hatte, mit der "Post" reisen zu können, hatte allerdings wohl auch genug Kohle, um privat komfortabler unterwegs zu sein (mit Begleitschutz und Kutsche).
 
@Mumius P.: ...hatte allerdings wohl auch genug Kohle, um privat komfortabler unterwegs zu sein (mit Begleitschutz und Kutsche).
(Erbsenzähl an) M.W. war es in der Antike nicht üblich, umherzukutschieren. Der reiche Römer von Welt reiste in einer Sänfte. Ist ja auch viel bequemer. (Erbsenzähl aus)
 
(Erbsenzähl an) M.W. war es in der Antike nicht üblich, umherzukutschieren. Der reiche Römer von Welt reiste in einer Sänfte. Ist ja auch viel bequemer. (Erbsenzähl aus)


Die Sänfte wurde in der Stadt benutzt, wo tagsüber keine Gespanne verkehren durften, für Überlandreisen war eine Sänfte aber viel zu langsam, und man verwendete daher verschiedene Wagen. Da gab es zum Beispiel das essedum, ein keltisches Fahrzeug, das auf den britannischen Streitwagen zurückging. Das essedum war ein zweirädriger Karren, mit dem man relativ schnell und komfortabel reisen konnte. Das cisium glich dem essedum, war aber viel leichter gebaut und schneller. Es war ein Fahrzeug für kurze Distanzen und gute Straßen. Für den gehobeneren Bedarf gab es das carpentum, ebenfalls ein zweirädriger Karren, der wegen seiner Eleganz beliebt war. Es war ein Vorrecht der Frauen der kaiserlichen Familie, ein solches Fahrzeug in der Stadt zu benutzen. Der beliebteste Wagen für weite Reisen war allerdings die carruca dormatoria, ein vierrädriger Wagen, in dem der Passagier auch bequem schlafen konnte. Von Claudius ist bekannt, dass er sich für seinen Wagen einen Spieltisch einbauen ließ, um auch unterwegs würfeln zu können. Senatoren und andere Amtspersonen hatten ein Recht auf frische Pferde und konnten unterwegs Zugtiere oder Wagen requirieren lassen. Mit einer carruca bewältigte Caesar 1300 km in 8 Tagen. Der Bote, der die Nachricht von Neros Tod zu Galba brachte, schaffte die Entfernung von 540 km auf spanischen Straßen in nur 36 Stunden. Das mögen außérgewöhnliche Leistungen gewesen sein, doch auch in Durchschnittsrömer schaffte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km/h.

In seiner Romrede spricht Aelius Aristides davon, dass der augusteische Friede es ermöglicht habe, dass man ohne Angst vor Banditen und Piraten sicher reisen könne. Ähnliches berichtet Velleius Paterculus. Die Sicherheit war allerdings nur eine relative und Piraten und Banditen keine Seltenheit.

Es dürfte dieser Artikel im Forum "Römisches Reich" auch ganz interessant sein:

"Banditen, Piraten und Lokaldynasten- Roms Wilder Osten"
 
@Scorpio, vielen Dank für die Richtigstellung. Ich meinte gelesen zu haben, dass Cäsar sich in seinen Feldzügen meist in einer Sänfte aufhielt und von dort aus Befehle erteilte sowie Briefe diktierte. Im damals straßenlosen Gallien sicher sinnvoll. Wieder was gelernt.
 
In seiner Romrede spricht Aelius Aristides davon, dass der augusteische Friede es ermöglicht habe, dass man ohne Angst vor Banditen und Piraten sicher reisen könne. Ähnliches berichtet Velleius Paterculus. Die Sicherheit war allerdings nur eine relative und Piraten und Banditen keine Seltenheit.

Schon richtig, allerdings dürften die Zustände zuvor zumindest deutlich schlimmer gewesen sein. Ein moderner Vergleich sei hier erlaubt: trotz vorhandener Kriminalität dürfte Deutschland für z.B. einen Südafrikaner hinsichtlich seiner persönlichen Sicherheit eine Insel der Seligen sein.

@Scorpio, vielen Dank für die Richtigstellung. Ich meinte gelesen zu haben, dass Cäsar sich in seinen Feldzügen meist in einer Sänfte aufhielt und von dort aus Befehle erteilte sowie Briefe diktierte. Im damals straßenlosen Gallien sicher sinnvoll. Wieder was gelernt.

Ich hatte immer gedacht, er wäre geritten. :/
 
Mein alte-Geschichte-Dozent hat sogar mal erklärt, die römischen Feldherren hätten sich selbst aktiv am Kampfgeschehen beteiligt.

Und natürlich vielen Dank für die vielen, schnellen und vor allem guten Antworten!
 
Gibt es irgendwo Beschreibungen, bzw Abbildungen dieser 4 Wagen?
Was anderes habe ich im Moment nicht gefunden.
Es handelt sich einmal gewissermaßen um das "Wohnmobil" und zum anderen um den "Lkw" der römischen Antike.
 

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Einträge hatten sich überschnitten....


Im Archeon ( www.Archeon.nl), einem Museumspark kann man sich sogar mal in den Nachbau reinsetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine schöne Rekonstruktion zumindest von einem Wagen steht im RGM Köln:
Hatte mal gelesen, dass die Römer Strassen schnurgerade bauten, weil Frachtwagen mit 4 Rädern noch keine drehbare Vorderachse an der Deichsel hatte. Das Bild scheint dem zu widersprechen.:grübel:
 
Bei dem Kölner Wagen ist die Fahrgastzelle aufgehängt, was ein bequemes reisen ermöglicht.
 
Hatte mal gelesen, dass die Römer Strassen schnurgerade bauten, weil Frachtwagen mit 4 Rädern noch keine drehbare Vorderachse an der Deichsel hatte. Das Bild scheint dem zu widersprechen.:grübel:
In Bronze- und Eisenzeit ließ sich eine lenkbare Vorderachse mit einem metallenen Reibnagel einigermaßen sicher mit dem Wagen verbinden. Hinweise ergeben sich aus keltischen Wagengräbern (Rekonstruktionen [5], Wagengrab von Boé [6]). Trotzdem hatten viele vierrädrige Wagen in der Römerzeit keine lenkbare Vorderachse. Im Mittelalter zeitweise so gut wie vergessen, setzte die Drehschemellenkung sich ab dem 13. Jahrhundert dann allgemein durch.
(Wagen ? Wikipedia)
 
Die Straßen durften von allen genutzt werden,...

Zumindest die Staatsstraßen, die viae publicae. Wie am Namen deutlich öffentliche Straßen. Hier waren Anwohner z.T. auch verpflichtet ihren Obolus zu leisten! Es gab natürlich auch damals (wie heute) Privatstraßen, nur dass diese meist nur dazu dienten Privatbesitz an die Infrastruktur anzubinden.
 
...Ich meinte gelesen zu haben, dass Cäsar sich in seinen Feldzügen meist in einer Sänfte aufhielt und von dort aus Befehle erteilte sowie Briefe diktierte. Im damals straßenlosen Gallien sicher sinnvoll. Wieder was gelernt.


[Erbsenzähl:an]Wobei das vorrömische Straßennetz in Gallien schon sehr dicht und recht effektiv gewesen sein muss. Wie sonst sind die enormen römischen Marschsleistungen erklärbar und die hohe Bedeutung der befestigten Oppidia, welche dieses Wegenetz miteinander verband [Erbsenzähl:aus] :pfeif:

@Legat: Ach ja, die Grünen... sie fehlen wirklich bei so vielen guten Beiträgen!
Ersatzgrüne: :D:D
 
Zumindest die Staatsstraßen, die viae publicae. Wie am Namen deutlich öffentliche Straßen. Hier waren Anwohner z.T. auch verpflichtet ihren Obolus zu leisten! Es gab natürlich auch damals (wie heute) Privatstraßen, nur dass diese meist nur dazu dienten Privatbesitz an die Infrastruktur anzubinden.

Aber sicher doch. Im allgemeinen spricht man ja bei "Römerstraßen" von den tausenden Kilometern gepflasterter und geschotterter staatlicher Infrastruktur … und ich hab' doch nur Allgemeinbildung.

Interessant zum Aspekt der "Privatstraße" ist tatsächlich die Lage ländlicher Villen entlang der "Highways": durchaus immer ein paar hundert Meter entfernt. Wenn man sich allerdings vor Ohren führt, was für einen Heidenlärm eisenbeschlagene Räder auf Kopfsteinpflaster machen, versteht man diese vornehme Zurückgezogenheit vollends.
 
Aber sicher doch. Im allgemeinen spricht man ja bei "Römerstraßen" von den tausenden Kilometern gepflasterter und geschotterter staatlicher Infrastruktur … und ich hab' doch nur Allgemeinbildung.

Interessant zum Aspekt der "Privatstraße" ist tatsächlich die Lage ländlicher Villen entlang der "Highways": durchaus immer ein paar hundert Meter entfernt. Wenn man sich allerdings vor Ohren führt, was für einen Heidenlärm eisenbeschlagene Räder auf Kopfsteinpflaster machen, versteht man diese vornehme Zurückgezogenheit vollends.

Die Römer legten ihre viae publicae allerdings mit einem breiten Streifen linker- und rechterhand an. Als in Deutschland die Straßen noch mehrheitlich Kopfsteinpflaster waren, kannte man solche Streifen als Sommerwege. Nämlichen Gebrauch dieser Streifen darf man auch für die Römer annehmen: Im verregneten Winter benutzte man das Pflaster , im trockenen Sommer die Wiese nebenan.
 
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