L Domitius Ahenobarbus' Zug über die Elbe - noch von der Donau o. bereits vom Rhein?

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Sepiola, 24. April 2017.

  1. Opteryx

    Opteryx Mitglied


    So lange wir nicht ein einziges Marschlager in der Elberegion gefunden haben, müssen wir froh sein, wenn überhaupt Relikte "irgendwelcher Römer" auftauchen und ausgewertet werden können. Die vorhandenen antiken Quellen geben nichts mehr her. Pflug hatte zumindest noch den Weg beschritten, Erdwerke vom Vogtland bis zur Elbe in seine Theorie einzubinden. Leider erfolglos.
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Pflug hat alles mögliche in seine "Theorie" eingebunden, Münzfunde, Pseudoetymologien, mittelalterliche Stadtgrundrisse - und letztlich hat er auch die Quellentexte gemäß seiner Theorie kreativ umgeschrieben. Dass mit dieser Methode nur Bullshit herauskommen kann, dürfte eigentlich einleuchten.

    Hätte er sich auf auswertbare Funde beschränkt, wäre sein Büchlein nach einer Seite zu Ende gewesen.

    Welche auswertbaren Funde haben wir denn heute?

    Ein Spitzgraben besagt für sich gar nichts, außer dass da mal jemand gegraben hat. Es müssen Funde vorliegen, die Hinweise darauf geben, wann und wer dort gegraben hat.
    Eine Münze gibt uns auch keinen Hinweis darauf, wer die verloren hat. Um einen Zusammenhang zwischen einer Münze und einem 15 km entfernten Spitzgraben herzustellen, brauchen wir deutlich mehr als nur kreative Fantasie à la Pflug.

    Aber zumindest zum Treffpunkt des Tiberius sind die Untersuchungen seit einiger Zeit im Gange. Warten wir ab, bis die Auswertung vorliegt.

     
  3. Der Dussel

    Der Dussel Mitglied


    Apropos Tacitus. Ich hab den alten Herr´n mal wieder herausgekramt und eine interessante Textstelle gefunden. In den Annalen 4/44 wir von einem L.Domitius geschrieben, Ehemann der jüngeren Antonia, Tochter der Octavia, der mit seinem Heer über die Elbe vorstiess und weiter ins innere Germaniens vordrang als jemals einer vor ihm.
    Kann mir jemand sagen um wen es sich da genau handelte ?

    Weiter wird in den Annalen 4/66 von Varus Quintilius berichtet, dem Sohn des , im Teutoburger Wald gefallenen Varus.
    Gibt es irgendwo noch mehr über diesen Sohn zu lesen?
    Danke für Eure Mühe !
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Beim älteren Seneca im ersten Buch seiner Kontroversen. Da schilt Seneca den Rhetor Lucius Cestius Pio dafür, dass er als Lehrer seinen Schüler kritisiert, weil dieser der Sohn seines Vaters ist:
    Declamaverat apud illum hanc ipsam controversiam Varus Quinti(li)us, tunc Germanici gener, ut praetextatus; cum descripsisset circumstantium (indignationem), quod tam cito oculis poena subduceretur, dixit: exaudierunt dii immortales publici[um] voti preces: incestam, ne cito supplicium transcurreret, revocaverunt. Cestius multa contumeliose dixit in istam sententiam: sic, inquit, quomodo quadrigas, revocaverunt? nam et ante posuisti (istam) similitudinem, quia et haec de carcere exierat. cum multa dixisset, novissime adiecit rem, quam omnes improbavimus: 'ista neglegentia pater tuus exercitum perdidit.' filium obiurgabat, patri male dixit.
     
  5. Der Dussel

    Der Dussel Mitglied

    Vielen Dank! E.Q.
     
  6. Der Dussel

    Der Dussel Mitglied

    Aber irgendwie kommt es mir doch etwas " spanisch " vor, das dieser L. Domitius erst zu Tiberius´Zeiten gestorben ist ! Wenn es dieser Domitius Ahenobarbus war, der die Elbe so weit überschritten hat, wieso wird Drusus soweit über ihn erhoben und wieso gibt es keine direkten Hinweise wie weit und wohin L. Domitius Ahenobarbus gekommen ist? Über Tips zu Inschriften oder Literatur wäre ich dankbar !
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Früheste und späteste überlieferte Daten seines "Berufslebens" sind 22 v. und 14 n. Chr.
    Macht ingesamt 35 Jahre.
    Wo ist das Problem?

    Was heißt "so weit"?
    Domitius hat die Elbe überschritten, wie weit, weiß man nicht. Vermutlich nicht sehr weit...

    Dazu hatte ich vor einiger Zeit folgendes geschrieben:

     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das einzig wirklich Spektakuläre an der Elbe-Überquerung war anscheinend die Überquerung an sich, aber sonst scheint sich nicht viel ereignet zu haben. Cassius Dio schreibt, dass er auf keinen Widerstand stieß, "Freundschaft" mit den "Barbaren" schloss und einen Altar des Augustus errichtete. Es geschah also wohl nichts, worüber viel zu schreiben gewesen wäre. Außerdem ist die Quellenlage zu den Germanienaktivitäten der Römer unter Augustus ohnehin generell recht unbefriedigend.

    Außer der Tacitus-Stelle scheint der einzige Beleg Cassius Dio 59,10a zu sein.
     
  9. Opteryx

    Opteryx Mitglied

    Zumindest ist kein germanisches Weib erwähnt, welches ihm Halt gebot!
     

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