Nahostkonflikt

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von tessaqueen, 16. November 2010.



  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die ersten größeren Reibungen zwischen Juden und Arabern im Zuge des beginnenden Nahostkonfliktes sind auf 1929 zu datieren.
     
  2. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Diese Aussage würde ich als polemisch ansehen:


    Das ist m.E. ein Mythos. Die Umstellung von extensiver auf intensive Agrarnutzung heisst noch lange nicht, dass man "unerschlossene" Gebiete besiedelt. Eines der Probleme die zu den Aufständen in der Zwischenkriegszeit führte war es gerade, dass man Land von Grossgrundbesitzern kaufte und dann die traditionellen Pächter vertrieb so wie die Leute die dort traditionell ihr Vieh weiden liessen. Ein anderer Punkt ist z.B. dass im Nahen Osten das Land einem Eigentümer gehören kann, die darauf befindlichen Olivenbäume jedoch jemand anderem so wie (wenn ich es nicht falsch in Erinnerung habe) auch die Weiderechte. Richtig "unerschlossene" Gebiete wurden erst mit den Landwirtschaftlichen Betrieben in der Negev und im Sinai in den 60.er und 70.er Jahren nutzbar gemacht.
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Um nochmal auf diese Entwicklung zurückzukommen:

    1922/25 kam eine erste große Welle von ca. 35.000, die aber weniger mit dem britischen Mandat zu tun hatte, als vielmehr mit den Wirren im Herkunftsland Rußland (Emigranten). Der Anteil der jüdischen Bevölkerung stieg daher bis 1925 auf rd. 120.000.

    Rund 75% (ca. 600.000) stellte die islamische Bevölkerung, rund 75.000 waren christlicher Glaubensrichtungen. Jerusalem wurde mit rd. 65.000 Einwohner gelistet, davon 33.000 Juden und 15.000 Christen. Eine weiterer großer jüdischer Teil der Bevölkerung entfiel auf Jaffa/Tel Aviv mit 18.000 (von 47.000 gesamt) und über 60 angekaufte Siedlungskolonien.

    Staatslexikon III, 1928 (Artikel Palästina)
     
  4. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Das ist gut möglich - das hatte ich nur als Größenordnung vage im Gedächtnis gehabt und nicht überprüft.
    Es waren auf jeden Fall einige zehntausend und damit genug, um in eigenen Siedlungen oder Stadtvierteln zu wohnen.

    Die wären nun etwas Spezielles.

    Wir beziehen uns ja hier auf die Frage von Zeitmaschine:
    "Ich meine mal eine Dokumentation gesehen zu haben, wo deutsche Soldaten im 1.Weltkrieg mit Arabern oder Türken jüdische Siedlungen angegriffen haben. Kann mir jemand da weiterhelfen?"

    Und da kann "Siedlung" alles mögliche bedeuten, muß kein Kibbuz sein.

    Richtig.
    Und dazu kann es ja reichen, daß in einem ansonsten völlig unbeteiligten Dorf ein Trupp Regierungstruppen Nachtquartier genommen hat.

    Insofern kann "Angriff auf jüdische Siedlung" auch heißen, daß ein Dorf in dem Juden lebten aus irgendwelchen Gründen angegriffen wurde. Der Angriff wird sich m. E. aber nicht konkret gegen diese Bewohner gerichtet haben, die waren ja eigentlich "neutral".
     
  5. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Das hoffe ich doch nicht. Mißverständlich oder gar falsch mag sie sein - ich nehme hier keine Unfehlbarkeit für mich in Anspruch. :pfeif:
    Aber Polemik versuche ich nun wirklich zu vermeiden.

    Richtig.
    Es ist auch klar, daß es eine Reihe Konflikte um die Nutzung von Ackerland etc. gab.
    Mir ging es aber um den Aspekt des "Siedelns" im engeren Sinne, also den Bau von Häusern etc.
    Und da legten die Juden eben neue Siedlungen bzw. Stadtviertel an, neben den palästinensischen.

    Zu einer echten Übernahme von palästinensischen Siedlungen kam es m. W. erst nach 1948.

    Zum Zeitpunkt des UN-Teilungsplans gab es jedenfalls noch genug Platz für beide Bevölkerungsgruppen, die Region war noch viel weniger dicht besiedelt als heute.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Warum so wage? Wir haben doch die amtlichen Zahlen vorliegen:

     
  7. mhorgran

    mhorgran Gesperrt

    Literatur zum Thema
    * Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas (gibts beim Verlag Zweitausendeins)

    * Norman G. Finkelstein "Antisemtismus als politische Waffe" (u.a. wird darin das Buch von Alan M. Dershowitz "Plädoyer für Israel. Warum die Anklagen gegen Israel aus Voruteilen bestehen" widerlegt.

    * Noam Chomsky "Offene Wunde Nahost"

    * Baruch Kimmerling "Politzid"

    * Norman G. Finkelstein "Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern"

    * Chamlers Johnson, Tariq Ali ...
     
  8. tessaqueen

    tessaqueen Gesperrt

    OKAY danke für eure Hilfe...
    Hab alles geshafft
     
  9. Zeki

    Zeki Neues Mitglied

    Eher eine Tradition in islamischen Gebieten, nicht im Islam selbst :) Abgesehen davon. Nicht vergessen: Araber sind selbst Semiten.

    Es kann schon sein dass beide Bevölkerungsgruppen genug Platz hatten, man müsste sich aber ansehen wie fruchtbar das jeweils zugeteilte land war udn vor allen Dingen ist es natürlich ein emotionales Problem.
     
  10. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Der Antisemitismus richtet sich aber nicht gegen die "Semiten" generell, sondern nur gegen die Juden - egal ob sie überhaupt semitische Wurzeln haben. Außerdem ist der rassisch "fundierte" Antisemitismus ohnehin ein Phänomen mit europäischen Wurzeln. Im Islam gibt es eher Antijudaismus und Antizionismus.
     
  11. Zeki

    Zeki Neues Mitglied

    Tut mir Leid aber vom Wort Antisemitismus kann man nichts anderes ableiten. Selbst wenn Hitler nur die Juden meinte, steckt im Wort Semit und nicht Jude.


    Wie gesagt nicht im Islam selbst sondern in islamischen Gebieten.
     
  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Wie Ravenik schon sagte, richtet sich der Antisemitismus allein gegen Juden. Wäre das nicht so, müssten die semitischen Araber einen Selbsthass entwickeln. Beim Antisemitismus geht es auch nicht um "Semiten", denn das würde die gesamte arabische Nation betreffen, sondern um eine Judenfeindschaft, einen Antijudaismus und Antizionismus.
     
  13. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Antisemitismus bedeutet Judenhass, Judenfeindschaft etc. Auch in den islamischen Gebieten gibt es Antisemitismus also Judenhass und Judenfeindschaft.

    Der Begriff Antisemitismus setzte sich seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gegenüber den Begriffen "Judenhass" und "Judenfeindlichkeit" durch.

    Die Wortbildung basiert auf sprachwissenschaftlichen und völkerkundlichen Unterscheidungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts der Geist der semitischen Völker im Unterschied zu dem der Indogermanen erfasst und abgewertet werde sollte. Dieser Neologismus bringt den im frühen 19. Jahrhundert einsetzenden Wandel in der Wahrnehmung von Juden auf den Begriff, die nun nicht mehr primär über ihre Religion definiert werden, sondern als Volk, Nation oder Rasse. Juden wurden als ein die Nationen ökonomisch, geistig und rassisch zersetzendes Element angesehen, gegen das sich der Antisemitismus als eine politische Ideologie und Protestbewegung formierte. Antisemitismus ist zum übergreifenden Terminus geworden, den man jeweils über Beifügungen wir antiker, christlicher, völkischer rassistischer Antisemitismus spezifiziert.
     
  14. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi Leute. Hoffentlich habt ihr noch einen verschneiten besinnlichen 2. Weihnachtsfeiertag. Ich habe ihn jedenfalls.
    Hab nicht alles hier gelesen, wollt aber einige Zeilen zum Antisemitismus durch arab. Muslime (und auch arabische Christen!) im Nahen Osten vertellen, aber weniger den aktuellen Stand (Tagespolitik), sondern eher die historische Entwicklung und Einordnung.
    Wie schon gesagt, natürlich gibt es arab. Antisemitismus. Nicht nur durch Muslime, sondern auch durch arab. Christen in Palästina und anderswo. Ich persönlich kenne sogar einen, der als Halbstarker in der Intifada auch Steine schmiss, als Christ wohlgemerkt. Diese persönlich Erfahrung hat natürlich keinerlei Aussagekraft. Das nur nebenbei.

    Dieser Post dient der Aufklärung, ob R.A. Recht hat mit seiner Behauptung, der "islamische Antisemitismus habe eine lange Tradition", oder ob dieser arabische Antisemitismus nicht vielmehr ein rezentes Phänomen sei, vor allem auch ein importiertes Phänomen, durch Übernahme von Verschwörungstheorien, Topoi, Vorurteilen, Feindbildern, usw. die in unserem Kulturkreis besonders verbreitet sind und waren.

    Ich habe mal in der Britannica Encyclopaedia of World Religions nachgeschlagen, es gibt keinerlei Behandlung eines Antisemitismus durch Muslime, ausser im Artikel Anti-Semitism. Dort steht ganz zum Schluss ein kleiner Absatz, dass sich der Antisemitismus im Nahen Osten nach Gründung von Israel ausgebreitet habe:
    "The immigration of large numbers of Jews to Palestine in the 20th century and the creation of the State of Israel (1948) aroused new currents of hostility within the Arab world that had previously tolerated the Jewish communities, resulting in the adoption of many anti-Jewish measures throughout the Muslim countries of the Middle East."

    Ansonsten kommt Antisemitismus ausschließlich im christlichen Kontext in der Enzyklopädie in diversen Artikeln vor.

    Und in der 15-Bändigen The Encyclopedia of Religion, Second Edition, 2005 steht im Artikel Anti-Semitism:
    Amazon.com: Encyclopedia of Religion, 15 Volume Set (9780028657332): Lindsay Jones: Books

    "However, post–World War II realities created new conflicts into which Judaism and the Jews were absorbed. The creation of the State of Israel in a thoroughly Islamic sphere,
    the wide-ranging rejection of prior Western colonialism, and accelerating liberal espousal of postcolonial thinking have combined to create new anti-Jewish sentiment, diversely perceived in different quarters. For some, anti-Israel sentiment involves rational and moral recoiling from the injustices imposed on Palestinians. Other observers see in this recoiling the activation of traditional anti-Jewish motifs, earlier absent in the Islamic sphere.
    The premodern world of Islam was quite different from premodern Christendom. The most obvious difference is the variety of populations encompassed within the world of premodern Islam, which was a rich mélange of racial, ethnic, and religious communities. Within this complex human tapestry, the Jews were by no means obvious as lone dissenters, as they had been earlier in the world of polytheism or subsequently in most of medieval Christendom. While occasionally invoking the ire of the prophet Muhammad (c. 570–632) and his later followers, the Jews played no special role in the essential Muslim myth as the Jews did in the Christian myth.
    The dhimmi peoples, defined as those with a revealed religious faith, were accorded basic rights to security and religious identity in Islamic society and included Christians,
    Jews, and Zoroastrians. Lack of uniqueness ameliorated considerably the circumstances of Jews in the medieval world of Islam.
    In the post–World War II period, however, the Jewish-Zionist enterprise did take on elements of uniqueness: it was projected as the sole Western effort at recolonization within the Islamic sphere. This perception has triggered intense antipathy for Zionism and its Jewish supporters, often viewed as indistinguishable, and has resulted in the revival of harshly negative imagery spawned in the altogether different sphere of medieval Christendom. Popular Muslim writing and journalism now regularly introduce themes such as ritual murder, Jewish manipulation of finance, and worldwide Jewish conspiracy, themes taken over with little difficulty from an entirely different ambience. Once again, these themes have proven flexible, readily transferable from milieu to milieu."

    Also, der (verbreitete) arabische Antisemitismus (mit fließendem Übergang zum Antizionismus) ist ein relativ junges Phänomen.
    Manchmal hilft ein Blick in Offline-Enzyklopädien mehr, als in die Wikipedia, denn die Verhältnisse, die Bedeutung von etwas im historischem Kontext, wird in den Enzyklopädien doch deutlicher, anhand der Menge an Zeilen die für etwas hergegeben werden. In der Wikipedia hingegen ist es letztlich völlig willkürlich, wie ausführlich bestimmte Dinge angesprochen werden, oft besonders ausführlich, wenn etwas in den Massenmedien populärer wurde, oder durch Filme, völlig ungeachtet der tatsächlichen historischen Bedeutung oder Relevanz. Dies nur als Nebenbemerkung, was mir wieder beim Lesen des Artikels Islamisierung auffiel... :)

    Im Gegenteil zum jungen arabischen Antisemitismus, kann eine Benennung einer jüdisch-islamischen Symbiose (von Teilen der Geschichte) eine historisch weeesentlich größere Berechtigung erhalten, als neuerdings von einer christlich-jüdischen Tradition im Abendland oder auch nur in Deutschland gesprochen wird.

    Kurt Schubert schreibt in seinem Beck-Verlag Wissen-Bändchen: Jüdische Geschichte, S. 64 f.:

    "Die islamische Epoche von 711 bis zu den Almohaden (1146) wird als die ,Goldene Epoche‘ des Judentums im muslimischen Spanien bezeichnet. Im ummajadischen Königreich, das von Abd al Rahman I. im Jahre 755 gegründet wurde, entwickelte sich ein bedeutendes jüdisches Zentrum mit großer Ausstrahlung. Juden boten sich den Eroberern als landeskundige Verwaltungsbeamte an. Arabische Historiker berichten, daß in Cordoba, Granada, Sevilla und Toledo jüdische Gemeinden neu gegründet wurden. Im 8. und 9. Jh. ist auch mit einer weiteren jüdischen Einwanderung aus Nordafrika zu rechnen. Nach der Angabe eines arabischen Geographen nannte man Tarragona und Granada jüdische Städte. In immer steigendem Ausmaß wurden die Juden zu einer städtischen Bevölkerung und waren vielfach im Handel tätig." (Er gibt im Band noch viele weitere Beispiele von jüdischer Geschichte in islamischen Ländern wider, z.B. Saloniki im Osman. Reich konnte man beizeiten sogar als "jüdische Stadt" bezeichnen.)

    Danach kam die intolerante Zeit, die Dieter schon ansprach, wo nicht wenige Juden in inzwischen christlich besetzte Gebiete Spaniens oder andere arabische Gebiete hin wanderten, um in diesen christlichen Gebieten ein blühendes Leben zu entfalten, bis sie zunehmend auch dort Repressalien ausgesetzt waren, die zu dem völligen Exodus aus Spanien führte.

    Einige Gründe für den modernen arabischen Antisemitismus werden in dem Jahresbuch der Tel Aviver Uni ausgeführt:
    Antisemitismus Antizionismus ... - Google Bücher

    1. Dem Antisemitismus in der arabischen Welt ist ein realer (kolonialer) Konflikt vorrausgegangen.
    2. Im Prinzip kämpfen nicht Palästinenser gegen Israelis, weil diese Juden seien, oder Israelis gegen Palästinenser, weil diese Araber seien.
    3. Zwecks Legitimierung eigenen Handelns werden zur Feindbild-Herstellung aus dem christlichem Kontext entstandene antisemitische Topoi übernommen, aber auch antijüdische Stellen aus dem Koran zweckentfremdet, indem diese maßlos überhöht würden, da es im Islam keine dem christlich-jüdischem Antagonismus vergleichbare Gegensätze gegeben habe.
    4. Untersuchungen der judenfeindlichen Elemente der Ideologien der Hamas und der Hisballah haben denn auch gezeigt, dass drei Faktoren maßgeblich seien:
    a) das Eindringen bzw. Aufgreifen von christlich-europäischen Antisemitismen
    b) den Zusammenbruch des traditionellen politischen (osmanischen) Systems und das Entstehen von "Nationalstaaten"
    c) den Konflikt um Palästina

    weitere Faktoren in obigen Link teilweise einsehbar.

    Nein, es gibt und gab zwar immer auch in von Muslimen bewohnten Regionen mal Phasen antijüdischer Stimmungen, aber nie vergleichbar mit den Vorgängen in der christlichen Hemisphäre. Dieses ist in der arabischen Welt eher ein modernes Phänomen seit dem 20. Jh.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Noch eine kurze Ergänzung zu Lynxxx Beitrag.

    Auch wenn wir hier nicht über die Tagespolitik diskutieren, möchte ich kurz auf das heute zu sprechen kommen.

    Es gibt heute mehrere Gründe für eine antisemitische Einstellung. Einer der Gründe ist der Nahostkonflikt. Dieser bietet den wesentlichen Nährboden für antijüdische Propaganda und Orientierungen nicht nur in arabischen und andern islamischen Staaten, sondern auch in unseren Breitengraden. Hier darf man aber eines nicht vergessen, nicht jede vorgebrachte Kritik an der Politik Israels ist antisemitisch. Auch die antiisraelische Rhetorik der PLO hat mehr mit der typischen Feindbildpropaganda zu tun, als mit Antisemitismus.

    Erst wenn verallgemeinernde antijudaistische Angriffe gegen die jüdische Religion oder antisemitische Ideologeme, wie jüdische Weltverschwörung, Verbreitung von AIDS etc., sich mit dem politischen Antizionismus verbinden und auf alle Juden unterschiedslos bezogen werden, kann von Antisemitismus gesprochen werden. Die zentralen Elemente sind Verschwörungstheorien in der Tradition der "Protokolle der Weisen von Zion" und die Leugnung des Holocaust. Der islamische Judenhass (vor allem durch die radikal islamischen Organisationen) ist durch das Internet mit dem europäischen und amerikanischen Rechtsextremismus verbunden, diese Verbindungen darf man nicht unterschätzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  16. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Ja, korrekt. In obigem Link wird auch davon gesprochen, dass man fein säuberlich definitorisch exakt arbeiten sollte, damit man den Blick klar behält, was Ursachen sind, was Propaganda von dem einen oder dem anderen, was politischen, ideologischen, usw. Zwecken dient, statt der wissenschaftlichen Analyse, etc. Nach 9/11, und erst recht nach dem 3. Irakkrieg, ist eine Verbreiterung des Phänomens zu beobachten, wie woanders in der Welt auch, besonders bei den weniger gebildeten und selbstreflektiert denkenden Menschen. So, nun noch mal ein Marzipanbrot oder Stollen "köpfen"... :D
     
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, wobei für die Deutschen mit ihrer Vergangenheit Zurückhaltung geboten ist.

    Im übrigen sind die Ausführungen von lynxxxx korrekt. Eine Judenverfolgung wie im mittelalterlichen Europa - ganz zu schweigen von der jüngeren Vergangenheit - hat es in den islamischen Staaten nicht gegeben. Das ist eine abendländische Spezialität, die die christliche Kirche bedauerlicherweise massiv unterstützt, wenn nicht gar ausgelöst hat. Der islamische Antizionismus hat junge Wurzeln und beginnt mit der Einwanderung der Juden nach Palästina zu Beginn des 20. Jh.
     
  18. Zeki

    Zeki Neues Mitglied

    Ihr könnt das noch mehrmals wiederholen :D . Mir ist schon klar wofür die Allgemeinheit den Begriff Antisemitismus benutzt. Aber vom Wort selber, nicht von der Bedeutung die man dem Wort in der Allgemeinheit zuweist, lässt sich nicht Hass explizit gegen Juden ableiten.

    Aus der Wikipedia:
    Und Goebells selbst hat gesagt
    Selbst "Antisemiten" sehen den begriff als falsch.
    Karl Eugen Dühring:
    Mir ist schon klar das der Begriff von der Allgemeinheit für Judenhass benutzt wird, das ändert nichts daran dass es schlichtweg falsch ist.

    Wer Antisemitismus nur auf Juden bezieht, schließt meiner Meinung nach Araber davon aus Semiten zu sein.
     
  19. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Noch ein Buchtipp, der zum Link von Lynxxx passt:

    Neuer Antisemitismus?
    Eien globale Debatte
    Herausgegeben von Doron Rabinovici, Ulrich Speck und Natan Sznaider
    edition suhrkamp
    1. Auflage 2004

     
  20. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Danke für den Tipp, wobei ergänzend zu sagen ist, dass Matthias Küntzel relativ umstritten ist, möchte er doch eine zuuu direkte Linie ziehen vom deutschen Nationalsozialismus und Antisemitismus zum modernen Islamismus, und es wurde ihm vorgeworfen, dabei zu unsauber zu arbeiten, dabei zu viele nachweisbare faktische Fehler zu machen und vor allem zu oberflächlich in bestimmten Bereichen zu sein, damit seine Thesen passend erscheinen.
     

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