Warum verlaufen Autobahnen kurvig & geschlängelt?

Der auffällige Schlenker bei Freiburg soll wohl so nicht vorgesehen gewesen sein. Ich selber finde ihn verständlich und halte auch nicht viel von ewig langen Autobahnzubringern, autobahnmäßig ausgebaut.

Sehe ich auch so, ein Tunnel durch den Kaiserstuhl wäre wohl die direkteste Lösung gewesen:scheinheilig:, jedoch ein wenig aufwendig, wäre aber in der direkten Linie der Trassenführung geblieben:pfeif:. Das herumführen der A5 am Rhein entlang um den Kaiserstuhl wäre wohl auch den Freiburgern nur schwer zu erklären gewesen:nono:
 

So alt bin ich nun auch wieder nicht, und ich kann mich noch erinnern, als sie "relativ" fertig war.
Aus Deinem Link:
Der Abschnitt Ettlingen–Bruchhausen wurde 1955, der Abschnitt Bruchhausen–Baden-Baden 1956 und der Abschnitt Baden-Baden–Bühl 1958 dem Verkehr übergeben. 1959 folgten die Abschnitte Bühl–Achern und Müllheim/Neuenburg–Märkt. 1960 war der Abschnitt Achern–Offenburg fertiggestellt, dem 1961 die Abschnitte Offenburg–Riegel und Freiburg-Süd–Müllheim/Neuenburg folgten. 1962 wurde die Lücke zwischen Riegel und Freiburg-Süd geschlossen, dem 1963 die Strecke zwischen Märkt und Weil am Rhein folgte. Der Abschnitt von Weil am Rhein bis zur Schweizer Grenze wurde erst am 14. Juni 1980 eröffnet.
 
Den geänderten Brückenbau könnte man z.B. auch auf die Belastung zurückführen, so sollte doch die Reichsautobahn im 3.Reich als Truppentransportweg genutzt werden können, oder ist das nur ein Myhtos?

Das setzt weitgehende Motorisierung der Truppe voraus und diese wurde
erst ab den späten 30ern für die Wehrmacht in Planung genommen.
1940 waren die Panzerdivisionen als erst teilmotorisiert -
nach der Niederlage Frankreichs wurden mit franz. Beute-Automobilen
auch einige Infanterie -Divisionen motorisiert.
Jedoch sogar in 1941 ( Barbarossa ) waren die Infanterie-Divisionen und
damit der weit grössere Teil des Heeres noch pferdebespannt.
Die Regel war der Truppentransport per Bahn .

Nur die Nutzung von bestimmten Autobahnabschnitten als
Behelfsflugplätze ist geplant gewesen .
 
Den geänderten Brückenbau könnte man z.B. auch auf die Belastung zurückführen, so sollte doch die Reichsautobahn im 3.Reich als Truppentransportweg genutzt werden können, oder ist das nur ein Myhtos?
Hoi zäme

Die Belastbarkeit war genau die Gleiche, bloss die Ästhetik wurde angepasst...

Gruss Pelzer

.
 
Das setzt weitgehende Motorisierung der Truppe voraus und diese wurde erst ab den späten 30ern für die Wehrmacht in Planung genommen.

Das ist sicher richtig, die Motorisierung war allerdings durchaus im Fokus und der Autobahnbau stellt auf Jahrzehnte der Nutzung ab. Die künftige Nutzung bei erst künftiger Motorisierung kann somit durchaus eine Rolle spielen.

Grundlage der Spekulationen über die militärische Nutzung ist vermutlich eine Äußerung von Göring gegenüber dem Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Günther Gereke aus Februar 1933, wonach Autobahnen in Ost-West-Richtung aus militärischen Gründen den Vorzug genießen würden.
(Lärmer, Autobahnbau in Deutschland 1933-1945).
 
Das setzt weitgehende Motorisierung der Truppe voraus und diese wurde
erst ab den späten 30ern für die Wehrmacht in Planung genommen.
1940 waren die Panzerdivisionen als erst teilmotorisiert -
nach der Niederlage Frankreichs wurden mit franz. Beute-Automobilen
auch einige Infanterie -Divisionen motorisiert.
Jedoch sogar in 1941 ( Barbarossa ) waren die Infanterie-Divisionen und
damit der weit grössere Teil des Heeres noch pferdebespannt.
Die Regel war der Truppentransport per Bahn .

Nur die Nutzung von bestimmten Autobahnabschnitten als
Behelfsflugplätze ist geplant gewesen .


Das ist sicher alles richtig.

Ich hatte aber mal einen Religionslehrer, der 38-39 als Wehrpflichtiger bei der bespannten Artillerie war. Der erzählte, wie bei nächtlichen Fahrten über die Autobahn mit den bespannten Protzen von den Hufen der Pferde die Funken gesprüht wären, dass es eine Art gewesen wäre.

Diese Märsche über die Autobahn wurden lau ihm richtiggehend geübt. War ja eine neue Erfahrung, für Pferde und Fahrer.

OT: Damals, bis in die 60er waren zB die Kurven der Autobahnen gepflastert!
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist sicher alles richtig...
Diese Märsche über die Autobahn wurden lau ihm richtiggehend geübt. War ja eine neue Erfahrung, für Pferde und Fahrer.!

Ein guter Hinweis auf die Übungen.

Selbstverständlich wurden die Autobahnen für große Ost-West-Verschiebungen auch genutzt. Ein Beispiel wäre die Verlegung von Räder-Teilen über die Teilstücke der A2 und A4 im September/Oktober 1939 aus dem Polenfeldzug in den Westen, soweit außerhalb des Bahnverkehrs (gepanzerte Teile wegen der Abnutzung generell im Bahntransport). Dabei muss man nicht nur die vollmotorisierten, leichten und Panzerdivisionen vor Augen haben.

Näheres läßt sich sicher mit etwas Recherche klären.

Ansonsten wäre die Reichsbahn selbst mit Höchstleistungsfahrplan wohl in den 6-8 Wochen überfordert gewesen, da der Transport einer Division (von denen Dutzende in wenigen Wochen in den Westen verschoben wurden) ca. 60-80 Güterzüge umfasste. Nimmt man mal die Ausrüstung einer Division 1. Welle 1939:
Fahrzeuge:
Pferde 4842
bespannte Fahrzeuge 919
Personenwagen 394
Lastkraftwagen 615 (mit Zugmaschinen)
gepanzerte Fahrzeuge 3 (leichte Spähwagen)
Krafträder 527

Lexikon der Wehrmacht

Da dürfte auch auf den Straßen im Oktober 1939 einiges los gewesen sein.
 
Interessant finde ich die Hinweise zur Geschichte der A8 in Wiki:

[...]Während des 2. Weltkrieges diente zumindest eine Teilstrecke der A 8 zwischen Augsburg und München als Abstellplatz [1]für Flugzeuge, die gerade fertiggestellt wurden (Me-262, Ju-188, Ju-288, Me-410, He-177, He-219). Diese konnten dann direkt, von der Autobahn, in den Einsatz starten. [...]
[1] http://www.geschichtsspuren.de/content/view/113/33/

Das würde natürlich wieder bedeuten, daß nur gerade Teilstücke einer Autobahn dazu taugen. :grübel:
 
Interessant finde ich die Hinweise zur Geschichte der A8 in Wiki:



Das würde natürlich wieder bedeuten, daß nur gerade Teilstücke einer Autobahn dazu taugen. :grübel:


Die westliche Röhre vom alten Engelbergtunnel bei Stgt. war noch so ca. 1960 nicht zu befahren, sie hatte eine gewaltige Betonzwischendecke, sichtbar von der Einfahrt der östlichen Röhre her, 45 wollte man/baute man Flugzeuge darin.
 
Ex-Minister Krause (ist der schon wieder aus dem Knast?) gab mir auf einem Hearing mal eine dämliche Antwort. "Selbstverständlich bauen wir nicht nach alten DDR-Plänen, es gibt ja ganz andere DIN-Normen für Kurvenradien..."
Eigentlich ging es mir um die Trassenfindung.
 
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