Nahostkonflikt

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von tessaqueen, 16. November 2010.

  1. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied


    Du meinst vermutlich arabische Israelis. Es gibt übrigens auch Juden aus dem nahen Osten die sich als Araber betrachten.
     
  2. Zeitmaschiene

    Zeitmaschiene Neues Mitglied

    Der Nahostkonflikt hat auch damit zu tun, das die Palästinenser aus ihren Gebieten, in dem sie seit jahrhunderten gelebt haben, mit Gewalt vertrieben wurden.
    Gewalt gab es aber schon vor der Gründung Israels. Zum Beispiel unterstützte das Deutsche Kaiserreich die Araber gegen die Zionisten. Der Grund dafür lag wohl daran das die Deutschen die Araber im Kampf gegen die Britten, die den Suezkanal kontrollierten, gebraucht hatten.
    Die Religion wird bei diesem Konflikt nur (wiedere mal) missbraucht. So kann mann gläubige Muslime dazu bringen den Kampf gegen Israel als Heiligen Krieg zu sehen.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Moment: Palästina gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Osmanischen Reich und das war mit Deutschland verbündet. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden Frankreich und England Mandatsmächte in den Gebieten Libanon (FR), Syrien (FR), Cis- und Transjordanien (UK) und Palästina (UK).
    Den Briten war im Übrigen die zionistische Zuwanderung nach Palästina alles andere als lieb, obwohl sie im Ersten Weltkrieg wirklich mit allen möglichen Seiten gegen das Osmanische Reich kooperierten: Mit den Franzosen (die ja sowieso ihre Verbündeten waren, Sykes-Picot-Abkommen), mit den Arabern (McMahon-Korrespondenz) und mit den Juden (Balfour-Declaration). Dabei machten die Briten allen Seiten widersprüchliche nicht vereinbare Zusagen. War halt alles dem Kriegsziel untergeordnet, das Osmanische Reich zu besiegen.
    Eine Unterstützung von Djihadisten gegen die Kolonialmächte gab es, die richtete sich aber vor allem gegen die britischen, italienischen und französischen Kolonien in Nordafrika.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2010
  4. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Da bringst Du etwas durcheinander. Es war das dritte Reich das den Großmufti von Jerusalem unterstützte, der sich der zionistischen Bewegung widersetzte. Das hatte aber relativ wenig Auswirkungen (die Unterstützung meine ich). Im Kaiserreich bestand noch das Osmanische Reich, wie El Quijote schon schrieb.
     
  5. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied


    Du meinst sicherlich die Kooperation des Kaiserreichs mit dem Osmanischen Reich ( Bagdad-Bahn / 1. WK . ) ?
    Dann musst du bedenken , dass diese Gebiete Palaestinas vor dem 1. WK eindeutig Staatsgebiet des Osman. Reiches waren.
    Zionisten dürften damals nur sehr wenige dort ansässig
    gewesen sein.
    Und ein Teil der Araber wurde von den Briten geworben , sich gegen die osmanische Herrschaft zu wenden -
    da fällt der Name Lawrence von Arabien.
    Das Gebiet von Palästina wurde nach der osmanischen Niederlage britisches Mandatsgebiet bis 1947.
    Später in diesem Gebiet geplante deutsche Politik
    ( Arabische Legion in Hitlers Wehrmacht ) gelangte mW.
    nie zur Ausführung.
     
  6. Zeitmaschiene

    Zeitmaschiene Neues Mitglied

    Ihr habt ja Recht!
    Die Deutschen waren mit dem Osmanischen Reich verbündet! Die Briten unterstützten die Araber in ihrem Kampf gegen die verhassten Osmanen. Die Araber wollten die Unabhänigkeit. Im Versailler Vertrag wollten die Siegermächte nichts mehr von der Unabhänigkeit wissen. Nahost (die heutigen Staaten Syrien, Libanon, Palestina, Jordanien, Irak, Kuwait, Israel) kam unter französisches bzw. britisches Mandat.

    Ich meine mal eine Dokumentation gesehen zu haben, wo deutsche Soldaten im 1.Weltkrieg mit Arabern oder Türken jüdische Siedlungen angegriffen haben. Kann mir jemand da weiterhelfen?
     
  7. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nein, m.w. nicht . Die Juden spielten im Palästinakoflikt des 1.Weltkrieges keine Rolle.
    Die Frontstellung damals hieß Osmanen,Deutsche und kuk.Österreicher gegen Briten und arabische Milizen
    Im Rahmen des ersten Weltkrieges gab es die "Operation Pascha " des deutschen Asienkorps in Palästina. Beteiligt war daran u.a. das 1.Bayrische Fliegerbataillon, das Infanterie-Bataillon 701 und das kurhessische Jäger-Bataillon Nr.11,
    Guck mal da
    Asien-Korps ? Wikipedia

    PS.Übrigens hast Du ein E zuviel :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2010
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  9. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    M.W. gab es da noch keine Nennenswerten jüdischen Siedlungen die hätten angegriffen werden können, und wenn hätte es dazu keinen Grund gegeben. Paradoxerweise gab es damals einige deutschen Siedlungen, die von Lawrence in den "Sieben Säulen der Weisheit" erwähnt werden. Es gab die so genannte "Templergesellschaft" deren Mitglieder sich dort niedergelassen hatten.

    Tempelgesellschaft ? Wikipedia
     
  10. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    3 Dinge meinerseits nur:

    1. Bdaian, natürlich hast du im Detail recht. Wenn wir aber Tessaqueen helfen wollen, dann müssen wir erst einmal schematisch herangehen.
    2. Selbstverständlich gibt es den Zionismus schon länger, Punkt 5 meine ich in Bezug auf die Bereitschaft anderer Staaten (oder zumindest als offiziellen Grund), den Zionismus zu unterstützen.
    3. Selbstredend gibt es auch Aversionen zwischen Christen, Muslimen und Juden.
     
    1 Person gefällt das.
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  12. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Wobei das "stark" eher eine neue Erscheinung ist und damit zusammenhängen, daß Hamas oder Hisbollah etc. von islamischen Fundis (vor allem Teheran) finanziert werden.
    1947 spielte die Religion noch eine relativ geringe Rolle, gerade bei den Palästinensern gab es ja auch viele Christen.

    Es gibt zwar einen traditionellen Antisemitismus im Islam - aber keine Tradition "anders herum".

    Das Bestreben nach der Wiedergründung des jüdischen Staats ist deutlich älter als der Holocaust. Und bei der UN-Entscheidung hat dieser keine größere Rolle gespielt. Der Teilungsbeschluß war der Abschluß (oder war so gedacht) von vielen Jahren Streit im Lande, da lagen sich Juden und Araber schon vor Hitler in der Wolle.

    Nicht wirklich aus religiösen Gründen - die strenggläubigen Juden lehnen den Zionismus nach wie vor ab!
    Die Grundidee der Rückkehr hatte eher eine historische Begründung.

    Die UN gründete den Staat nicht, sondern teilte das Land entsprechend den jüdischen bzw. arabischen Siedlungsgebieten auf. Dabei siedelten die Juden vorwiegend auf neuerschlossenem Gebiet, da waren eben vorher keine Palästinenser.


    Edit: Gerade sehe ich, daß ich die Folgeseite übersehen habe. Bdaian hat ja schon fast alles beantwortet. Nehmt es also nur als Bekräftigung ;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2010
  13. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Diese Vertreibung (wie auch umgekehrt zeitgleich die Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern) ist aber nicht die Ursache des Nahostkonflikts, sondern eine der Folgen.
     
    1 Person gefällt das.
  14. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Für alle die sich für die Staatsgründung Israels interessieren empfehle ich dieses Buch von Tom Segev:

    Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staattsgründung Israels
    Siedler Verlag
    2005, 669 Seiten

     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2010
    2 Person(en) gefällt das.
  15. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Gegeben hat es die schon, es gab ja vor der Mandatszeit fast 100.000 Juden im Lande, die haben teilweise in eigenen Siedlungen bzw. Stadtteilen gelebt.

    Aber ich sehe auch keinen Grund, warum die speziell angegriffen worden wären. Maximal kann ich mir vorstellen, daß bei den Kämpfen auch mal ein jüdisch besiedelter Bereich betroffen war - aber die Kämpfer werden eher Briten und ihre arabischen Verbündeten gewesen sein.
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Tina Miller spricht in ihrer Promotion Die Frage der Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge unter Berücksichtigung der Lösungsansätze der Vereinten Nationen, Frankfurt 2007, von 15.000 Juden in Palästina 1878 (462.465 Gesamtbevölkerung Palästinas) nach einem osmanischen Zensus und von 85.000 Juden in Palästina 1922 (750.000 Gesamtbevölkerung Palästinas) nach einem britischen Zensus.
    1932 179.000 Juden in Palästina (1.000.000 Gesamtbevölkerung Palästinas)
    1936 360.000 Juden in Palästina
    1948 650.000 Juden in Palästina (2.065.000 Gesamtbevölkerung Palästinas)
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2010
  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Zahlen sind auch in britischen publizierten Quellen abgedruckt, hier Statistical Digest Commonwealth von 1947/48.
     
  18. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Zahl von 100.000 vor dem ersten Weltkrieg scheint mir auch sehr hoch gegriffen zu sein. Es gab zwar schon eine alteingesessene Bevölkerung und auch einige Gruppen die vor des Aufkommens des Zionismus dort hinzogen (z.B. eine Gruppe Osteuropeischer askenazim die es im 19. Jahrhundert dorthinführte) der große Zuzug begann aber unter britischem Mandat.
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wie gesagt, selbst 1922 sind es noch keine 100.000. Leider gibt es zwischen 1878 und 1922 keinen weiteren Zensus.
     
  20. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Was ich aber mit "Siedlungen" meinte waren Kibbutzartige Gebilde. Das erste ist glaube ich zwar schon 1910 gegründet worden, die meisten sind dann erst in der Zwischenkriegszeit entstanden. Die Mehrheit der Juden wohnte vorher entweder in den Städten oder verstreut in den Dörfern.

    Dagegen gab es vorher schon einige landwirtschaftliche Kolonien z.B. der o.e. deutschen Templerbewegung so wie auch Dörfer mit Tscherkessen und Drusen die weitgehend getrennt lebten. Wenn Siedlungen angegriffen worden sind, dann ist es eher zu vermuten dass es solche waren, die von den aufständischen Araber damals in irgend einer Form als dem Osmanischen Reich zugehörig gehalten wurden. Dazu müsste ich jedoch auch selber nochmals nachlesen.
     

Diese Seite empfehlen