Wie legitimierten die Merowinger ihre Herrschaft??

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von Sweety17, 28. August 2009.

  1. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Die Ableitung vom russischen weter habe ich hier zum ersten Mal gelesen; deswegen meine Nachfragen...

    Nach z.B. Harry Eilenstein ist die zugehörige indoeuropäische Wortwurzel *wat ("anblasen" oder auch "entfachen" bis zu im übertragenen Sinne "inspirieren").
    Sofern man dem folgt, ließen sich daraus dann möglicherweise - wäre ggf. nachzuprüfen - entsprechend Beispiele wie russisch weter ("Wind") oder eben das gemeingermaische *woda ("besessen" oder "erregt") ableiten. Das wäre aber auch die einzige Verbindung: eben eine gemeinsame indoeuropäische Wurzel - ergo recht unspektakulär.



    Noch zu einer anderen Sache:
    Ein expliziter Priesterstand läßt sich bei den Germanen nicht nachweisen: weltliches Amt und Kultamt lagen in einer Hand, d.h., das Stammes-, Sippen-, Familienoberhaupt (je nachdem) übte kultische Handlungen aus. Ebensowenig sind Priesterinnen i.d.S. nachweisbar: hier sind lediglich Seherinnen/Wahrsagerinnen/... bekannt. Wenn sich Ansätze einer spezialisierten priesterlichen Hierarchie nachweisen lassen, sind diese auf römisch-hellenistische und keltische Einflüsse begründet.
    Mich würde daher interessieren, wo die oberste Priesterin der Magna Mater bei den Franken herstammt...
     
  2. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Warum muss Haetius eigentlich jeden Thread mit seinen an den Haaren herbeigezogenen Theorien und dilletantischen Etymologien beladen?
    Zur Etymologie von "Wotan" gibt es schon einen Thread.

    Zurück zu den Merowingern:
    Eine Stiermaske ist von den Merowingern nicht bekannt. Wohl fand sich Grabe König Childerichs I. eine Stieranhänger. Dieser gehörte zum Geschirr des Pferdes und war auf der Stirn des Pferdes zwischen den Augen platziert. Childerich ritt also eine Pferd mit goldener Stierverzierung.
    Abbildung des Childerich-Stieres
    Ich sehe da keine Phalloi! Der Stier scheint eher Wasser oder Feuer zu speien.
    Eine Stierverzierung findet sich ebenfalls am Gürte der eingeheirateten Merowingerin Arnegunde. Der Stier war also auch für die Merowingerdame.
    Einhard schreibt, die Merowinger-Könige würde sich mit von Ochsen gezogenen Karren von Ort zu Ort reisen.

    Dass die Merowinger keine Priester der Magna Mater waren ist offensichtlich. Beachtet man den weitläufigen Stammbaum, muss man doch in Erwägung ziehen, dass die Merowinger Hoden hatten und keine Eunuchen waren, außer natürlich man zieht die Zeugung durch Meerungeheuer ernsthaft in Betracht.
    Das sonnenförmige Mal scheint mir eher auf Verbindung zum ägyptischen Apis hinzudeuten, der als Serapis weit im römischen Imperium verbreitet war. Nun ja die Hörner des Merowinger-Stieres zeigen in eine andere Richtung.
    Ägyptische Kulte waren auch den Germanien jenseits des Rheins bekannt. So berichtete Tacitus über einen ägyptischen Isis-Kult der Sueben. In Geismar Hessen, Germania Magna, fand sich dieser bronzene Horus Harpkrates mitten in einer germanischen Siedlung. Ebenso sind alamannische Serapis-Kultisten durch die Geschichtsschreibung bekannt, darauf Deutung zumindest der Name des alamannischen Adeligen Serapio hin.

    Zu Rhenus bicornis:
    Er ist mehrfach auch Weihesteinen überliefert. Bei dem Kölner Rhenus fehlt tatsächlich die Inschrift.
    Die Zweihörnigkeit mag sich auch auf das Delta beziehen, ändert aber nichts an der Stier-Symbolik. Der mutmaßliche Rhenus-Kopf aus Köln ist im Grunde stilistisch ein Neptun mit Hörnern. Interessanterweise nennt Fredegar den übernatürlichen Stierahnen nicht nur Quinotarus sondern auch eine Bestie Neptuns! Dies läßt sich leicht mit der Minotaurus-Sage verbinden, in der ebenfalls die Königin (hier von Kreta) von einem Stier des Neptun geschwängert wird. Die Frucht dieser Verbindug ist jedoch kein langhaariger König sondern das menschenfressende Monster Minotaurus. Die Sagen sind also schon verschieden. Ähnlichkeiten sehe ich auch zu Acheloos, einem triebhaften, stiergestaltigen Flussgott aus der Herakles-Sage.
    Stiere und Flüsse bzw. fließendes Wasser gehören nach klassischer Mythologie der Griechen und Römer einfach zusammen. Dass Fredegar sie kannte, ist offensichtlich, wie sonst wer ihm Neptun und Quinotaurus in den Sinn gekommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2010
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  3. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    Ich hab gerade eine Seite im Internet gefunden, die meine Theorien zu bestätigen scheint. Ich bleibe also dabei, auch bei von Poseidon zu Wodan.))
    Ansonsten bringt sehr viel Wissenswertes das Buch Iconologia sacra
    Fast vollständig auch hier im Internet lesbar.
    Vor allem das Kapitel von Reinhard Wenskus ab S. 180
    Meiner Ansicht nach sind die Erkennungszeichen der Merowinger auf die Magna Mater zurückzuführen. Ob sie sich nun als Priester oder deren Söhne betrachteten, kann dabei dahinstehen. Wahrscheinlich waren sie beides. Ich denke nicht alle Priester der Magna Mater, wobei ich hier nicht nur den Kybelekult meine, sondern alle ähnlichen Religionen der Mutter Erde, haben sich entmannt.))
     
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  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Das wäre dieses Kapitel: Iconologia sacra: Mythos, Bildkunst ... - Google Bücher

    Auf welche Stelle darin willst Du in diesem Zusammenhang hinaus?
    Daß Synkretismus vorlag, ist nicht neu und wurde hier auch von niemandem bestritten... :fs:
     
  5. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    Dort steht das sowohl mit den Phalloi als auch meiner Ansicht nach hinsichtlich des merowingischen Tranvestismus.

    Ansonsten ist auch das Standardwerk die Göttin und ihr Heros von Göttner-Abendroth zur matriachalen Religion nicht schlecht, auch wenn ich nicht alle Auffassungen teile.

    Anonsten sagt meiner Ansicht nach auch Gregor von Tours 10 Bücher fr. Gesch. 2. Buch Kapitel 10 einiges, wenn man es aufmerksam liest.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2010
  6. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Nettes Buch, es scheint meine These vom ägyptischen Apsis-Stier der Merowinger zu darzustellen.:fs:

    @Zur Travestie. Nichts im Childerich-Grab deutet auf Travestie hin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2010
  7. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    hab nichts gegen den Apisstier. Göttner Abendroth geht davon aus, dass die Religion der Magna Mater so etwas wie die Grundreligion war, aus der alle anderen sich entwickelten. Die Ägypter nannten den Nil Hapi (Apis) und verehrten ihn als einen Gott.
    Nicht im Childerichgrab, allgemein. ich glaube, dass es da stand.
    Verwiesen sei auch hier auf die Verbindung zum östlichen Mittelmeer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2010
  8. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    ich hab eine sehr interessante Seite gefunden.
    INDOGERMANISCHE GRAMMATIK - INDOGERMANISCHES SYNTAX
    Hier wird von drei indogermanischen Wassergöttern und Unterweltsgöttern ausgegangen, die höchst interessant sind.
    Der erste, von dem auch Poseidon abstammt lautet poti daon und wird gedeutet als Herr oder Gatte des oder der da oder daon, wobei daon (Don, Donau, Dnepr) als Wasser mithin Herr der Wasser, vielleicht auch Wassergötter, gedeutet wird. Ich finde von poti daon ist es nicht weit zu Odin oder Wodan.
    Von daon ist es meiner Ansicht nach auch nicht weit zu adon.
    Der zweite ist Wel.os, den wir gut mit Belenus, Baldur und Baal, Bel in Verbindung bringen können.
    Der dritte ist Neptonos. Möglicherweise haben wir hier auch die Verbindung Vater, Filius (Sohn) und Nepot (Enkel) :winke:
     
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  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wir haben nun mal nur ein begrenztes phonetisches Inventar und ein noch begrenzteres graphisches. Gerade in der Graphie neigen wir dazu, auf die immer gleichen 26 Grapheme zurückzugreifen...
    Was haben nun diese Figuren miteinander gemeinsam?
    Attis - schöner Knabe - dagegen der narbengesichtige, einäugige Odin? Was hat Atlas damit zu tun? Der war kein Gott, sondern ein Titan und musste den Himmel tragen.
    Adon und Adonis sind natürlich identisch, Adonis die gräkisierte Variante. Adon stammt aus dem semitischen und heißt schlicht "Herr" und war ein Fruchtbarkeitsgott. Dagegen Wotan (Odin) ein Kriegsgott und Schlechtwettergott...

    Apollon und Belenus sind möglicherweise auf einer älteren Stufe des Indoeuropäischen identisch gewesen, die Namen klingen nicht nur ähnlich, auch die Inhalte sind recht ähnlich. Beide Namen hängen mit Licht zusammen. Ba'al dagegen ist ein semitischer Gott, der Name hat nichts mit Licht zu tun, sondern mit "Gatte" oder "Herr".
    Avalon dagegen ist der Name eines Landes und Atlantis ist eine Ableitung von Atlas: Das atlantische Gebirge, der dahinter liegende Ozean (atlantischer Ozean) die darin liegende Insel: atlantische Insel = Atlantis. kein Zusammenhang mit Eden, Aztlán etc.

    Wo sind sie denn nur die inhaltlichen Ähnlichkeiten?

    Das ist doch Unsinn! Pluto und Hades sind identisch, nur der eine Name lateinisch, der andere griechisch.

    Auch hier: Absoluter Quatsch. Zwar ist sheol eine hebräische Bezeichnung für das 'Totenreich', aber etymologisch hat der Begriff nichts mit der Gruppe um Hölle, Frau Holle und Hel zu tun, zu dem im Übrigen auch das englische hole genauso gehört wie hell. Das Elysium ist geradezu dass Gegenteil der Hölle: Der Ort der Seeligen statt der Verdammten. Helena dagegen war eine Vegetationsgöttin.

    Zusammenhang? Eigentlich doch keiner...


    :nono:

    Wie kommst du bitte darauf, dass Apollon ein "Wolkengott" sei? Oder Ba'al? Wie passt das lateinische follis in deine Liste? Das hat mit Wolke nichts zu tun. Was hat das russ. Облака mit Apollon zu schaffen?! Oder das türkische bulut? Wegen zwei Konsonanten?


    Was hat Apollon mit dem Apfel zu tun (abgesehen von einer phonetischen Ähnlichkeit?) Mir ist nicht bekannt, dass Äpfel ein Attribut des Apollon wären.
     
  10. beorna

    beorna Neues Mitglied

    ich war mir sicher ich hätte hier schon etwas dazu geschrieben, konnte es aber nicht finden.
    Die bistea Quinotaurus existiert nicht, es ist eine Verschreibung für bistea Neptuni Minotaurus similis. Man beachte similis und nicht aequus. Sie ist dem Minotaurus also ähnlich. Was heißt das? Boiorix mit seinen Merowingergeschichten brachte mich drauf, da ich auch immer von einen stierköpfigen Gott ausging. Aber gerade das steht dort nicht. Boiorix brachte die Merowinger immer mit Schweinen in Verbindung, erwähnte irgendwann mal die Borsten der Merowinger. Und ebend dort liegt der Schlüssel. Kein stierköpfiger Gott, nein, ein tierköpfiger Gott und genau gesagt ein Mensch mit einem Eberkopf.
    Der Eber wird in der germanichen Mythologie mit Ing/Fro in Zusammenhang gebracht und Fro gilt als Sohn Njords, der seinerseits mit dem Meer in Verbindung gebracht wird.
    Damit erschließt sich für die Merowinger der Gott Ing/Fro als Spitzenahn.
     
  11. beorna

    beorna Neues Mitglied

    ich habe gerade nochmal oben gelesen. man sollte immer erst Erklärungen im nahen Umfeld suchen, bevor man Erklärungen in der Ferne sucht. wie man sieht, braucht es keinen neptun, aber auch keinen Baal oder Adonis
     
  12. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Und man braucht auch keinen Eber.;)
    Ich halte die Verbindung zwischen der merowingischen Lockenbracht und Wildschweinborsten für äußerst gering.
    Abbildung Childerich Porträt auf Childerich-Ring (Wikipedia)
    [​IMG]
    Es handelt sich bei der Merowinger-Frisur offensichtlich um einen gekämmten Mittelscheitel.
    Lange Haare bei männlichen Germanen sind keinswegs ungewöhnlich. Unterschiedliche Haarkulte sind für Sueben, Chatten und Langobarden überliefert. Bei den Langobarden ist der Haarkult ausdrücklich mit Godan als Wodan verbunden.

    Was die Ebervierzierung im Childerich-Grab angeht, so würde ich das nicht überbewerten. Das Childerich-Grab ist ein wahrer Zoo. Pferdekopfbeschläge, Eberverzierungen, Stierkopfbeschlag und mehrere hundert Bienenanhänger. Stiere sind in der germanischen Kunst wie gesagt durchaus selten.
    Am ungewöhnlichsten sind jedoch die goldenen Bienen oder Zikaden, die den königlichen Mantel verzierten. Ebenso wie die Zwiebelknopffibel handelt es sich um Insignien eines spätantiken römischen Heerführers. Nichts anders war nämlich Childerich I und die anderen Frankenkönige. Sie alle strebten nach römischen Titeln, die wohl auch ihre Herrschaft legitimierten. Praktisch wie auch ideologisch ist das bestimmt wichtiger als die Abstammung von irgendwelchen aquatischen Stieren. Das römische Gehabe lässt sich auch wunderbar mit der eingebildeten trojanischen Abstammung verbinden.

    Die Sache mit Freyr möchte ich durchaus zustimmen. Fredegar, der auch die Sache mit dem Mintaurus-ähnlichen Merowinger-Ahnen aufgeschrieben hat, nennt auch Friga als zweiten König der Franken, wohlbemerkt trojanischer Herkunft:
    "Über die ältesten Krankenkönige schrieb der heilige Hieronymus, was schon vorher die Geschichte des Dichters Vergils berichtet: Ihr erster König sei Priamos gewesen; als Troja durch die ist des Odysseus erobert wurde, seien sie von dort fortgezogen und hätten dann Friga als ihren König gehabt; sie hätten sich dann geteilt, und der erste Volksteil wäre nach Mazedonien gezogen, der andere hätte unter Friga - sie wurden Frigier bezeichnet - Asien durchzogen und sich am Ufer der Donau am Ozean niedergelassen; dann hätten sie sich nochmals geteilt, und die Hälfte sei mihrem König Francio nach Europa gezogen. Sie durchwanderten Europa und besetzen mit ihren Frauen und Kindern das Ufer des Rheins; nicht weit vom Rhein versuchten sie eine Stadt zu erbauen, die sich nach Troja benannten."
    Den trojanischen König Priamus kennen sowohl Vergil als auch Homer, der Rest muss fränkische Zutat sein. Friga ist sicher eine südgermanische Entsprechung Freyr. Adam von Bremen schrieb Jahrhunderte später, die Schweden würden neben "Wodan" noch ein phallischen Gott "Fricco" in Uppsala verehren. Adam benutzte hier offenbar deutsche und keine schwedischen Bezeichnungen für die Götter. Mit Fricco ist Freyr gemeint, der in Schweden, die gleiche Rolle spielte wie bei den Franken, als Stammvater der Könige. Ebenso ist die Verbindung mit dem Wasser und der Schifffahrt nicht zu leugnen und durch das Runengedicht um "Ing" früh belegt.
    Der König Francio der Fredegar-Chronik verweist wie auch Ingwe Freyr auch germanische Abstammungsmythen. Einen Franco, als Sohn des Hisicon und Enkel des Mannus und Stammvater der Franken, kennt auch die angelsächsische Nestorchronik. Siehe hierzu meinen Beitrag mit Mannus-Thread.
    Die Frage ist nun, hat dieser fränkische Freyr etwas mit dem Minotaurus-ähnlichen Geschöpfen zu tun? In der Fredegar-Chronik sind sie offenbar nicht als identisch betrachtet.
    Laut Gregor von Tours verehrten die heidnischen Franken Mars, Merkur, Jupiter und Saturn. Den Neptun nennt er nicht. Während Mars, Merkur und Jupiter nach den Wochentagsnamen Thingsus, Wodan und Donar entsprechen, findet sich für den Saturn keine Übersetzung sondern nur der Saterdag. Möglich das dieser fränkische Saturn einen den Minotaurus optisch ähnlichen Abkömmling hatte. Ein solchen kennt die klassische Mythologie nicht. Stattdessen kennt sie ein Goldenes Zeitalter des Saturn, dass dem nordisches Frodi-Frieden der Ynglinga-Saga schon sehr stark ähnelt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2010
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  13. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    QUOTE]Attis - schöner Knabe - dagegen der narbengesichtige, einäugige Odin? Was hat Atlas damit zu tun? Der war kein Gott, sondern ein Titan und musste den Himmel tragen.[/QUOTE]

    ich hab ja geschrieben, Wodan passt nicht ganz dazu. Die Lösung könnte aber in jenem poti daon (Poseidon) liegen, dem Herrn der Wasser bzw. Wassergötter. Vielleicht ist Wodan hiervon ebenfalls abgeleitet. Von daon bestünde dann der Zusammenhang zu adon. Atlas war der Sohn des Poseidon und der Kleito nach Plato, also anscheinend auch gottähnlich.

    Adon bedeutet auch Herr. Fast alle Götternamen bedeuten auch Gatte, Herr. ich denke Baal geht wie Apollon und Belenus auf eine Wurzel bhel* zurück, was weiß, glänzend, aber auch schwellend, geballt, aber auch Blatt, Blüte, Stamm, Balken und brüllen bedeuten kann. Ich denke, dies ist kein Zufall. Wie beschrieben waren die Liebhaber der Großen Mutter sterbliche Götter in Form von Licht oder Gewässer, Nässe, da diese die Erde befruchteten. Bei bhel haben wir es wohl vor allem mit einem Wolkengott zu tun. Daher denke ich finden wir bhel auch in Wolke, follis (Wolkenball), oblako und bulut.
    Von Baal wird berichtet, er brüllt in den Wolken und führt die Krieger zum Kampf. Baal besiegt den Drachen Lotan. Apollon und Artemis hüllen sich in eine Wolke und begeben sich nach Theben, um Niobes Familie zu töten. Apollon hüllt Aeneas in eine Wolke. Apollon tötete den Drachen Python. Baldur und Baal müssen beide in die Unterwelt, wo sie dann wiedergeboren neu erscheinen. Apollon begibt sich in die Wintermonate ins Land der Hyperboreer.

    Sie scheinen alle nur das Land des bestimmten Gottes zu bedeuten. Avalon zu Apollon, Atlantis zu Atlas, Eden zu Adon, Aztlan und Tlapalan beinhalten Aztlan und Tlapalan, die Wortbestandteile des von mir benannten Götterpaares.

    ja richtig. hier der eine Gott und dort der andere.

    Ob zwischen sheol und der Hölle ein Zusammenhang besteht ist halt fraglich. Da die nostratische Theorie nicht anerkannt ist, ist natürlich alles, was ich hier schreibe, eine These. Das Elysium ist nicht das Gegenteil der Hölle. Man vermutet, dass die Hölle erst unter christlichem Einfluss zu einem grausamen Ort wurde. Die alte Hölle kann man noch im Märchen der Frau Holle ersehen. Es ist ein grünes Land mit blühenden Bäumen.

    Der Apfelbaum war Apollon geweiht. GRUENLINGSWESEN von A - Z

    In dem von mir genannten Buch Iconologia sacra .... wird dem widersprochen.

    Dieser Mythos ist erst spät und auch noch weit weg in der byzantinischen Chronil des Theophanes Confessor erwähnt.

    Beide gelten als Symbole der Großen Mutter. Sie ähneln stark des Bienen der Artemisstatue von Ephesos.

    Gregor tadelt weiterhin bezüglich der alten Religion die Franken mit Verweis auf die Verehrung des gegossenen Kalbes und Verweis auf Baal Peor und die Unzucht in diesem Zusammenhang. Ich denke, Gregor hat hier vesteckt auf die Kulte der Franken hingewiesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vielleicht solltest Du für den Anfang begreifen, dass phonetische Ähnlichkeiten kein ausreichender Beleg für Sprachverwandtschaft sind von Ba'al 'Herr' heißt und Bhel etwas mit 'glänzend' zu tun hat, dann ist die Annahme dass Ba'al und Bhel aus einer gemeinsamen Wortwurzel stammen zunächst mal abuzulehnen, es sei denn, man kann überzeugende Zwischenschritte zwischen Ba'al/Herr und Bhel/glänzend nachweisen.

    Dass es zu phonetischen Ähnlichkeiten kommt ist dabei ganz natürlich, da wir Menschen nun mal alle gleichgebaut sind und einen relativ begrenzten Apparta zur Stimmbildung haben, auch wenn dieser in den meisten Sprachen nicht vollständig ausgeschöpft wird. Daher hast Du recht: es ist kein Zufall, hat aber eben auch keine Bedeutung, da, wie gesagt die artikulierten Geräusche, die ein Mensch erzeugen kann, begrenzt sind.

    Auch hier wieder: Unterschiedliche Dinge: Mal Wolke, mal Licht, passt nicht zueinandern. Follis heißt im Übrigen Lederbeutel und passt nicht in diese Reihe.

    Ich kann Dir zwar gerade nicht folgen, aber vielelicht solltest Du aztekische Namen erstmal naheliegend aus dem Nahuatl erklären: Aztlán z.B. als Land des weißen Reihers.


    Nein. Das deutsche Wort Hölle hänge etymologisch mit Loch zusammen (englisch hole, mittelhochdeutsch hol). Elysium dagegen ist ein griechisches Wort,das griechische Wort für Hölle ist aberKólase. Hinter der Geschichte von Frau Holle steht die Idee, dass man, wenn man in eine Höhle geht (oder in einen Brunnen fällt) in einer andere Welt gelangt.


    Dazu zwei Fragen:
    1.) Warum diskutierst Du dies im Thread "wie legitimierten die Merowinger ihre Herrschaft?", wo besteht der Zusammenhang? (Die Frage treibt mich schon die ganze Zeit um)
    2.) Warum formulierst Du Thesen nicht als Thesen sondern als Tatsachenbehauptungen?
     
  15. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    ja deshalb versuche ich ja neben den möglichen lautlichen Entwicklungen gleiche Inhalte aufzuzeigen.

    Es gibt mehrere Bedeutungen für bhel
    1. glänzend, weiß
    2. Bilsenkraut
    3. schwellen, sich ballen
    4. blühen, Blatt, Blüte
    5. Bohle, Balken
    6. brüllen, bellen

    Indogermanisches Etymologisches Woerterbuch [Pokorny] : Query result

    follis bedeutet auch Windball, Ballon, Blasebalg

    er zählt zu bhel 3. Hierzu gehören auch Bulle und Phallus sowie balls (Hoden)

    Wolke und oblako werden allerdings unter uel zu uelg eingeordnet.
    Ja auffallend sind trotzdem die phonetischen Ähnlichkeiten.

    Eventuell. Es kann sich aber auch auf jene Göttin dt. Frau Holle, nord. Hel usw. beziehen. Das Reich der Frau Holle. Kolase kenne ich nicht. Woher stammt das Wort? Über Brunnen und Höhlen gelangte man in das Reich der Frau Holle. es ist das Reich, in welches die Seelen zurückkehren und aus dem im Frühjahr das neue Grün hervorsprießt.

    1. Weil ich denke, dass die fränkische vorchristliche Religion Ähnlichkeiten zum Kybele-Attis-Kult, Baalkult und dem Kult der Großen Mutter, welcher uns vor allem aus dem östlichen Mittelmeer bekannt ist, aufweist und die Franken vorchristlich ihre Herrschaft als Kinder der Großen Mutter und jenes Pfahlgottes begründeten. Der Kult war unter anderem mit einem Stierkult, der Bluttaufe und der Heiligen Hochzeit verbunden. Gleichzeitig mit einem Pfahlkult. Wir kennen auch heute noch Teile davon als Weihnachtsbaum, an dem Äpfel und Kugeln hängen. Ich denke, diese symbolisierten ursprünglich Stierhoden und waren Fruchtbarkeitssymbole. Wir kennen dies ebenfalls von der Artemisstatue aus Ephesos.
    In der Passio des Heiligen Killian wird erwähnt, dass die Mondgöttin die Obergöttin der Franken und Merowinger war. In der Passio hieß deren Anhängerin und Frau Herzog Gosberts Geilana.
    2. Ja entschuldige
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2010
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die da wären?

    Die, wie ich mich zu erinnern meine schon mehrfach erklärt zu haben, nichts aussagen, da der Mensch einen begrenzten Apparat hat.
    Ich habe das an anderer Stelle schon mal versucht anhand des Wörtchens hervor zu erklären:
    Das deutsche hervor ist ein Lokaladverb, das spanische hervor ist ein Substantiv, es bedeutet 'Dampf'. Deutsch und Spanisch sind eng miteinander verwandt, handelt es sich doch bei beiden Sprachen um Vertreter des westlichen Zweigs der indoeuropäischen Sprachen. Trotzdem ist das gleich geschriebene und bis vor ca. 500 Jahren auch gleich ausgesprochene Wort nicht identisch. Natürlich könnte man mit findigen Sprachspielchen jetzt eine Pseudoetymologie herleiten: "Wenn Wasser kocht, kommt Dampf hervor." Sehr sinnvoll ist das aber offensichtlich nicht. Natürlich ist das spanische Wort hervor von hervir für 'Wasser kochen' abgeleitet und hat nichts mit dem deutschen Lokaladverb zu tun.
    Will sagen: Worte können von der Lautgestalt her sogar identisch sein, sie haben deshalb noch lange keinen Bezug zueinander.


    Der Pokorny sagt aber auch, dass es sich um unterschiedliche Etyma handelt, nur bei bhel2 macht er darauf aufmerksam, dass es wohl identisch mit bhel1 sei.

    Sag ich ja: Nicht 'Wolkenball'. Windball ist ein veraltetes Wort für 'Ballon'.


    S.o.

    Habe ich doch geschrieben.

    Aus dem Griechischen.

    Weihnachtsbäume gibt es erst seit 450 Jahren: Adventskalender - Türchen 14: Hingen Weihnachtsbäume früher an der Decke? | Wissen | ZEIT ONLINE
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Februar 2010
    1 Person gefällt das.
  17. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    ein Zusammenhang mit einem Fruchtbarkeitskult, Wolken und Licht. Weiterhin der Tod des Gottes und seine Reise in die Unter - oder Anderswelt. Später die Wiederauferstehung des Gottes und Rückkehr aus der Unterwelt. Anscheinend wie bei Pelops, Pelias, Ixbalanque wurde der Gott auch zerstückelt und die Teile dann zum Teil in einem Zauberkessel gekocht, aus dem der Gott dann wieder jung und lebendig hervorkam.

    ja deshalb gilt es ha diese eventuell zu suchen.

    ja aber wo erwähnt und in welchem Zusammenhang?

    ja seit 450 Jahren ist er nachweisbar. Es ist unbestritten, daß es in vielen heidnischen Religionen immer wieder religiöse Praktiken mit Bäumen, immergrünen Zweigen o.ä. gegeben hat: Sie wurden angebetet, aus dem Holz der Bäume wurden Götzen geschnitzt, Zweige wurden als Abwehrzauber verwendet und anderes mehr.
    Aus dem Attis-Kybele-Kult wissen wir, dass die Pinie, welche Attis symbolisierte, mit Veilchen bekränzt und mit Wollbinden umwunden wurde. Auch aus den keltischen Nemeta kennen wir einen Kult um einen Baum.[FONT=&quot]
    [/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Februar 2010
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist doch etwas diffus. Wir sprachen über lautliche und inhaltliche Entwicklungen. Wolken und Licht haben wenig miteinander zu tun, außer, dass Wolken u.U. die Abwesenheit von Licht bedeuten können. Das semitische Ba'al bedeute auch weder Wolke noch Licht noch etwas ansatzweise ähnliches.

    Das kommt in so ziemlich jeder Religion vor. Harald Weinrich spricht von Mythemen. Es ist doch klar, dass der Mensch als das einzige reflektierende Wesen (naja, Elefanten und Affen sagt man das auch nach) sich angesichts der Trostlosigkeit des Todes als ewiges Vergehen Gedanken über den Sinn des Lebens macht. Wozu etwas aufbauen, wenn man danach sowieso stirbt? Hierin liegt der Grund für den Glauben an ein Leben nach dem Tode, weil mit dem Tode nicht alles zu Ende sein kann. Und das wird natürlich in Mythen und Offenbarungen gekleidet. Da die Menschen überall auf der Welt vor den gleichen Problemen stehen und von den gleichen Gefühlen und Gedanken geplagt werden, ist es doch bloß natürlich, dass sie überall versuchen dem Tod einen Sinn zu geben und ihn nur als eine Etappe sehen, schon weil das über den Tod der Angehörigen und über den eigenen Tod hinwegtröstet. Dazu bedarf es keiner vorgeschichtlichen transkontinentalen Verbindungen.

    Das kannst du ja gern machen, aber sichere dich doch bitte demnächst ab und stelle nicht irgendwelche Spekulationen als Tatsachenbehauptungen dar.

    Natürlich in der Bibel!

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