Tageskalender

Geburtstage:
1993 Laura Dahlmeier, Biathletin. Mit 2 Olympiasiegen u. 7 WM-Goldmedaillen war sie eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. (+28.7.2025)
1970 Ricco Groß, Biathlet. Er war 9-facher Weltmeister, 4-facher Olympiasieger; nach dem Karriereende 2007 wurde er Trainer.
1944 Peter Hofmann, Sänger. Er war der Opern-Star mit den langen blonden Locken - und rocken konnte er auch. (+29.11.2010)
1904 Deng Xiaoping. Er war der wichtigste chinesische Politiker nach Mao Zedong und gilt als der „Generalarchitekt“ des modernen Chinas. (+19.2.1997)
1894 Willem Arondeus. Er war ein niederländischer Kunstmaler, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. (+1.7.1943)
1882 Élise Léontine Deroche. Sie war eine französische Flugpionierin und die erste Frau der Welt, die eine amtliche Pilotenlizenz erhielt. (+18.7.1919)
1880 Gorch Fock. Schriftsteller. Nach ihm wurden 3 Schiffe der deutschen Marine benannt. Darunter das 1958 gebaute aktuelle Segelschulschiffe. (+31.5.1916)
1860 Paul Nipkow, Techniker u. TV-Pionier. Mit der Erfindung der Nipkow-Scheibe legte er den entscheidenden Grundstein für das mechanische Fernsehen. (+24.8.1940)

Todestage:
2011 Loriot, Zeichner u. Humorist. Er prägte wie kein Zweiter den feinsinnigen, bürgerlichen Humor in Deutschland. (*12.11.1923)
1976 Oskar Brüsewitz, Pfarrer. Seine öffentliche Selbstverbrennung gilt als eines der bedeutendsten Fanale gegen das SED-Regime. (*30.5.1929)
1911 Theodor Scheimpflug. Marineoffizier u. Pionier der Photogrammetrie. Nach ihm ist die Scheimpflugsche Regel, auch Scheimpflug-Prinzip benannt. (*7.19.1865)
1850 Nikolaus Lenau. Er war ein bedeutender österreichischer Schriftsteller des Biedermeier. (*13.8.1802)
1485 Richard III. König. Mit seinem Tod gingen die Rosenkriege in England zu Ende. Shakespeare schuf ihm mit seinem Drama ein ewiges Gedenken. (*2.10.1452)
 
Geburtstage:
1978 Kobe Bryant. Er war einer der legendärsten Basketballspieler der Geschichte. Er kam bei einem Hubschrauber ums Leben. (+26.1.2020)
1946 Keith Moon, Musiker. Er war der legendäre Schlagzeuger der britischen Rockband The Who. (+7.9.1978)
1924 Ephraim Kishon, Satiriker, Journalist, Bestsellerautor, Regisseur u. Holocaust-Überlebender. Er war einer der bedeutendsten Humoristen des 20. Jh. (+29.1.2005)
1922 Inge Deutschkron, Journalistin u. Holocaust-Überlebende. Zeit ihres Lebens kämpfte sie gegen das Vergessen, Antisemitismus und Rechtsextremismus. (+9.3.2022)
1868 Paul Otlet, Bibliothekar u. Pionier der Informationswissenschaft. Lange vor der Erfindung digitaler Computer entwarf er Konzepte für ein weltweites, vernetztes Wissensnetzwerk. (+10.12.1944)
1769 Georges Cuvier, Naturforscher. Er prägte die Paläontologie und etablierte die Vergleichende Anatomie in der Zoologie. (+13.5.1832)

Todestage:
2023 Jewgeni Prigoschin, Söldnerführer. Seine Gruppe Wagner marschierte 2023 2 Tage lang gen Moskau. Er brach den Aufstand ab, kam ungeklärt ums Leben. (*1.6.1961)
2018 Dieter Thomas Heck, Moderator u. Showmaster. Er prägte über Jahrzehnte die deutsche Medienlandschaft und erlangte vor allem als "Mister Hitparade“ Kultstatus. (*29.12.1937)
1926 Rudolph Valentino, Schauspieler. Er war das erste globale männliche Sexsymbol und der unbestrittene Superstar der Stummfilm-Ära. (*6.5.1895)
1806 Charles Augustin de Coulomb, Physiker. Er war der Begründer der Elektrostatik und Magnetostatik. Nach ihm wird die Einheit der elektrischen Ladung benannt. (*14.6.1736)
1305 William Wallace, Freiheitskämpfer, Ritter und einer der wichtigsten Anführer während der schottischen Unabhängigkeitskriege. Der Schotte war Vorlage für den Film "Braveheart". (*um 1270)
 
Zuletzt bearbeitet:
Vor 80 Jahren: Die Militärregierung der Britischen Besatzungszone löst die preußischen Provinzen in ihrem Zuständigkeitsbereich auf und gründet die Länder Nordrhein-Westfalen, Hannover und Schleswig-Holstein.

Vor 60 Jahren: Das erste Bild von der Erde, die über dem Mond aufgeht, wird von der Mondsonde Lunar Orbiter 1 zur terrestrischen Bodenstation gefunkt.

Vor 50 Jahren:
Am Stausee Lac du Vieux Emosson im Kanton Wallis werden gut erhaltene Fußabdrücke von Dinosauriern entdeckt. Die Spuren sind etwa 250 Millionen Jahre alt.
Bei einem Erdbeben in China werden mehrere tausend Menschen getötet.

Vor 20 Jahren:
In der chinesischen Provinz Gansu wird der Wushaoling-Eisenbahntunnel in Betrieb genommen. Mit 20,05 Kilometern Länge ist es der zu diesem Zeitpunkt längste Eisenbahntunnel Chinas.
Die 18-jährige Natascha Kampusch entkommt nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft ihrem Entführer Wolfgang Přiklopil in Niederösterreich.

250. Geburtstag von Josef Hoëné-Wronski, polnischer Philosoph und Mathematiker

100. Geburtstag von Clifford Geertz, US-amerikanischer Ethnologe

75. Geburtstag von:
Jimi Jamison, US-amerikanischer Rocksänger (Survivor)
Nūr von Jordanien, Königin von Jordanien

60. Geburtstag von:
Charley Boorman, britischer Schauspieler und Abenteurer
Michael Jäger, deutscher Schauspieler
Alexander König, deutscher Eiskunstläufer und -trainer (DDR- und BRD-Meister)

50. Geburtstag von Scott Caan, US-amerikanischer Schauspieler
 
Made in Germany - Das Stigma, das zum Gütesiegel wurde
Am 23. August 1887 verabschiedete das britische Parlament den Merchandise Marks Act. Dieses Handelsmarkengesetz verpflichtete ausländische Produzenten dazu, das Ursprungsland auf ihren Importgütern unmissverständlich auszuweisen. Was als Schutzmaßnahme für den britischen Markt und als Warnhinweis vor ausländischen Erzeugnissen gedacht war, legte den Grundstein für den Aufstieg des Prädikats „Made in Germany“.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sah sich die etablierte britische Industrie zunehmend dem Druck eines aggressiven Verdrängungswettbewerbs ausgesetzt. Deutsche Hersteller drängten mit niedrigen Preisen auf den Weltmarkt. Um sich Marktanteile zu sichern, setzten viele deutsche Unternehmen nicht nur auf geringe Herstellungskosten, sondern kopierten teils etablierte Marken britischer Hersteller. Der Merchandise Marks Act sollte dem Einhalt gebieten. Die Pflicht zur Kennzeichnung diente aus britischer Sicht dazu, den Konsumenten vor täuschenden Nachahmungen zu schützen und Ware minderer Güte sofort identifizierbar zu machen.
Die bis heute in Deutschland kursierende Erzählung, die Kennzeichnung sei eine unbegründete Schikane gegen die deutsche Wirtschaft gewesen, greift allerdings im Ursprung zu kurz: Die Vorwürfe hinsichtlich der mangelnden Verarbeitungsqualität entsprachen den realen Verhältnissen der 1870er und frühen 1880er Jahre.
Der Wendepunkt und eine einsetzende, dringend notwendige Qualitätsoffensive im deutschen Gewerbe hatte seinen Anfang elf Jahre vor dem britischen Parlamentsbeschluss. Auf der Weltausstellung 1876 in Philadelphia fungierte Franz Reuleaux als amtlicher Preisrichter für das Deutsche Reich. Der 1829 in Eschweiler bei Aachen geborene Maschinenbauingenieur, Begründer der theoretischen Kinematik und spätere Rektor der Königlichen Gewerbeakademie sowie Professor an der Königlichen Technischen Hochschule Berlin, zählte zu den führenden wissenschaftlich-technischen Vordenkern seiner Zeit.
In seinen anschließend veröffentlichten Briefen aus Philadelphia sparte Reuleaux nicht mit scharfer Kritik an den ausgestellten deutschen Exponaten. Er attestierte den aus dem frisch gegründeten Deutschen Reich stammenden Erzeugnissen ein verheerendes Urteil:
„Deutschlands Industrie hat das Grundprinzip: billig und schlecht.“
Reuleaux bemängelte die mangelnde Präzision, den Hang zum schlechten Imitat und fehlende Innovation. Seine Analyse löste einen Schock in der deutschen Öffentlichkeit aus. Nachdem sich das gekränkte nationale Ehrgefühl beruhigt hatte, stieß sie rasch und mit Macht die notwendige Selbstreinigung und Neuorientierung der deutschen Industrie an. In der Folge bauten die deutschen Staaten die Ingenieursausbildung an den Technischen Hochschulen systematisch aus. Mit der Gründung der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt im Jahr 1887 wurden Präzision und Messtechnik institutionalisiert. Der Schwerpunkt des deutschen Exportgewerbes verschob sich weg von der billigen Massenware, hin zur Feinmechanik, Elektrotechnik, Chemie und zum modernen Maschinenbau auf höchstem, bislang unerreichtem Niveau.
Als der Merchandise Marks Act am 23. August 1887 in Kraft trat, traf die geforderte Kennzeichnung „Made in Germany“ auf einen Industriesektor, der den Wandel zum Qualitätsanbieter bereits in Teilen vollzogen hatte. Anstatt Käufer abzuschrecken, entwickelte sich die Angabe des Ursprungslandes auf den britischen und internationalen Märkten rasch zu einer Garantie für technische Verlässlichkeit, solide Verarbeitung und höchste Ingenieurskunst.
Hand aufs Herz: Wer wusste, dass die deutschen Industrieerzeugnisse noch in den 1870er Jahren in erheblichen Teilen von so schlechter Qualität waren und dass Franz Reuleaux, dessen Familienwurzeln in Wallonien lagen, Vater des deutschen Qualitätsprinzip war?
 
Am 23. August 1990 verkündet die 10. Volkskammer, das erste frei gewählte Parlament der DDR, den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland zum 3. Oktober 1990. Es ist das Ergebnis einer turbulenten Sondersitzung, die tags zuvor von Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU) einberufen wurde. Erst um drei Uhr nachts verliest Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl die historische Entscheidung, deren Ergebnis mit 294 Ja-Stimmen gegen 62 Nein-Stimmen deutlich ausfällt.
 
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