Themenportal erster Weltkrieg

Ergänzend zu dem Bildband "Shots FromThe Front" des Autors Richard Holmes erlaube ich mir den Hinweis auf eine Internetseite:

"The Heritage of the Great War".
Link: The Heritage of the Great War / First World War 1914-1918. Graphic color photos, pictures and music

Ein Wort der Warnung ist sicher wichtig, viele der historischen Fotos auf der Seite sind kaum zu ertragen, grauenhaft. Für sensible Menschen nicht geeignet, und das meine ich sehr ernst!

Die Seiten sind schon sehr lange Online, seit dem Jahr 1994, gehostet in den Niederlanden, eine sehr gute Internetseite, nach 30 Jahren sicher eine der besten Internetseiten über den Ersten Weltkrieg, aber schaut bitte selbst...
(Das Design der Seiten ist "altbacken", 1994 eben...) ;)

Micha
PS Den Thread für die Links fand ich leider nicht, wenn hier falsch, dann bitte verschieben, danke.
 
Zuletzt bearbeitet:
zwar muss man sich etwas "durchscrollen", aber von COL61/40 bis COL70/49/2 findet man zum freien download fast alle Dossiers der unteralliierten Militärkommission zur Entfestigung (Kiel, Rheingrenze) und zu den nach dem Versailler Vertrag weiterhin erlaubten Festungs- 6 Militäranlagen (Küstenfestungen, Nordseeinseln u.a.)
Es fehlen lediglich die Unterlagen zu Helgoland (ich weiß nicht, warum) und zur Sicherungsstellung Nord (diese war nach 1918 auf dänischem Gebiet)
Die Dossiers mit Kartenmaterial bis ins geringste Detail sind nahezu vollständig in französischer Sprache.

Man gewinnt einen erstaunlichen Überblick darüber, wie immens viel und aufwändig das deutsche Kaiserreich vor und während des Ersten Weltkriegs fortiziiert hatte. Das könnte zu dem Fehlschluss verleiten, hier dem Kaiserreich eine Art Militarismusmanie zu attestieren - die anderen beteiligten Akteure des Ersten Weltkriegs hatten nicht weniger fortifiziert*), aber im Gegensatz zum Kaiserreich wurden sie nach 1918 nicht akribisch untersucht!

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*) das alles aufzuzählen sprengt diesen Beitrag - bzgl des Forums finden sich über etliche Fäden verstreut zahlreiche Beiträge zum Festungsbau im späten 19. und frühen 20. Jh.
 
Das könnte zu dem Fehlschluss verleiten, hier dem Kaiserreich eine Art Militarismusmanie zu attestieren
Kein Fehlschluss, sondern logischer Rueckschluss auf Grund dessen, was Historiography /Literatur diesbezueglich akribisch zusammengetragen hatte.
 
Es wäre hilfreich, wenn du beim Zitieren berücksichtigst, von welchem Unser das Zitat eigentlich stammt. Dann ist der geneigte Leser nämlich in der Lage, das Zitat im Zusammenhang zu lesen.

Am Vorabend des Weltkrieges, ich spreche ausdrücklich vom Ersten, war der Militarismus nicht mehr die dominierende Kraft in der deutschen Politik. Ja, er befand sich schon im Niedergang und das ist sicher auch auf eine Stärkung der sozialistischen und klar antimilitaristischen SPD zurückzuführen.

1908 führte Kanzler Bülow aus: "Vor allem darf nicht vergessen werden,, daß man in unserer Zeit Kriege nur dann dann führen kann, wenn das Volk davon überzeugt ist, das der Krieg notwendig und das er gerecht ist. Ein frivoler und leichtsinniger Weise hervorgerufener Krieg würde, selbst wenn er glücklich ausliefe, im Inneren nicht günstig wirken. Ein Krieg, der, in solcher Voraussetzung, schief ausginge, würde nach menschlicher Voraussicht eine Katastrophe für die Dynastie bedeuten. Die Geschichte lehrt, daß auf jedem großen Krieg eine liberale Ära folgt."

Klingt nicht wie ein Militarist.

Der folgende Kanzler Bethmann-Hollweg führte aus, daß "ein Weltkrieg mit seinen gar nicht zu übersehenden Folgen die Macht der Sozialdemokratie, weil sie den Frieden predigt, gewaltig steigern und manche Thron stürzen werde."

Beide Reichskanzler hatten sicher auch die russische Revolution von 1905 im Hinterkopf.

In Frankreich befand sich der Sozialist Jean Jaures auf dem Höhepunkt seines Einflusses.

In Russland gab es einen mehrwöchigen Streik in den Putilowwerken, der dann auf Riga, Moskau und Tiflis übersprang. Mehr als 1,3 Millionen Arbeiter, als gut 65% aller russischen Arbeiter waren 1914 an diesem Streik beteiligt.
 
@bibliophile du hast einen Satz aus meinem Beitrag #12 verkürzt zitiert und das verkürzte Zitat dann in einen anderen Zusammenhang gebracht.

Beitrag #12 verlinkt die immense Materialmasse der interalliierten Militärkommission, welche im Kontext des Versailler Vertrags 1. den Festungsbau bzw. die Festungen samt ihrer Bewaffnung des deutschen Reichs innerhalb der Grenzen ab 1918 komplett untersucht hatte und 2. die Bestimmungen zur Entfestigung laut Versailler Vertrag (Rheingrenze, Kiel, Helgoland) überprüfte (all die Dossiers bzgl Demantelement also Entfestigung). Hierzu ist anzumerken, dass die Militäranlagen keines anderen Akteurs des Ersten Weltkriegs a) derart akribisch von 1919-27 untersucht und reglementiert und teilweise (Rheingrenze) entfestigt wurden. Aus der Perspektive der Festungsforschung (ja, so etwas gibt es tatsächlich, übrigens auch in England: fortress study group oder so ähnlich, haben tolle Publikationen) ist das ein Glücksfall, denn damit haben wir sehr detaillierte Pläne von Militäranlagen, die seit 100 Jahren komplett verschwunden (gesprengt & beseitigt) sind.

Ich zitiere meinen Beitrag noch mal:
Man gewinnt einen erstaunlichen Überblick darüber, wie immens viel und aufwändig das deutsche Kaiserreich vor und während des Ersten Weltkriegs fortiziiert hatte. Das könnte zu dem Fehlschluss verleiten, hier dem Kaiserreich eine Art Militarismusmanie zu attestieren - die anderen beteiligten Akteure des Ersten Weltkriegs hatten nicht weniger fortifiziert*), aber im Gegensatz zum Kaiserreich wurden sie nach 1918 nicht akribisch untersucht!
mein Kommentar zum möglichen Militarismus-Fehlschluss bezieht sich sicht- und verstehbar auf den Kontext der Fortifikation, welche allerseits von den europäischen großen und kleinen Mächten vehement betrieben worden war - es ist also müßig, ja fehl am Platz, in diesem Faden, welcher der Material/Literatursammlung/Information dient, eine Diskussion über Militarismus oder sonstwas anzudeuten.
 
zwar muss man sich etwas "durchscrollen", aber von COL61/40 bis COL70/49/2 findet man zum freien download fast alle Dossiers der unteralliierten Militärkommission zur Entfestigung (Kiel, Rheingrenze) und zu den nach dem Versailler Vertrag weiterhin erlaubten Festungs- 6 Militäranlagen (Küstenfestungen, Nordseeinseln u.a.)
In der Tat, ein sehr informativer Link. Danke dass Du ihn hier bekannt gemacht hast.
@bibliophile du hast einen Satz aus meinem Beitrag #12 verkürzt zitiert und das verkürzte Zitat dann in einen anderen Zusammenhang gebracht.
Das sehe ich anders, Du schriebst "Das könnte zu dem Fehlschluss verleiten, hier dem Kaiserreich eine Art Militarismusmanie zu attestieren -" Um genau zu sein, es waren die Preussen gewesen , denen zu Recht eine fanatische Militarismusmanie zugeschrieben wird. Es war Churchill gewesen, der diesen preussischen Militarismus z.T. als Ursache fuer beide WKe betrachtete und deshalb wuenschte "to extirpate Prussian militarism".
 
Das sehe ich anders, Du schriebst "Das könnte zu dem Fehlschluss verleiten, hier dem Kaiserreich eine Art Militarismusmanie zu attestieren -"
Hier muss ich dich korrigieren: ich hatte explizit nur vom (europäischen) Festungsbau (nach der Brisanzkrise) geschrieben. Einzig darauf bezieht sich das "hier", also auf diesen sehr begrenzten (und ohnehin militärischen) Themenbereich.
Wenn du zum britischen Festungsbau dieser Periode (ab ca 1885 bis 1918) recherchieren willst, empfiehlt es sich, bei den Palmerston-Forts zu beginnen und bis z.B. zu den Panzerbatterien auf den Scilly Islands voran zu schreiten.
Vehemente Fortifikation auf jeweils modernstem Stand betrieben alle von 1885 bis in WW I hinein, das Ausmaß hing dabei von den jeweiligen finanziellen Möglichkeiten ab. Hieraus kann nicht auf einen dezidierten expliziten Militarismus geschlossen werden (niemand würde Frankreich wegen des "eisernen Riegels" (Barriere de fer) als militaristisch bezichtigen)
 
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