Tote Krieger in der Antike

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von decebal, 3. August 2008.

  1. decebal

    decebal Neues Mitglied

    was geschah mit gefallenen kriegern in der antike??
    ich weiß lediglich ,dass die griechen ,die waffen der gegner dem kriegsgott(ares?) opferten ,weil sie dachten die waffen gehörtem ihm, da er ja den sieg schenkte.was machten germanen,kelten,skythen,thraker,römer etc mit den besitztümern und leichen der getöteten feinde??:confused:
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Von den Kimbern wurde überliefert, dass sie nach der Schlacht von Arausio die Gefangenen und die gesamte Beute opferten.
     
  3. Nakharar

    Nakharar Neues Mitglied

    Das habe ich auch gelesen.
    Ich kann mir aber auch vorstellen das das Leichenfleddern eine wichtige Rolle spielte. Sei es als Trophäen ("Kuck mal kleiner Arminius, das hat Opa aus Gallien mitgebracht) oder weil aus Sicht der Barbaren die römischen Waffen und Rüstungen qualitativ überlegen waren.
    Dazu spielte wie bei den Griechen sicherlich die Religion eine Rolle.
     
  4. decebal

    decebal Neues Mitglied

    XDDD haha der war gut^^
     
  5. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Alles was aus Metall war wurde soweit möglich garantiert aufgesammelt.
    Ob es damals schon den Begriff der Leichenfledderei gab wage ich zu bezweifeln, daher alles was noch zu gebrauchen ist wird mitgenommen.
    Zu den Leichen hat jemand in einem anderen Thema schon mal gesagt, das die Beseitigung noch im 19 Jh. den Anwohnern überlassen wurde. Also gehe ich mal davon aus, das diese sofern sie nicht in Bewohnten Gebieten lagen, den Aasfressern überlassen wurden.
     
  6. decebal

    decebal Neues Mitglied

    unter günstigen bedingungen(wenn es danach regnete und alles mit schlamm übergossen wurde) hieße das dann ja dass man auf antiken schlachtfeldern massenweise gebeine finden könnte oder??
    sind antike schlachtfelder bekannt auf denen man gebeine fand??
     
  7. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Die gibt es. Aber die historische/archäologische Erschließung und Einordnung ist in vielen Fällen höchst umstritten. Vgl. z. B.

    http://www.geschichtsforum.de/f28/kalkriese-als-ort-der-varusschlacht-zweifelhaft-22738/
     
  8. decebal

    decebal Neues Mitglied

  9. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Die Karthager (u.a Kelten und Iberer) haben die Schlachtfeldtoten verbrannt. Das tat man,
    - um dem Geruch zu entgehen,
    - Seuchen vorzubeugen
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du meinst sicher diesen Thread: http://www.geschichtsforum.de/f80/g...gangener-zeiten-22936/?highlight=g%E4nsegeier

    Meines Wissens ist Kalkriese das einzige nicht aufgeräumte Schlachtfeld der Antike, welches bisher ergraben wurde. Ansonsten noch Marathon, wo es mehrere tumuli für die Krieger der griechischen Städte und einen Begräbnisplatz für die Perser gibt.

    Mich würde interessieren, woher Du dieses Wissen hast.
     
  11. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    In der Regel wurden erbeutete Waffen und Kriegsgerät für den Eigenbedarf behalten, wie das ja auch die homerischen Helden tun. Idomeneus der König von Kreta besaß zehn erbeutete Rüstungen, womit er einem Kameraden aushilft. Diomedes besitzt ebenfalls eine reiche Sammlung, er erbeutet Äneas Streitwagen und sein Gespann, mit dem er bei den Leichenspielen des Patroklos siegt. Um die Gefallenen wird häufig gekämpft, um sie zu bestatten, damit sie nicht geplündert und geschändet werden. Auch Hektor behält die von Patroklos erbeutete Rüstung, die wie die zweite ein Geschenk der Götter zur Hochzeit des Peleus mit Thetis war.
    Vor dem Zweikampf mit Achilleus will er sich einigen, dass der Sieger die Waffen nimmt, dem Besiegten aber ehrenvolle Bestattung erweist. Was mit den Gefallenen sonst geschah, darüber berichtet Homer schon in den ersten Versen seines Epos:

    "Singe mir, oh Göttin vom unheilbringenden Zorn des Peliden Achilleus,
    Der den Argeiern vielfaches Leid schuf,
    Und viele stattliche Seelen der Heroen zum Hades hinabwarf,
    Sie selbst zur Beute machte, den Hunden und Vögeln zum Fraß."

    Priamos sieht sich in einer Version von den eigenen Hunden gefressen, die er aufzog.

    Das passiert auch Ahab, dem König von Israel, dem Elias weissagt, dass die Hunde sein Blut lecken werden. Im dieser Geschichte haben die Hunde sogar einen Trinknapf, Ahabs Streitwagen.

    Vieles was bei den bronzezeitlichen Kriegern Homers gilt, trifft auch auf spätere Zeiten zu, ein Schlachtfeld wurde vom Sieger ausgeplündert. gefallene Rotarmisten, bzw ihre Winterkleidung rettete manchem Soldaten das Leben.


    Noch eine Anmerkung zu Beutewaffen als Weihegeschenk und zum Ideal des Zweikampfs: Bei den Römern galten die Waffen, die einem gefallenen gegnerischen Heerführer von einem römischen Kommandeur abgenommenen als sakrales Beutegut. Spolia optima nannten das die Römer, und sueton berichtet, dass der ältere Drusus, der Vater des Germanicus und Claudius mehrfach spoliae otimae erbeutete.
     
  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Nach der Schlacht bei Höchstädt 1704 behaupteten die Truppen Marlboroughs und Prinz Eugens drei Tage das Schlachtfeld. Höchstädt war eine sehr verlustreiche Schlacht, in ganz Europa war man über die Verluste entsetzt. Junkelmann hat in einem Aufsatz zum 300 jährigen Jubiläum ausgerechnet, dass die Gefallenen und Pferde einen 1m hohen und kilometerlangen Wall gebildet hätten. Die Alliierten plünderten das Schlachtfeld und warfen die Kadaverin die Donau.
     
  13. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Kam in einer Doku am Wochenende. Da wurden die Verbrennungsvorrichtungen gezeigt. Eine große Grube mit Stein ummauert, oben drüber ein Rost, auf dem die Toten verbrannt wurden.
    Es ging um die Schlacht am Trasimenischen See. Leider weiss ich nicht mehr den Sender, Phönix oder N24.
    Auch nach der Schlacht von Cannae sollen solche Vorrichtungen exisitiert haben, die man archäologisch ausgegraben hat.
    Oder meinst du, woher ich weiss, dass bei den Karthagern auch Iberer und Kelten fochten?
     
  14. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Aktives Mitglied

    Es gibt noch mehr Schlachtfelder.
    Um nur zwei prominente zu benennen:
    Bei Krefeld-Gellep liegen zwei übereinander. Zwar sind wohl die Leichen der meisten (aber nicht aller) Soldaten verbracht worden, aber die Pferde geben deutliche Hinweise wie das Schlachtfeld in etwa aussah. Diese wurden nur in einigen Fällen bewegt und nur im Fall eines der Tore aufgehäuft, ansonsten scheinbar an Ort und Stelle begraben.

    Ein weiteres bekanntes Schlachtfeld ist Dura Europos, u.a. eine Limesfestung, in der u.a. mehrere Soldaten mitsamt ihrer Ausrüstung verschüttet wurden.

    Große Schlachtfelder allerdings, die in etwa dem gesamten Areal entsprechen, finden sich m.W. bislang nicht.
     

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