Verkleinerte Darstellung von Dienern im 18. Jh.

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von joffa, 2. Dezember 2007.

  1. joffa

    joffa Neues Mitglied

    Auf Bildern aus dem 18. Jh. (vielleicht auch schon früher) werden Diener oder andere niedrigrangige Personen oft viel kleiner dargestellt als die Hauptpersonen im Bild. Weiß jemand, ob es dafür einen Fachausdruck gibt?
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hast Du für dieses "oft" auch viele Beispiele?

    Ich kenne das aus dem 18.Jh. eher aus naiven Abbildungen, ansonsten werden sie zumeist nicht verkleinert sondern in ihrer Tätigkeit oder in irgendeiner Tätigkeit abgebildet, was ich eher als Auszeichnung auffassen würde, wenn man den Dienstboten überhaupt als Idividuum mit aufnahm. Hier im Hintergrund z.B. der Mann mit dem Bild:  Utpictura18 : Marie-Anné Camasse, comtesse de Forbach et deux de ses enfants - Mannlich
     
  3. joffa

    joffa Neues Mitglied

    Danke für die Antwort. Statt "oft" hätte ich doch besser "manchmal" schreiben sollen. Ich kann mich dunkel an ein Bild mit der Tafelrunde von Friedrich Wilhelm I. von Preußen erinnern und, warum ich auch frage, auf ein Gemälde in der Kapelle auf dem Freiburger Alten Friedhof.
    Mir geht's vor allem darum, in welchem Zeitraum solche Darstellungen überhaupt vorkommen.
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Da muss ich nachhaken.
    Beim Bild des Tabakkollegiums, das Du vielleicht meinst Bild:Tabakskollegium-1.jpeg - Wikipedia scheint es sich für mich um keine Dienstboten sondern eher vielleicht um Kinder des Königs zu handeln. Leider habe ich derzeit keine Bildbeschreibung zur Hand, meine aber Orden und dergleichen erkennen zu können.

    Wäre nett wenn Du die Bilder aus der Friedhofskapelle einstellen könntest. Meinst Du Freiburg im Breisgau? Dann kenne ich die Kapelle, aber nur von der Außenbesichtigung. Außen an der Tür sind einige naive Abbildungen, wobei die Proportionen auch nicht so ganz stimmen. Ich glaube beim letzten Mal an dieser Tür gerätselt zu haben, in wie weit diese Abbildungen noch Originale sind, da sicherlich mit den Jahren Übermalungen hinzu kamen, welche besonders an der Kleidung der Dargestellten erkennbar sind. Bei Andachtsbildchen und überhaupt Malerei in Kirchen, auch noch im 18.Jh. gelten allerdings scheinbar andere Grundsätze als in der übrigen Malerei. Gerade von dort sind mir teilweise besonders verkleinernde Darstellungen von Menschen aus verschiedenen Gründen bekannt.

    Grundsätzlich achte ich auf Darstellungen von Dienstboten. Diese sind natürlich durch ihre Tätigkeit auf den Gemälden immer wieder in ihrer Rolle und ihrem Stand erkennbar, außerdem weisen Schürzen und weitere Dinge darauf hin.
    Wenn Du Dich mit der Darstellung von Dienstboten in dieser Zeit in der Kunst beschäftigen willst, empfehle ich vor allem die Werke von Greuze, Chardin und überhaupt Beispiele der Genremalerei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2007
  5. joffa

    joffa Neues Mitglied

    Ja, genau das ist das Bild. Es stimmt, das sind wohl eher Kinder. Aber eben seltsam proportioniert. Wahrscheinlich ist das in der Kapelle dann auch ein Kind. Das dortige Bild ist übrigens das Pendant zur Apotheken-Abbildung über dem rechten Fenster in der Vorhalle. Ich hab's mir selbst erst vor ein paar Tagen genauer angeschaut und leider kein Foto davon. Aber jetzt ist zumindest klar, was ich meine. Gibt es da irgendwie ein Standardwerk über die Malerei des 18. Jh.s?
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Mir ist bis jetzt noch keines bekannt. Wenn Du solche Bücher wie "Wie erkenne ich? - Die Kunst des Rokoko" hernimmst, findet man dort sehr wenig. Die Malerei in Deutschland ist meines Wissens aber extrem schlecht publiziert, Publikationen wirst Du vor allem aus England zu englischen Meistern (da auch sehr gute Bücher) und internationale Sammelbände finden, wobei französische Malerei gut wegkommt.

    Zur französischen Genremalerei kann ich nur dies hier empfehlen: "Meisterwerke der französischen Genremalerei im Zeitalter von Watteau, Chardin und Fragonard" Dumont 2004 (das war eine Ausstellung, die in abgespeckter Version sogar mal in Berlin weilte). Da sind wirklich die bedeutensten Meisterwerke der französischen Malerei drin, wenngleich mit der Beschränkung eben auf das Metier Genremalerei. Diese Kunst erreichte allerdings auch in Frankreich nach dem Aufblühen in Holland zu Zeiten von Teniers in Frankreich mit Greuze und anderen einen Höhepunkt.
    Arvelle.de | Meisterwerke der französischen Genremalerei im Zeitalter von Watteau, Chardin und Fragonard von Colin B. Bailey; Philip Conisbee; Thomas W. Gaethgens (sogar schon ziemlich günstig zu haben)

    Ansonsten wirst Du Dich mit Allgemeinen Nachschlagewerken zur Kunstgeschichte überhaupt begnügen müssen.

    PS: Ich habe mir meinen Blick auch aus Einzeldarstellungen zu verschiedenen Künstlern zusammenbasteln müssen. Wenn jemand aber ein Überblickswerk kennt, bin ich ganz Ohr.
     
  7. joffa

    joffa Neues Mitglied

    Oh je, das klingt mühsam. Vielleicht sollte ich es zunächst mal unter dem Stichwort "Kind" in Kunstlexika probieren. Wenn ich Nähres weiß, melde ich mich wieder. Aber vielen Dank für Deine Auskünfte!
     
  8. AndreasP

    AndreasP Neues Mitglied

  9. joffa

    joffa Neues Mitglied

    Danke, AndreasP! Unter dem Stichwort werde ich mal weiter forschen.
     

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