Verhältnis zwischen Japan und USA seit 1850

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von Gast, 23. Juni 2007.

  1. Gast

    Gast Gast

    Juhu
    ich muß mich auf eine mündliche Prüfung in Geschichte vorbereiten und meine Hauptthemen sind USA und Japan (vom "Isolationismus" zur Großmacht)

    Jetzt bin ich auf Bereiche gestoßen, wo ich nicht weiter weiß und würde mich freuen wenn ihr mir helfen könnt!!!

    Meine erstes Problem ist die Bearbeitung, mit welcher Strategie die USA 1853/54 gewaltsam die Öffnung Japans durchführten??????
    Open-door-policy hab ich ausgeschloßen da sie erst später angewendet wurde z.B in China.
    Monroe-Doktrin sicherte eigentlich die US-Interessen auf ihren eigenem Kontinent "Amerika den Amerikanern"
    Dollaimperialismus entstand unter Roosevelt ab 1901 (1903?), also auch zu spät um Vorwand für den Einmarsch in Japan zu sein, genauso wie die big stick policy!
    Also könnte mir jemand sagen wo mein Fehler liegt oder mich aufklären ;-)

    Mein zweites Anliegen ist der genaue unterschied zwischen Monroe-Doktrin und der erweiterten Monroe Doktrin und wo welche angewendet wurde..
    Und da es noch nicht genug ist, die Parallelen in der USA-Verfassung und der in Japan nach der Meijireform 1868.

    Ich verzweifel langsam..Hoffe es finden sich ein paar Geschichtsbegabte die mir helfen können!;-)
    Danke!!!
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

  3. Gast

    Gast Gast

    Ja das sagt mir etwas, war ja schließlich die Art und Weise wie Japan durch die USA geöffnet wurde und auch so in ihrer imperialistischen Politik vertreten... Aber leider nicht das was ich suche.
    Ich brauche die Strategie (feste Politik) die dahinter steht...weiß das denn keiner??!!

    Aber ganz lieb das mir helfen wolltest!!;-)
     
  4. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

    • Meinst du vielleicht „Manifest Destiny“? Sie bezieht sich eigentlich nur auf den amerikanischen Kontinent, wird aber auch in Analogiesetzungen verwendet, z. B. auf der entsprechenden Seite des Department of State The United States and the Opening to Japan, 1853
    • Die Monroe-Doktrin verfolgte den politischen Zweck, die Europäer aus Lateinamerika fernzuhalten. John Quincy Adams, der Hauptverfasser der Monroe-Doktrin, sah darin verkörpert die moralische Opposition der USA gegenüber dem europäischen Kolonialismus. Angewendet wurde sie z.B. als Begründung für den amerikanischen Widerspruch zu einem Bündnis zwischen Texas und Großbritannien, ich glaube 1834, als Begründung für den Einspruch gegen das durch Frankreich geschaffene Regime des Kaisers Maximilian von Mexiko, oder als politische Begründung für eine Forderung nach militärischer Vertreibung der Spanier von Cuba und Puerto Rico, schon lange vor den Krieg von 1898.
    • Als erweitere Monroe-Doktrin versteht man die Ergänzung durch Theodore Roosevelt, auch Roosevelt Corollary to the Monroe Doctrine genannt, von 1904. Ausgelöst wurde sie dadurch, dass lateinamerikanische Staaten Schulden an europäische Staaten nicht zurückzahlen konnten. Roosevelt wollte verhindern, dass europäische Mächte zu diesem Zweck in Lateinamerika eingriffen und postulierte deshalb das „moral mandate“ der USA, die lateinamerikanischen Staaten zu ordentlichem Verhalten zu zwingen.
    Man muss diese Erweiterung vor dem Hintergrund sehen, dass in dieser Zeit die USA mit dem Bau des Panama-Kanals beschäftigt waren und alles Interesse daran hatten die Karibik als “amerikanisches Meer” zu erhalten.. Diese erweiterte Monroe-Doktrin diente bis 1930 als Begründung für zahlreiche Interventionen in lateinamerikanischen Staaten. wie Haiti, der Dominikanischen Republik, Cuba, Mexiko, Nicaragua. 1930 wurde die Erweiterung aber wieder teilweise zurückgenommen durch das „Clark-Memorandum“, das festlegte, dass die USA nicht das Recht zur militärischen Intervention in lateinamerikanischen Staaten hätten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juni 2007
  5. Gast

    Gast Gast

    Hallo,
    das sind ja schon einmal eine menge informationen und hat mir im jeder Fall schon mal etwas weiter geholfen!!! Danke

    "There were several reasons why the United States became interested in revitalizing contact between Japan and the West in the mid-19th century. First, the combination of the opening of Chinese ports to regular trade and the annexation of California, creating an American port on the Pacific, ensured that there would be a steady stream of maritime traffic between North America and Asia. Then, as American traders in the Pacific replaced sailing ships with steam ships, they needed to secure coaling stations, where they could stop to take on provisions and fuel while making the long trip from the United States to China."

    Seit wann führt denn die USA den Handel mit China? Die Open door policy bezieht sich ja erst ende des 19Jhd. auf China?!

    Also steckt hinter Japan keine wirkliche politische Strategie sondern nur eine Ehrleichterung für den Handel mit China um Stützpunkte aufzubauen und die walfangindustrie auszudehen? Und warum wurde jetzt gerade Japan genommen und keine andere Insel von den vielen...wegen der altmodischen Krieger, dem Rückschritt und fehlender Waffen in Japan war es am leichtesten Japan zu öffnen?!

    Es fällt mir auch schwer zu erklären was ich mit dieser Strategie meine;-) Hoffe man versteht mich.

    Und irgendwelche Gedanken zu den Parallelen in den Verfassungen?
    Lg

    Und vielen Dank noch mal an dich kwschaefer!
     
  6. Gast

    Gast Gast

    da fällt mir noch etwas ein...
    was ist ganz genau Lateinamerika, Mittelamerika, der Hinterhof? Süd- und Nordamerika ist mir wohl klar;-) Welche gebiete umfassen diese Begriffe?
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wenn man Kaehlers Analyse der Außenpolitik der USA folgt, wurde diese seit Unabhängigkeit von zwei Prinzipien bestimmt: Betonung der Handelsinteressen unter Vermeidung gleichzeitiger starker politischer Bindungen und einem ausgeprägten Sendungsbewußtsein für die amerikanischen Werte gegenüber dem Rest der Welt (Kaehler, Die Rolle des amerikanischen Borschafters während der diplomatischen Vorgeschichte ... 1939-1941). Er bezieht sich auf die Verhaltensanalysen von Hoffmann (Contemporary theory in international relations) und untersucht die daraus folgenden Prinzipien.

    Zurück zur Ausgangsfrage: Warum Japan? Lange akzeptiert war zu dieser Zeit, dass sich die USA von der "Pest für den Weltfrieden" (Europa) entfernt halten (Jefferson), bzw. diese entfernt von Amerika halten (Monroe-Doktrin). Hinzu kommen die Handelsinteressen,und die Imperative und Forderungen gegenüber dem nicht von Europa beherrschten Teil der Welt.

    Die Inseln auf dem Weg nach China sind für die damalige Zeit mE keine akzeptablen militärischen und Handels-Stützpunkte (Ausnahme Hawaii), da die Versorgung unsicher und schwierig ist und das hierfür notwendige Hinterland der Häfen fehlt. Dazu kommt die weitgehende "Abwesenheit" der europäischen Großmächte in diesem Teil.

    Die "Richtung" auf und das Engagement in Japan ergibt sich danach vielleicht nicht gerade zwangsläufig, aber unlogisch und zufällig wird sie auch nicht nicht. Eher mkonsequent.
     

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