Großbritannien: Urbevölkerung?

Dieses Thema im Forum "Die angelsächsischen Reiche" wurde erstellt von captain kirk, 25. April 2009.

  1. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied


    Bei den illyrischen Stämmen: Albani, Melcumani, Segestani, ...

    In Persien und Zentralasien: Drangiani, Sogdiani, ...
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hebraeus - Hebraei
    Parthus - Parthi
    Aegyptius - Aegyptii
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied


    Ich glaube, es ging beorna um das Auslauten in -ani. Zumindest endeten alle seine Beispielvölker so.
     
  4. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Allerdings konnte der Cheddar-Man der Haplogruppe U5 zugeordnet werden, die in Europa 10 % der Bevölkerung ausmacht (Haplogroup U (mtDNA) - Wikipedia, the free encyclopedia ). Angesichts des Alters von 9.000 Jahren dürfte der Herr noch zu den Jägern und Sammlern gehört haben, also zur Urbevölkerung vor der neolithischen Revolution.


    Guter Punkt! Die Urbevölkerung müßte irgendwo zwischen dem britischen Urschleim und der keltischen Kultur zu suchen sein. Da gab es natürlich auch einiges Einwanderungen und Kulturübernahmen.
     
  5. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Danke, Ravenik. Es geht mir aber eher um die Endung -tani. Lusitani, Edetani, Turdetani, Bastetani, Cessetani, Carpetani, Aquitani, Ausetani, Laietani, Iacetani, Contestani, Oretani und eben Pretani (Britanni) und Mauretani. Es sind halt keine Albani, Germani, Sogdiani etc. Diese -tani Endungen findet man nirgendwo in ähnlicher Frequenz. Illyrische Segestani sprechen vielleicht dagegen, können aber auch nur Zufall sein. Ob man die keltiberischen Stämmenamen aber alle auch nur als typische lateinische Endungen ansprechen will oder ob es sich um einen speziellen Namenstyp handelt, kann ich nicht sagen. Wäre sicher interessant.
     
    1 Person gefällt das.
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Britischen Inseln erst nach Abschmelzen des Eisschildes besiedelt werden konnten, also ab etwa 9000 v. Chr. Zu dieser Zeit gab es eine breite Landverbindung zwischen Britannien und dem Kontinent, auf der mesolithische Jäger, Sammler und Fischer vorwiegend aus dem westeuropäischen Raum (heutiges Frankreich und Spanien) einwanderten. Diese mesolithische Bevölkerung bildete also den Grundstock der britischen Bevölkerung, den in den späteren Jahrtausenden neolithische "early farmers", "Beaker people" (Glockenbecherleute), Kelten und andere Bevölkerungsgruppen überschichteten.

    Wie ich weiter vorn schon sagte, ist es umstritten, inwieweit jeweils mit Migrantenströmen vom Kontinent oder lediglich mit einem Kulturtransfer zu rechnen ist. Aktuell gehen viele Forscher von einer Synthese beider Positionen aus.
     
  7. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Besiedelung Britanniens

    Hallo

    Nur nur Besiedelungsgeschichte Britanniens.
    Auf Arte kam gestern ein Beitrag über Stonehenge und im Zuge dieser Doku wurde eine Untersuchung von 300+ Glockenbechergräbern (Skeletten) in Großbritannien erwähnt, die erbrachte, das die Mehrzahl der Bestatteten Einheimische waren, somit eine Invasion von Glockenbecherleuten nicht stattfand, sondern es tandelt sich um die Übernahme der Glockenbecherkultur durch die Einheimischen.

    mfg
    schwedenmann

    P.S.
    Der Beitrag steht noch mit der SW qarte bzw. mediathekview zu Dowbload bereit.
     
  8. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Weißt Du, wie die Zuordnung zu Einheimisch/Immigrant vorgenommen worden ist? Evtl. über die Strontium-Analyse der Zähne? Oder DNA? Dann müßte man als Vergleich die DNA früherer Bevölkerung von Stonehenge schon kennen.
     
  9. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Stonehenge + Glockenbecherleute

    Hallo

    @Carolus
    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, laut Strontiumanalyse der Knochen. Danach waren die meisten der untersuchten Skelette einheimsich, nr weige konntren dem kontinetn zugeordnet wrden , wass eine "Invasion" der Glockenbecherleuet ausschließen würde. Die Forscher nehmen daher eher eine Kulturübernahme an (Glockenbecherleute = Körperbestattung(Einzelgräber) + Kupfer + Gold), ergo eine ganz andere Kultur, als die Neolithiker von Stonehenge (Brandbestattung, Horn, Steinwerkzeuge).

    mfg
    schwedenmann
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Mit der SIA sind natürlich Angehörige der zweiten Generation, die schon im Zielland geboren sind, nicht mehr nachweisbar.
     
  11. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Glockenbecherleute in Großbritannien

    Hallo

    Ich habe mir gerade nochmal die Stelle der Doku vorgespielt,es ist dort von Isotopenanalyse, vornehmlich der Zähne, die Rede. Damit soll man das Klima, indem die tote Person gelebt hat, ziemlich genau bestimmen können. Von den 360 untersuchten Glockenbecherleuten stammte demnach der größte Teil aus Großbritannien, nur wenige entstammten kontienntalem Klima, unter anderem der Bogenschütze von " Aimsbury" hoffe ich habe den richtig geschrieben.

    mfg
    schwedenmann
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, das ist die SIA, die wird an den Zähnen vollzogen. Es wird aber weniger das Klima herausgefunden, als vielmehr die Signatur des Strontiums im Trinkwasser der Menschen, welche sich von Ort zu Ort unterscheidet. Mit dieser Signatur lässt sich vom Fundort abweichendes Herkommen nachweisen.
    Für eine Migrationsarchäologie ist die SIA deshalb aber eben nur für die Migranten selbst, nicht für ihre Nachfahren nutzbar.
     
  13. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Wobei, ganz Platt gesagt, die Fragestellung und die Analysenmethode zu einander passen müssen. Wie in obigen Fall kann man nur nachweisen das die Träger der Kultur, die dort gefunden worden sind auch in Britannien aufgewachsen sind. Mehr nicht. Noch nicht einmal woher die Eltern kamen. Hier währe eine DNA-Untersuchung, soweit noch Erbmaterial vorhanden sinnvoller gewesen.
    Habe manchmal den verdacht, das einige Leute sobald es heißt, es gibt eine neue Analysenmethode, diese anwenden wollen, ohne sich Gedanken zu machen, ob diese auch zu der Fragestellung passt.
    C 14 zur Altersbestimmung funktioniert auch nicht überall, wo man gerne das Alter eines Fundes bestimmen möchte. Aus unterschiedlichen Gründen.

    Apvar
     

Diese Seite empfehlen