Preußisch-Österreichischer Krieg 1866

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von Aishwarya, 1. Juni 2006.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ob das so schlecht wäre?
    Sag ich zu meinem Nachbarn Sepp, gstandenes Mannsbild ausm Grödnertal:
    Du Sepp, wenn ich so durch Tirol fahr, Nordtirol dann Südtirol - ich glaube den Südtirolern gehts heute besser alos den Nordtirolern. Sepp: Ja freilich, do kann ma´s Finanzamt besser bescheißn!

    Und in der Uckermark, nördlich Berlin, größte Stadt Prenzlau, sagen sie tatsächlich Nudel zur Kartoffel!
    Kein Witz!

    OK OK alles OT!:weinen:
    Irgendwann mal bessere ich mich! (Meiner Frau hab ichs auch schon versprochen!)

    Grüße Repo
     
  2. uffty

    uffty Neues Mitglied

    Es ging um die Vormachtstellung in Deutschland. Der Krieg von 1866 ist das Resultat des preußisch-österreichischen Dualismus. Steht eh alles ganz eindeutig auf wikipedia.
    Preußen nahm Schleswig-Holstein als Vorwand, um Österreich aus der deutschen Politik zu verdrängen, gelinge gesagt auszuknipsen für immer.
    Bismarck wollte einen deutschen Nationalstaat unter den Fittichen Preußens und nicht Österreich.

    Die Bezeichung deutsch-österreichischer Krieg ist völlig falsch und verwirrend, da Österreich Vorsitz des deutschen Bundes war und nicht gegen diesen selbst kämpfte. Preußen tat es, aus diesem Grund würde man rechtlich von einem preußisch-deutschen Krieg sprechen (Italien war auch Verbündeter Preußens, Meyers Konversationslexikon, 1888). Durchgesetzt hat sich heute jedoch die Bezeichung preußisch-österreichischer oder deutscher Krieg, um die Ursache des Dualismus zwischen Preußen und Österreich zu betonen.
     
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  3. derLiterat

    derLiterat Neues Mitglied


    In der Angelegenheit zum Deutschen Krieg stimme ich uffty voll zu, es ging in der Auseinandersetzung zwischen Preußen und Östereich um die Verschiebung des Dualismuns hin zur Hegemonie eines dieser Staaten innerhalb der deutschen Vielstaaterei. Dieser Krieg hat ja auch zum Zusammenbruch des Deutschen Bundes geführt und zur Herasubildung des Norddeutschen Bundes in dem selben Jahr, der wiederum nach dem Sieg Preußens im Französisch-Preußischen Krieg von 1870/1871 aufgelöst wurde, als Ludwig II., König von Bayern, Wilhelm I., König von Preußen, zum Kaiser des Deutschen Reiches ausrief, geschehen im Spiegelsaal des Schlosses Versaille am 18. Januar 1871.
    Ich habe bewußt die richtige Bezeichnung für diesen Krieg gewählt, denn die Geschichtsbücher manipulieren die Deutung, wenn sie diesen Krieg als Deutsch-Französichen Krieg bezeichnen: 1. Die Kriegserklärung ging von Napoleon III., also von Frankreich aus! 2.Deutschland gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht!
    Wer mehr darüber erfahren will, dem empfehle ich meine Homepage...
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2006
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Echt?

    Aber Ludwig von Bayern hat den Wilhelm doch gar nicht zum Kaiser ausgerufen!
    Das war doch Friedrich von Baden!

    Grüße Repo
     
  5. Arne

    Arne Premiummitglied

    Genau, der Ludwig war gar nicht da. Und wenn wir schon genau sind:
    Nicht "Kaiser des Deutschen Reiches", sondern "Deutscher Kaiser" und das war in Versailles. :cool:
     
  6. derLiterat

    derLiterat Neues Mitglied

    Danke, Repo, für die Klarstellung...
    Da waren meine Finger schneller als mein Verstand, natürlich war es der Großherzog von Baden, was jedoch nichts an den damit verbundenen Umständen ändert, die bis heute nicht erklärt wurden.
    Es ist schon merkwürdig, dass gerade in diesem Augenblick in Versailles sich alle einig waren, wo doch Jahrhunderte um ein einheitliches Reich gestritten wurde.
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Verstehe ich jetzt nicht.
    Der Druck von außen..
    Die Franzosenangst, die Bismarck geschickt geschürt und benutzt hat.

    Wie heißt es in der Nationalhymne: "...wenn es stehts zu Schutz und Trutze ...."

    Vom 30 jährigen Krieg bis 1813 sind ständig franz. Heere durch Süddeutschland gezogen. In Oberschwaben zwischen dem Hegau und der Iller kannst Du zu Fuss von einem Schlachtfeld zum anderen wandern, an manchen Stellen waren mehrere Schlachten am gleichen Ort.

    Und die blöden waren immer die armen dort wohnenden...

    Grüße Repo
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2006
  8. derLiterat

    derLiterat Neues Mitglied

    Hallo Repo,

    das ist wohl in der Tat so, dass der Zivilbevölkerung immer die Hauptlast jeglicher kriegerischen Auseinandersetzung aufgebürdet wurde, obwohl man
    diese nie um das Einverständnis bat und deren Leiden und Lasten kaum
    Eingang in die Geschichtsbücher fanden.
    In dem von Dir zitierten Dreißigjährigen Krieg muss das ständige Meucheln, von welcher Seite auch immer, unter der neutralen Bevölkerung so schlimm gewesen sein, dass ganze Familien beschlossen mit dem Heere zu ziehen und dem zu dienen, um wenigstens vor denen sicher zu sein. Aber auch dieser Krieg hätte nicht 30 Jahre dauern müssen, hätte man die Signale der Zeit begriffen. Aber vielleicht ist das für einen Religionskrieg von vornherein ausgeschlossen? So musste sich wohl dieser Krieg aufgrund der allgemeinen Erschöpfung eben totlaufen...

    Gruß
    derLiterat
     
  9. Isokrates

    Isokrates Neues Mitglied

    Der Deutsch- Deutsche Krieg war das Ende des Dualimus und er hatte sowohl für Europa als auch für die deutschen Staaten erhebliche Auswirkungen, die in ihrer Tragweite bis zum 1. Weltkrieg reichten. Zu nennen wäre hier etwa die Orientierung Österreichs weg vom Schauplatz Deutschland hin zum Pulverfass Balkan. Welche Folgen das für den weiteren Verlauf der Geschichte hatte is bekannt.
    Vorallem aber, dass Staatensystem hatte eine Veränderung erfahren. Mit dem Sieg Preußens und der Gründung des Norddeutschen Bundes unter der Führung Preußens war ein Machtblock in Mitten Europas entstanden. Preußen war von einer vormaligen Mittelmacht zur Großmacht aufgestiegen. Das Gleichgewicht der Mächte wurde verschoben.
    Dieser Krieg hatte aber auch gezeigt, dass nach dem Krimkrieg das System Metternich ausgediehnt hatte. Die Solidarität der Mächte war der Realpolitik und Machtpolitik der Staaten gewichen. Bismarck ist das Paradebeispiel für den neuen Typ dieses Machtpolitikers.
     
  10. Karl V.

    Karl V. Neues Mitglied

    spekulationen zum deutschen krieg

    hallo an alle

    bin neu hier und interessiere mich sehr für den deutschen krieg (wie immer man ihn nun korrekterweise bezeichnet)...

    nun beschäftigt mich folgendes:

    ich versuche schon seit längerem eine antwort zu finden, welche reform- und eroberungsabsichten österreich in diesem krieg verfolgte. hätte das bundesheer gesiegt, welche gebiete hätte preußen z.B. an österreich abtreten müssen? hätten sachsen oder hannover gebietszuwächse in aussicht gehabt? hätte man preußens verbündete abenso rücksichtslos annektiert wie es später mit hessen-kassel, hannover, frankfurt etc geschah?
    und wie hätte wien den deutschen bund reformiert? hätten die sieger vielleicht die pläne des frankfurter fürstentages realisiert? oder hätte man evt ein deutsches reich als bundesstaat errichtet, so wie es dann 1871 unter preußischer führung geschah? und welche grenzen hätte dieses dann gehabt???

    fragen über fragen...naja ich hoffe dennoch dass ihr mir da weiterhelfen könnt...

    vielen dank im voraus für die vielen antworten... :fs:
     
  11. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Erfinden ist immer so eine Sache. Aber Ursprung des Zollvereins war das Zollgesetz vom 26.5.1818, vorbereitet durch den Finanzminister v. Bülow und dem Generalsteuerdirektor K. G. Maassen aus Kleve. Dadurch wurde der preußische Staat zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet, wichtige Voraussetzung für die kommende industrielle Entwicklung. Zahlreiche Mittelstaaten sind diesem Zollsystem beigetreten, zuerst mit einzelstaatlichen Zollvereinbarungen bzw. Zollunionen.

    Der Beitritt auch süddeutscher Staaten führte dann zur Gründung des deutschen Zollvereins zum 1.1.1834 (im Wesentlichen durch die Arbeit des Finanzministers Friedrich von Motz). Dadurch wurde die Position Preußens im Deutschen Bund wesentlich gestärkt. Die deutsche Einigung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde durch diese Wirtschaftseinheit wesentlich vorbereitet. Was wäre wohl politisch passiert, wenn Österreich dem Zollverein beigetreten wäre?

    Solwac
     
  12. Karl V.

    Karl V. Neues Mitglied

    In jedem Falle hätten die Ösis die ostelbische Landwirtschaft ruiniert. Denn die ungarischen Agrarprodukte waren günstiger und hochwertiger. Wie es in den bereichen Kohle und Industrieerzeugnisse aussah kann ich nur vermuten.

    Preußen wäre durch diesen Beitritt aber mit Sicherheit der "ewige Zweite" in Deutschland geblieben...dies war ja auch unter anderem ein Grund für den deutschen Krieg.:motz:
     
  13. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    War die ungarische Landwirtschaft wirklich so viel besser? Innerhalb des Zollvereins gab es ja auch unterschiedliche Böden mit unterschiedlichem Anbau. Aber in einer landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft bleibt vieles ja in der Nähe der Erzeugung.
    Außerdem gab es 1834 zwischen Österreich und Ungarn noch Zollschranken, so dass eine Aufnahme Österreichs in den deutschen Zollverein nicht unbedingt die Aufnahme Ungarns zur Folge gehabt hätte.
    Weiterhin darf man nicht vergessen, dass der Zollverein vor dem Bau der Eisenbahnlinien gegründet wurde. Und die ostelbische Gesellschaft hätte sich dann auf die ungarische Konkurrenz einstellen können. :grübel:

    Da Preußen Initiator des Zollvereins war, wäre eine automatische Dominanz Österreichs nicht unbedingt die Folge gewesen.

    So kam es erst 15 Jahre später zu Verhandlungen über eine Zollunion, die den gesamten Deutschen Bund erfassen sollte. Da war Preußen dann aber nicht mehr gewillt, Österreich neben sich zu dulden. Von 1853-1866 gab es dann einen preußisch-österreichischen Zoll- und Handelsverein, der aber nicht so weitreichend wie der deutsche Zollverein war.

    Solwac
     
  14. Karl V.

    Karl V. Neues Mitglied

    Naja, ich berufe mich da jetzt mal auf folgenden Text:
    "[...] Preußen, als stetig wachsende Wirtschaftskraft, war für den Freihandel im Deutschen Zollverein, ohne den österreichischen Teil selbstverständlich. Den Freihandel konnten die kleineren deutschen Staaten nicht hinnehmen, da sie sonst in Abhängigkeit zu Preußen geraten wären. Der österreichische Sondergesandte Karl Ludwig Freiherr von Bruck versuchte während den Berliner Verhandlungen die gesamte Donaumonarchie im Deutschen Zollverein zu integrieren. Das konnte wiederum Preußen nicht zulassen, denn dann wäre man der wirtschaftlich Unterlegene gewesen und das nicht nur in der Industrieproduktion, sondern insbesondere die ungarischen Agrarprodukte hätte die ostelbische Landwirtschaft ruiniert. Und so wurde der Krieg, ganz im Sinne von Clausewitz, nur noch die Fortsetzung dieser Politik mit anderen Mitteln." (vgl. http://www.deutsche-schutzgebiete.de/deutscher_krieg.htm)

    Zu den wirtschaftlichen Daten findet sich eine sehr Gute Abhandlung in: H.Lutz: Zwischen Habsburg und Preussen, 1815-1866.
    Ich nenne mal ein paar Zahlen: Österreich hatte eine größere Bevölkerung und konnte auch mehr Land agraisch nutzen. Allein 70% der
    Gesamtbevölkerung waren in der Landwirtschaft tätig. Österreich erntete 25% mehr Getreide als Preußen, förderte doppelt soviel Steinkohle - lag jedoch in der Eisenerzeugung zurück. Von daher denke ich schon dass man der ewige Zweite geblieben wäre...
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Deutsche Zollverein war Österreich in keiner Weise recht, da es sich dadurch in seinen Handelsaktivitäten erheblich behindert sah. Aus einem Brief Metternichs vom Juni 1833 an Kaiser Franz I. geht das klar hervor:

    "Die kommerziellen Nachteile, welche der Zollverein für die österreichische Monarchie notwendig haben muss, Eurer Majestät näher zu entwickeln, muss ich der Finanzbehörde überlassen. Es kann aber auch dem uneingeweihten Blicke nicht zweifelhaft bleiben, dass eine fremde Zolllinie, die die Grenze der Monarchie von Krakau bis Salzburg und Bregenz umfasst, unseren ganzen westlichen Ein- und Ausfuhrhandel unbedingt beherrscht, und wenn man bedenkt, dass diese Herrschaft in die Hände eines Staates wie Preußen gelegt ist, welcher in Natur- wie in Industrieprodukten auf den Märkten Europas als einer unserer vorzüglichen Nebenbuhler betrachtet werden kann, so lässt sich von dessen neu erworbenem Einflusse auf alle unsere Kommunikationswege durch und mit Deutschland nur eine ungünstige Rückwirkung auf Produktion und Industrie im Kaiserstaate erwarten."
    (nach Geschichte in Quellen 1815-1914, München 1980, S. 104)

    Aus diesem Brief geht klar hervor, dass Österreich bereits um 1830 Preußens Wirtschaftskraft fürchtete, die sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte immer mehr zuungunsten der Habsbuger Monarchie verschob.

    Die preußischen Annexionen nach dem Deutschen Krieg 1866 muss man als maßvoll betrachten. Das Territorium des Hauptgegners Österreich blieb ungeschmälert, was keineswegs selbstverständlich war. Verschiebungen gab es lediglich innerhalb Deutschlands, wo Preußen bekanntlich Kurhessen, Hannover und Nassau annektierte. Zwar wurde der Deutsche Bund aufgelöst und Österreich schied aus Deutschland aus, doch ermöglichte Bismarcks maßvolle Haltung eine rasche Wiederannäherung der Hauptgegener und die Bildung des Norddeutschen Bundes.
     
  16. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Die Gesamtwirtschaftsleistung ist aber nicht unbedingt ein Maß dafür, wie sehr ein Staat von einer Zollunion profitiert.
    Gerade in den 1830ern hätte es gar nicht die Möglichkeit gegeben große Mengen Kohle beliebig durch die Gegend zu schicken. Ohne Wasserweg ging da fast nichts. 1850 gab es dann schon auf preußischer Seite viel Erfahrungen mit der Zollunion, während innerhalb der Donaumonarchie noch Binnenzölle erhoben wurden. Das alleine zeigt ja, dass der schnellen deutschen Wirtschaftsentwicklung in Österreich nicht viel entgegengesetzt werden konnte. Ein Beitritt Österreichs (ohne Ungarn) hätte 1834 die preußische Wirtschaft wohl nicht geschwächt, wohl aber die Grenze zu Ungarn betont.

    Solwac
     
  17. Karl V.

    Karl V. Neues Mitglied

    wie mir dämmert prallen hier - wie einst in der paulskirche - klein- und großdeutsche sichtweisen aufeinander... :rofl:
     
  18. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Das kann natürlich auch sein. :cool:
    Aus unserer heutigen Sicht dürfte es schwer sein, die mehr als dreißig Jahre zwischen dem preußischen Zollgesetz und einer vergleichbaren Entwicklung in Österreich-Ungarn nachzuvollziehen.

    Solwac
     
  19. Karl V.

    Karl V. Neues Mitglied

    hallo solwac...ist ja lange nichts mehr passiert hier...war im urlaub.
    hast du evt informationen darüber, welche reform- und eroberungsabsichten österreich im deutschen krieg verfolgte. hätte das bundesheer gesiegt, welche gebiete hätte preußen z.B. an österreich abtreten müssen? mich interessieren vor allem die territiorialen aspekte...

    ...die frage gilt natürlich auch an alle anderen hier im forum... ;)
     
  20. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Über Österreichs Ideen im Krieg weiß ich nichts, ich bezweifle aber auch, dass sie sich großartig von denen der Vorjahre unterschieden. Dafür dürften die militärischen Ereignisse zu rasch aufeinander gefolgt sein.

    Im Jahr 1863 gab es in den Entschluß, den Deutschen Bund zu reformieren, da dieser kaum Eigengewicht besaß und für alle Fragen eine Übereinkunft mit Preußen nötig war. Wichtig bei der Einschätzung ist das nicht sehr tolle Ansehen Preußens bei den anderen deutschen Ländern wegen der Verfassungskrise in Preußen (Finanzierung der Heeresreform). Dazu wurde von von Schmerling (neuer Staatsminister in Wien) eine Denkschrift veröffentlicht, Kaiser Franz Josef lud dann auch alle Fürsten zu einem Fürstentag nach Frankfurt a.M. um die Reform zu beschließen.

    Folgende Punkte waren dabei vorgesehen:

    1. An der Spitze des Bundes soll ein Fünferdirektorium , bestehend aus Österreich, Preußen, Bayern und zwei von den Fürsten gewählten Mitgliedern, stehen.
    2. Daneben gibt es einen Bundesrat, in dem Österreich und Preußen je drei Stimmen haben sollen.
    3. Österreich hat den Vorsitz im Direktorium und im Bundesrat.
    4. Alle drei Jahre sollen Delegierte der einzelnen Landtage beratend zusammentreten (aber den Fürsten unterstehen).
    5. Es wird ein oberstes Bundesgericht geschaffen.

    Die außerdeutschen Besitzungen der beteiligten Länder (besonders Galizien, Venetien usw.) sollen garantiert werden.

    Bismark fürchtete, dass Preußen überrollt werden könnte und brachte König Wilhelm dazu, dass dieser seine halb gegeben Zusage zum Erscheinen wieder zurückzog. Der Fürstentag beschloß die Reformakte unter dem Vorbehalt, dass Preußen auch zustimmen würde. Damit scheiterte der letzte großdeutsche Versuch einer deutschen Einigung.

    Ich unterstelle mal, dass 1866 bei einem östereichischem Sieg diese Reform wieder auf dem Plan gestanden hätte, für Preußen wäre die Führung im Bund dann in weite Ferne gerückt. Bei einer drastischen Niederlage Preußens kann ich mir dann noch eine Lösung der schleswig-holsteinischen Frage im österreichischen Sinne denken. Der Status Schlesien wäre vielleicht auch diskutiert worden, aber hierzu habe ich keinerlei Quellen.

    Solwac
     

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