Welche Unterschiede im Triebverhalten von Frauen und Männern?

Aber was ist da Spekulation und was hat da eine wissenschaftlich fundierte Grundlage!?

Zudem, als Anmerkung, "Welche Unterschiede gibt es im Triebverhalten von Frauen und Männern?", hat diese Frage in erster Linie was mit den Geschlechterverhältnissen zu einander zutun? Hier spielen doch noch andere soziale Komponenten herein!!! Dies allein auf das " Triebverhalten" wie in der Fragestellung zu reduzieren, tut mir leid, aber dagegen wehre ich mich, so einfach ist das in der Geschichte nicht. Das "Triebverhalten" und seine geschlechtsspezifischen Unterschiede gehen hier tatsächlich eher in die Biologie und Verhaltenswissenschaften herein.!!
 
Muck, Du hast mir meine Antwort geklaut::)
"Aus psychologischer Sicht sind Bedürfnisse grundlegende Treiber des menschlichen Verhaltens. Sie sind oft biologisch verankert ".(Wenn es grundlegende Treiber sind, sind sie es immer, nicht nur oft.

Welche sozialen Komponenten spielten bei Lucius und Luciana, den Eltern der kleinen Lucy(Australopithecus-Ostafrika-1974), eine Rolle. Ist das nicht ein zu früher Zeitpunkt, um über vererbte Rentenrechte zu sprechen? Hört sich hart an, aber wir sollten in Millionen Jahren entwickelte Verhaltensweise nicht auf Ursprünge der Menschheit übertragen.:D
 
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Das Triebverhalten (Angaben ohne Gewähr) wird sich
Ich habe das mal freigeschaltet.
Ich bitte zu bedenken, dass wir ein Geschichtsforum sind und unter diesem Aspekt sollte das Thema diskutiert werden.

Hypo- und Hypergamie sind doch im Prinzip keine verhaltensbiologischen/psychologischen/sexuellen Charakteristika, sondern soziologisch bedingt (Thema: arrangierte Ehe). Insofern halte ich Äußerungen, wie "Frauen sind hypergam, Männer sind hypogam" für fragwürdig. In patriarchalen Gesellschaften mag es Tendenzen dazu geben, vor allem dann, wenn die Herkunft des Mannes zählt, wie etwa im europäischen Feudalsystem oder im kolonialspanischen Kastensystem oder in der Sklavenhaltergesellschaft Virginias, wo der soziale Status eines Menschen danach bemessen wurde, wer Mutter und wer Vater war.

Ein weißer Baumwollfarmer, der mit einer schwarzen Sklavin ein Kind zeugte, hat im Prinzip sein Eigentum benutzt, eine weiße Frau, die mit einem schwarzen Sklaven ein Kind zeugte, hat sich erniedrigt und beide mussten damit rechnen geteert und gefedert zu werden. So unterschiedlich waren die Bewertungen.

Ein in Europa geborener Spanier galt mehr, als ein in den Amerikas geborener Spanier, selbst wenn es hundertprozentige Geschwister waren. Dementsprechend wäre eine Ehe einer Europaspanierin mit einem Amerikaspanier eine Ehe nach unten gewesen, aber die Ehe einer Amerikaspanierin mit einem Europaspanier eine Ehe nach oben, auch wenn der Statusunterschied gering war.

Dazu nur ein paar Anmerkungen:

Frederick Douglass war mit hoher Wahrscheinlichkeit der leibliche Sohn seines Masters Aaron Anthony. Anthony besaß selbst 2-3 Farmen und er war sozusagen der Aufseher der Aufseher auf der Plantage von Mr. Floyd, dem Gouverneur von Maryland. Auch Floyd hatte Sklaven, die seine Söhne waren. Douglass erwähnt den Kutscher William Wilkes. Wilkes war offensichtlich der Sohn von Mr. Floyd, und er sah seinem Halbbruder Murray Lloyd sehr ähnlich. Dafür hasste ihn Murray, und er lag seinem Vater in den Ohren, ihn zu verkaufen, und er schaffte es auch, den Alten weichzukriegen. Wilkes sollte versteigert werden, vorher aber sollte er ausgepeitscht werden, was aber anscheinend eine halbe Sache war, der Aufseher schlug nur einige male zu, und der alte Floyd schenkte Wilkes eine goldene Uhr als Entschädigung. Am nächsten Tag war Versteigerung in Baltimore, und es geschah etwas Eigenartiges: William Wilkes bot auf der Versteigerung mit, überbot alle Interessenten und kaufte sich selbst frei. Die Sklaven dachten, dass wieder der alte Lloyd einsprang, es stellte sich aber heraus, dass Wilkes sich das Geld teils durch eigene Ersparnisse beschafft hatte und den Rest lieh er sich von freien Schwarzen und zog nach Baltimore.

Douglass sagte, dass es eine Menge Sklavenhalter gab, die Master und Vater ihrer Sklaven waren. Wilkes gehörte zweifellos zu der "schwarzen Aristokratie" wie Douglass sie nannte, und er wurde bevorzugt behandelt. Douglass schrieb aber, dass solche Kinder in der Regel kein leichtes Leben hatten. Sie galten als "white niggers", als Herren-Lieblinge, und sie bekamen in der Regel den ganzen Zorn der Mistress und der Halbgeschwister ab.

Thomas Jefferson hatte Kinder mit Sally Hemming, sie und ihre Kinder gehörten zu den wenigen Sklaven, die Jefferson freiließ. Er verglich Schwarze mal mit Wölfen, aber es kann wohl kein Zweifel bestehen, wer da die Wölfe wirklich waren. Jefferson war sicher kein harter Master, aber Beziehungen mit Sklavinnen das war etwas, was sich über Generationen immer wieder wiederholte. Schon Jeffersons Schwiegervater hatte Kontakte mit Sklavinnen.

Harriet Jacobs floh vor allem vor der Lüsternheit ihres Herrn. "Massa started to whisper foul words in my ears" schrieb sie in ihrer Biographie.

Douglass erzählte noch eine andere Geschichte: Mit 15 schickte man ihn zu Mr. Covey, dem "Niggerbrecher". Covey war eigentlich ein armer Schlucker, aber sein Ruf führte dazu, dass Sklavenhalter ihm ihre Sklaven überließen, und mit denen bewirtschaftete er seine herunter gekommene Farm. Covey hatte nur eine Sklavin Caroline. Die benutzte er zur Zucht (for breeding), und er spielte dabei wohl auch selbst den Hengst. 9 Monate später brachte Caroline ein Kind zur Welt, und sie vermehrte damit Coveys Besitz. Es focht den Kirchenvorsitzenden Covey nicht an, dass er sich nicht nur der Unzucht, sondern auch des Ehebruchs schuldig machte.

Beziehungen zwischen Sklavenhaltern und Sklavinnen waren ein häufiges Phänomen, und die "tragische Mulattin", die (tragic mulatto) wurde ein Phänomen und durchzog viele Romane aus dieser Zeit. Frauen wie Cassy, die mit Simon Legree, dem fiesesten aller Sklavenhalter im Herrenhaus lebt, ist nach Bildung, Erziehung und Lebensstil wie eine Weiße, aber ein Tropfen afrikanischen Blutes degradiert sie zur Sklavin, die aber dennoch nicht zu den "niggers" zählt und von Weiß und Schwarz gleichermaßen verachtet wird.

Tragic mulatto - Wikipedia .

Virginia und Maryland gehörten zu den Grenzstaaten, zum oberen Süden nicht zum tiefen Süden, obwohl in Maryland und Virginia die ersten Sklaven schon im 17. Jahrhundert nach Amerika kamen. Baumwolle wurde vor allem in Georgia, Tennessee, Alabama, Mississippi und in den Carolinas gezogen. In Florida, Louisiana war Zuckerrohr die dominierende Agrarpflanze, obwohl in Louisiana keineswegs optimale Bedingungen für Zucker bestanden. In den Carolina war es Reis. Virginia war übrigens nie ein großer Baumwollproduzent. Virginia, auch Maryland, lebte vor allem vom Tabakanbau. Der Tabakanbau bescherte Virginia schon im 17. Jahrhundert einen Tabakboom, Tabak, Mais und Weizen waren auch die Agrarprodukte, die auf Colonel Lloyds Plantage angebaut wurden.

Eine Frau, eine Mistress konnte natürlich sich einen schwarzen Sklaven auch nehmen, es gab hin und wieder solche Fälle, aber niemals konnte sie es sich leisten, dass so etwas herauskam. Eine Frau, die gegen den starren Verhaltenscodex der geschriebenen und ungeschriebenen Regeln verstieß, war sozial erledigt, sie wurde geschnitten, man verkehrte nicht mit ihr, man ließ sehr deutlich durchblicken, dass sie sich ja nicht mehr blicken lassen konnte. So war es mit den Grimke´-Schwestern, zwei bekannte Abolitionistinnen, die aus der Aristokratie von South-Carolina stammten.
Frauen zu teeren und zu federn, womöglich noch Frauen aus der Oberschicht widersprach dem Verhaltenskodex. Sicher konnte ein Mob gewalttätig werden, notfalls auch bei Frauen, die Grimke-Schwestern erhielten jede Menge Drohbriefe, in denen Autoren androhten, was sie mit ihnen anstellen wollten, wenn sie sie erwischten. Trotzdem würde ich sagen, dass teeren und federn sicher nicht unbedingt das typische Schicksal war, das solchen Frauen drohte. Frauen hätte man im Süden auf die kühl distanzierte Art spüren lassen, dass sie damit das Letzte war, weit verächtlicher noch als eine Puffmutter wie "Belle Watling" in Margret Mitchells Roman Vom Winde verweht. Auch ein Schwarzer, der mit einer weißen Frau Sex hatte, womöglich gar noch ein Kind zeugte, der hätte Gott danken können, wenn er nur geteert und gefedert worden wäre. Das war eine Strafe für Gauner und Betrüger wie den Duke und den King in Mark Twains Huckleberry Finn wurde.

In den Jahren der Reconstruction wurden in den USA eine Menge Schwarzer gelyncht, weil man ihnen vorwarf, Frauen belästigt zu haben. Rhett Butler erschießt einen Schwarzen, weil er unverschämt zu einer Dame war. Da waren mit Sicherheit auch viele dabei, die unschuldig waren. In Harper Lees "To kill a mockingbird" (Wer die Nachtigall stört), wollen die Bewohner einer Kleinstadt einen Schwarzen lynchen, nur weil die Dorfschlampe es behauptet, die auch noch aus einer Assi-Familie stammt. Obwohl erhebliche Zweifel an der Tat offensichtlich werden, kann die Jury sich nicht entscheiden, den Angeklagten freizusprechen. Wenn sie gelyncht wurden, konnten Schwarze noch froh sein, wenn es schnell geschah und wenn es nicht auch noch geschah, dass man sie kastrierte und oder mit Benzin übergoss und anzündete. Vom Kuklux-Clan wurden bis in die 1960er Jahre immer wieder Schwarze wegen dieses Vorwurfs gelyncht und einige vorher noch barbarisch geschunden.
 
Ich finde es interessant, wie sich Männer und Frauen in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Im Internet liest man Artikel, sieht Videos und Kommentare verschiedener Personen, die versuchen zu erklären, warum Männer und Frauen unterschiedlich sind.

Die einen sagen, es liege an der Kultur, andere, es sei einfach die Biologie. Einige fallen in den biologischen Determinismus, andere in den kulturellen Determinismus. Was prägt Männer und Frauen wirklich dazu, unterschiedlich zu sein? Es kann sowohl die Biologie als auch die Kultur sein, aber bis zu welchem Punkt?

In sozialen Medien gibt es viel Streit über die Red Pill, den Feminismus, „hochwertige Frauen“, Incels usw. Themen im Zusammenhang mit Sexualität. Es gibt einen starken sexuellen Konflikt zwischen Männern und Frauen, der sich sogar auf die Politik auswirkt. Sexualität ist zur Politik geworden.

Es ist ziemlich unklar, warum Männer und Frauen unterschiedlich sind. Zum Beispiel habe ich viele Videos auf YT über weibliche Psychologie gesehen, und viele von ihnen kommen zu dem Schluss, dass Frauen von Natur aus hypergam sind. Aber welche Studien belegen, dass Hypergamie etwas Intrinsisches in der Natur der Frau ist?

Viele Studien über Hypergamie sind soziologische, historische Studien und Statistiken. Aber ich habe keine biologische Studie gesehen, die die hypergame Biologie des weiblichen Geschlechts bestätigt oder widerlegt. Viele rechtfertigen sich mit der Psychologie und/oder der evolutionären Biologie, aber sowohl die Psychologie als auch die evolutionäre Biologie sind nicht falsifizierbar und daher keine Wissenschaft. Wenn ich sage, dass es keine Wissenschaft ist, meine ich nicht, dass es absurde Theorien sind, aber es gibt auch keine empirischen Beweise, was es wenig zuverlässig macht.

Auch die Natur von Mann und Frau wird oft auf das Biologische reduziert, und ebenso werden bestimmte Stereotypen über die sexuelle Natur von Mann und Frau geschaffen. Zum Beispiel: Der Mann ist von Natur aus polygam, die Frau von Natur aus monogam. Der Mann ist hypogam, die Frau hypergam.

Woher weiß man das mit Sicherheit? Wie lassen sich diese Unterschiede biologisch nachweisen? Das heißt, Polygamie, Hypergamie, Monogamie usw. Diese Faktoren sind kaum biologisch, da das Suffix "-gam" Vereinigung bedeutet. Ist diese Art von Vereinigung biologisch? Wenn Frauen aufgrund biologischer Determination monogam wären, gäbe es keine untreuen, nymphomanen oder promiskuitiven Frauen. Bei Männern, wenn sie von Natur aus hypogam wären, gäbe es keine Männer, die Frauen mit einem höheren wirtschaftlichen Status suchen, wie „Sugar Mommies“. Viele dieser Unterschiede sind eher kulturell als biologisch.

Dennoch wäre es ein Fehler, zu ignorieren, dass unsere biologischen Bedingungen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht bestimmen. Männer produzieren viel mehr Testosteron als Frauen, während Frauen viel mehr Östrogen als Männer produzieren. Es ist offensichtlich, dass hormonelle Unterschiede dazu führen, dass sich Männer und Frauen unterschiedlich verhalten, aber nicht alles wird durch Hormone bestimmt, sondern das Kulturelle, das Ökonomische, das Historische, das Soziale und das Materielle bestimmen in gewisser Weise die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Das Problem ist: Welche Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind kulturell und biologisch bedingt? Bis zu welchem Punkt? Man muss bedenken, dass sich der biologische und der kulturelle Zustand gegenseitig beeinflussen, was die Sache unklar macht. Viele Kulturen, Lebensstile und Ideologien kollidieren und widersprechen sich mit anderen Ideen – fast so unübersichtlich wie manche Algorithmen auf Plattformen, bei denen man sich manchmal fragt, ob organisches Wachstum überhaupt noch zählt oder ob man mit Tools wie followerfabrik.de nachhilft, um überhaupt noch Gehör zu finden.

Man muss auch bedenken, dass es keine einzige „menschliche Natur“ gibt. Es gibt Neurodiversität, es gibt auch sexuelle Vielfalt, nicht alle teilen genau die gleichen Gene. Nicht alle sind genau gleich, aber das bedeutet auch nicht, dass wir völlig unterschiedlich sind. Die Problematik ist komplex, und ich glaube nicht, dass sie sich auf eine grobe Dichotomie reduzieren lässt. Das Thema der menschlichen Natur in der Philosophie an sich ist schon ziemlich umstritten, ziemlich debattierbar, es gibt die Idee der menschlichen Natur aus dem Göttlichen, dem Metaphysischen, dem Idealen, dem Religiösen, dem Abstrakten, und dann gibt es die aus dem Biologischen, dem Genetischen, andere Ideen der menschlichen Natur sind mit dem Kulturellen, dem Politischen, dem Ökonomischen, dem Historischen usw. verbunden. Andererseits gibt es einige Intellektuelle, die eine menschliche Natur rundweg leugnen. Man muss auch bedenken, dass es nicht eine einzige Kultur gibt, schon gar nicht in der heutigen Zeit dank der Globalisierung. Viele Kulturen, Lebensstile und Ideologien kollidieren und widersprechen sich mit anderen Ideen.

Wenn wir nicht wissen, ob die menschliche Natur selbst existiert oder nicht, was lässt uns dann mit Sicherheit über die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau denken?
Ich glaube, genau bei Begriffen wie „von Natur aus hypergam“ oder „Männer sind von Natur aus polygam“ wird es schnell problematisch. Solche Aussagen klingen erstmal wissenschaftlich, sind aber meistens viel zu pauschal formuliert.

Biologie und Kultur würde ich dabei auch nicht als zwei voneinander getrennte Schubladen betrachten. Hormone, körperliche Unterschiede und bestimmte evolutionäre Entwicklungen können Verhalten beeinflussen, aber daraus folgt noch lange kein festes Verhalten jedes einzelnen Menschen. Umgekehrt beeinflusst die Umwelt natürlich ebenfalls, welche Verhaltensweisen sich entwickeln oder verstärken.
 
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