Wie der Römer seine Beute verteilte

Wenn ich das richtig verstanden habe, hat @MannmitHund in Lollar begonnen, aber ist das der echte Startpunkt?
Der Startpunkt ist frei erfunden.

Er wittert ein Römerlager in Lollar und daher hat er dort den Startpunkt gesetzt.

Vom Fanatsie-Römerlager Lollar aus hat er dann in Richtung Waldgirmes die "384" gemessen.

Also ist schon die 384 frei erfunden und auf der baut alles Andere auf.

Solange er nicht ein Römerlager in Lollar nachweist, welches auch noch zeitgleich mit Waldgirmes existierte, brauchen wir über alles Andere gar nicht reden.

Ein einziges Fantasie-Kartenhaus.
 
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Aber wie auch immer, es muss ja einen Startpunkt gegeben haben, und eine erste, reale, durchgeführte Messung.
Nein, es muss gar keine Messung gegeben haben. Die Wälle von Waldgirmes umschlossen eine Siedlung von der Größe eines Dörfchens. Mehr als 300 Menschen können da nicht gewohnt haben. Um diese mit Agrarprodukten aus der Umgebung zu versorgen, reichte ein landwirtschaftliches Umfeld von wenigen Quadratkilometern. Falls dort eine Katastervermessung stattgefunden haben sollte (was ich per se für unwahrscheinlich halte), wäre es völlig absurd gewesen, erst mal eine 13 Kilometer lange Linie über Berg und Tal zu ziehen. Von einer hundert Kilometer langen Zickzacklinie ganz zu schweigen.
 
Aber wie auch immer, es muss ja einen Startpunkt gegeben haben, und eine erste, reale, durchgeführte Messung. Wo soll diese Urprungsgerade sein, und warum?
Wenn ich das richtig verstanden habe, hat @MannmitHund in Lollar begonnen, aber ist das der echte Startpunkt?
Das ist tatsächlich eine wirklich gute Frage.


Für mich begann ja alles mit der Linie von Gebäudeecke Forum Waldgirmes zur Lagerecke Lollar.

- Die Strecke von 13,62 km ist also ganz klar definiert. (Die diffuse Lagerecke L. auf der Schummerunskarte ist im Rundungsbereich)

- Die Areale um Forum W. und Lager L. bieten viel Spielraum, um den Schnittpunkt mit dem spitzen Vulkankegel Vetzberg zu erzeugen.

- Das Gelände dazwischen ist durchweg gut zu begehen. (ich lebe hier)


Auf diese Linie baut alles Weitere auf. Alle rechten Winkel. Und alle 384 ACTUS.


Für mich hat sie sich als perfekte Bezugslinie erwiesen. (Das war der große Glücksfall, der alles Weitere überhaupt erst möglich gemacht hat)

Aber war sie das auch für die Vermesser?


Dazu kann ich nur Vermutungen anstellen. Für mich fühlt es sich ein wenig so an.

Offen ist ja noch die Frage, ob der Vermessungszug weiter reicht, als ich es ermittelt habe. Oder ob von vornherein nur ein überschaubares Gebiet geplant war.


Einen schönen Sonntag
 
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Für mich begann ja alles mit der Linie von Gebäudeecke Forum Waldgirmes zur Lagerecke Lollar.
Auf diese Linie baut alles Weitere auf. Alle rechten Winkel. Und alle 384 ACTUS.

Schon mit dem nächsten Punkt hört die Logik leider schon auf.
Selbst wenn der Vetzberg als Bezugspunkt verwendet wurde, und man von dort im rechten Winkel weitergeht, endet man in Pohlheim in der Pampa.

Hier kann man schön sehen, dass die Steinberger Straße heute noch der einstigen Schneise folgt.

Mehr fällt ihm dazu nicht ein. Welche Schneise in welchem Wald? Etwa 200m hinterm Limes im Nichts? 150m vom heutigen Marsteiner Hof.
Noch nicht mal er postuliert dort ein Römerlager. Was soll das also sein?
Danach folgt ein ominöses "Lager Cleeberg". Völliger Humbug.
 
Selbst wenn der Vetzberg als Bezugspunkt verwendet wurde, und man von dort im rechten Winkel weitergeht, endet man in Pohlheim in der Pampa.
Die Pohlheimer Pampa (PP) hat trotzdem den (größeren) Limeswachtturm WP 4/49, und etwas südlicher auch die mittelalterliche Grüninger Warte. Die ist so markant, dass ich sie vom Aussichtsturm auf der 454 m hohen Koppe im Glafenbacher Bergland aus gesehen habe: Für Limesturm und Warte ein gut gewählter Standort.

 
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Die Pohlheimer Pampa (PP) hat trotzdem den (größeren) Limeswachtturm WP 4/49, und etwas südlicher auch die mittelalterliche Grüninger Warte. Die ist so markant, dass ich sie vom Aussichtsturm auf der 454 m hohen Koppe im Glafenbacher Bergland aus gesehen habe: Für Limesturm und Warte ein gut gewählter Standort.

Das ist ja richtig, und wir hatten das ja auch schon mehrfach hier.
Wobei die Grüninger Warte 1713 gebaut wurde, da waren die Römer wahrscheinlich schon abgezogen.

Aber nichts davon ist im Abstand von 384 Actus vom Vetzberg, und südöstlich vom Marsteiner Hof beim km13,62 ist auch in diesem sonst so fundreichen Gebiet meines Wissens gar nichts. Feld. Wahrscheinlich schon zur Römerzeit.



Nachtrag:
Für Limesturm und Warte ein gut gewählter Standort.

Und hier bleibe ich dabei - nur 200m weiter nördlich, und der Standpunkt des Turms wäre geradezu herausragend.
Für den tatsächlichen Standort fehlt noch eine plausible Erklärung.
 
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Aber wie auch immer, es muss ja einen Startpunkt gegeben haben, und eine erste, reale, durchgeführte Messung. Wo soll diese Urprungsgerade sein, und warum?
Wenn ich das richtig verstanden habe, hat in Lollar begonnen, aber ist das der echte Startpunkt?

Im Zweifel wäre es die jeweilige Provinzhauptstadt.

Von der "Provinzhauptstadt" Waldgirmes wurde ein nicht erklärbarer Winkel Richtung Nordosten gewählt, eine 13,62 km lange Linie abgemessen und dann im Sumpf von Lollar ein Lager gebaut.

Danach wurde eine beliebige Stelle auf dieser Linie ausgewählt, beim ersten Mal immerhin die Landmarke Vetzberg, und von dort im rechten Winkel 13,62 km gen Südosten gemessen. Bis Pohlheim. Dort ist leider nichts. Wieder misst man im rechten Winkel 13,62 km ab, landet in Cleeberg. Dort ist auch nichts.

Nun nimmt man wieder eine beliebige Stelle auf dieser Linie, diesmal den Schnittpunkt mit der A45 (gab es die damals schon?) nach 100 Actus und geht im rechten Winkel weiter. Jetzt landet man nach 13,62 km in Wölfersheim. Was findet man? Nichts.

Nach dem nächsten rechten Winkel landet man leider schon nach 344 Actus im Kleinkastel Kaisergrube, die übrigen 40 Actus lässt man unter den Tisch fallen. Denn nach 384 Actus ist natürlich nichts.

Jetzt wieder ein rechter Winkel von der Kaisergrube, und man landet tatsächlich in Okarben. 384 Actus passt nicht ganz, aber fast.
Der ursprüngliche, nicht erklärte Winkel wird natürlich beibehalten, es geht immer mit 90° weiter.

Wie weit mag man das fortführen?

Fazit:
Das "384-Actus"-System landet also gesichert bei keinem einzigen römischen Bauwerk.
Die meisten sind erfunden, Kaisergrube schon nach 344 Actus und Okarben auch bei etwa 380.
Nur mal für die Akten.
 
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Lieber TE, Deine Theorie ist hier völlig gerupft worden und anhand der vermessungstechnischen und inhaltlichen Fehler widerlegt.

Das ist vielleicht bitter, soll Dich aber nicht frustrieren. Du hast gesagt dass Du etwas autistische (sagen wir mal viel neutraler: "eckige") Wesenszüge hast. Das macht es für alle viel leichter, weil sich niemand persönlich angegriffen fühlen muss, auch wenn Deine Äußerungen schroff wirken.

Prüfe Dein Regelwerk:
  • Die beobachteten römischen Lager oder Fundstellen müssen gleichzeitig existiert haben, zur Zeit der Vermessung.
  • Prüfe ob Deine Strecken genau vermessen sind.
  • Lege Dich fest, wann die Vermessung erfolgt sein soll.
Es ist trotzdem eine interessante Fragestellung.
  • Keiner von uns nimmt an, dass die Römer hier in nicht-römischem und in auch nicht erobertem Gebiet eine Vermessung durchgeführt haben: Sie hatten ganz einfach keinen Grund dazu.
  • Wenn sie gewollt hätten, hätten sie es auch geschafft.
  • Wenn es aber ein rechtwinliges Gitternetz ist, brauchst du die Groma zur Bestimmung rechter Winkel, und vor allem eine genaue Streckenmessung, z.B. mit einem Odometer. Messtechnische Fehler werden hierbei sehr schnell gravierend.
  • Für beides brauchst Du freie Sichtstrecken und Schneisen.
Die Römer hatten zwar mit der Dioptra ein Gerät zur Bestimmung nicht-rechtwinkliger Winkel, aber ich weiß nicht wie sie ohne Logarithmentafeln mit Winkeln und Strecken gerechnet haben.
 
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Von der "Provinzhauptstadt" Waldgirmes wurde ein nicht erklärbarer Winkel Richtung Nordosten gewählt, eine 13,62 km lange Linie abgemessen und dann im Sumpf von Lollar ein Lager gebaut.
Muheijos Frage war ja berechtigt: wenn man irgendwo eine Messung (welcher Art auch immer) vorgenommen hätte, dann im Zweifel von der Provinzhauptstadt aus.
 
Muheijos Frage war ja berechtigt: wenn man irgendwo eine Messung (welcher Art auch immer) vorgenommen hätte, dann im Zweifel von der Provinzhauptstadt aus.

Ja natürlich. Wenn man irgendein System von Mainz, Nida oder Friedberg aus nachweisen könnte, könnte das noch irgendwie diskutabel sein.
Über willkürliche Zickzacklinien Waldgirmes mit Okarben (Abweichungen ignorierend) zu verbinden ganz bestimmt nicht.
 
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